Kronach
Frankenwaldklinik

Sanierung und Neubau der Kronacher Klinik werden von Helios geprüft

In einer Beiratssitzung der Helios-Frankenwaldklinik wurden Weichen gestellt, die den Standort Kronach sichern sollen.
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Die Helios-Frankenwaldklinik soll wieder in ein ruhiges Fahrwasser kommen. Die Beiratssitzung am Freitag war offenbar ein guter Schritt in diese Richtung. Foto: Archiv/Marco Meißner
Die Helios-Frankenwaldklinik soll wieder in ein ruhiges Fahrwasser kommen. Die Beiratssitzung am Freitag war offenbar ein guter Schritt in diese Richtung. Foto: Archiv/Marco Meißner

Die Helios-Frankenwaldklinik sorgte in den vergangenen Jahren mehr als einmal für negative Schlagzeilen: Kündigungen, Kritik von Patienten, Streit zwischen Konzernvertretern und der Politik. Es kam selten Ruhe rein. Das führte soweit, dass von den Kronachern sogar schon über ein früher oder später drohendes Aus des Krankenhauses gemunkelt wurde. Seit Freitag keimt neue Hoffnung für die Klinik.

Der bisherige Geschäftsführer, Christian Kloeters, war nicht mehr anwesend, sein Nachfolger, Philipp Löwenstein, noch nicht im Amt, als es endlich zur lang erwarteten Beiratssitzung kam. Zwischen den Vertretern des Landkreises Kronach und des Helios-Konzerns wurde dabei Tacheles geredet. Regionalgeschäftsführer Marcus Sommer und medizinischer Regionalgeschäftsführer Heiko Rath signalisierten durch ihre Teilnahme, aber vor allem durch die von ihnen mitgetragenen Ergebnisse der Zusammenkunft, dass die Kronacher Klinik auf höchster Konzernebene eine Rolle spielt.

"Das Gespräch fand in einer guten und offenen Atmosphäre statt", versicherte Landrat Klaus Löffler (CSU), der stellvertretend für alle Teilnehmer die Resultate der Besprechung mitteilte. Vier Schwerpunkte sollen die Kronacher Klinik stärken. Der Markstein dabei ist, dass sich Helios nicht nur ganz klar zum Standort Kronach bekennt, sondern der Konzern offenbar sogar zu einer beträchtlichen Investition bereit ist. Laut Löffler wird Helios eine mögliche Generalsanierung und sogar einen möglichen Neubau prüfen.

In diese Kerbe hatte vor Monaten schon MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) geschlagen, doch war sein Vorstoß damals auf wenig Gegenliebe gestoßen. Nun ließ sich der Konzern auf diese Überlegung darauf ein. Sollte tatsächlich auf eine der beiden Weisen eine Modernisierung der Klinik angegangen werden, könnte das Haus wieder zukunftsfähig aufgestellt werden.

Eine millionenschwere Investition in das Krankenhaus hätte eine Signalwirkung für den Standort Kronach. Sie könnte die Ängste der über 600 Beschäftigten um ihren Job abbauen und ein Pluspunkt im Ringen um Patienten und neues Personal sein.

Weiter wurde festgelegt, dass vier Beiratssitzungen pro Jahr stattfinden. Zuletzt gab es dieses Ansinnen nur auf dem Papier. Dadurch wurden Politik und Öffentlichkeit oftmals von Entwicklungen an der Klinik aus heiterem Himmel überrascht.

Gemeinsam Lösungen suchen

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Auch die medizinische Ausrichtung der Helios-Frankenwaldklinik wird künftig fest auf der Tagesordnung stehen. Gemeinsam mit Löwenstein, Sommer und Rath wollen sich der Beirat und der Personalrat bereits bei der nächsten Zusammenkunft im April darüber austauschen.

Die vierte Säule unter den Sitzungsergebnissen betrifft die Arbeitsbedingungen. Wie Löffler schilderte, verpflichteten sich Betriebsrat und Geschäftsführung am Freitag, kurzfristig Maßnahmen für eine Entlastung der Mitarbeiter zu finden. Noch im Dezember soll dieser Punkt aufgegriffen werden, nachdem zuletzt etliche Meldungen aus der Mitarbeiterschaft eingegangen waren, dass Belastungsgrenzen weit überschritten wurden.

Der Betriebsratsvorsitzende Manfred Burdich freute sich über die Resultate der Zusammenkunft. Er sprach von einem Ergebnis, mit dem der Betriebsrat zufrieden sein kann. Vor allem die angestrebte Entlastung der Mitarbeiter wertete er als positives Signal - zumal es sich dabei offenbar nicht um Worthülsen handelt ("Erste Ideen wurden schon ausgetauscht").

Bereit für konstruktive Zusammenarbeit

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Er versicherte, dass sein Gremium die weitere Entwicklung kritisch, aber vor allem konstruktiv begleiten wird. Man wisse, dass der neue Geschäftsführer "kein leichtes Erbe antritt". Unter den jetzigen Vorzeichen ist der Betriebsrat aber gerne bereit, ihn nach Kräften zu unterstützen. "Wir haben alle ein Interesse daran, dass die Klinik wieder in ein ruhiges Fahrwasser kommt", lautet Burdichs Fazit nach der Beiratssitzung. "Manchmal braucht es dafür ein reinigendes Gewitter." Das ist nun hoffentlich ausgestanden. Dann könnten endlich wieder sonnigere Tage auf die Klinik zukommen.

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