Mitwitz
Verunreinigung

Rückruf: Lauge im Pils

Die Frankenbräu ruft 30 000 Flaschen mit Bügelverschluss zurück. Nachdem sich ein Verbraucher beschwert hatte, laufen nun Untersuchungen.
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Bierflaschen der Sorte Franken Bräu Pilsner mit Bügelverschluss und  dem Mindeshaltbarkeitsdatum 5. Mai 2020 können in den Supermärkten oder bei der Brauerei zurückgegeben werden.  Marian Hamacher
Bierflaschen der Sorte Franken Bräu Pilsner mit Bügelverschluss und dem Mindeshaltbarkeitsdatum 5. Mai 2020 können in den Supermärkten oder bei der Brauerei zurückgegeben werden. Marian Hamacher

Bereits während des Freischießens in Kronach hatte die Neundorfer Brauerei Frankenbräu mit Gerüchten und Sabotageversuchen zu kämpfen (der Fränkische Tag berichtete). Knapp eine Woche nach dem Fest kehrt bei der Brauerei noch immer keine Ruhe ein: Seit Freitag läuft eine Rückrufaktion; es besteht der Verdacht, dass sich Laugerückstände in einer Bier-Charge befinden.

Diese Biere sind betroffen

Alle Flaschen der Sorte "Frankenbräu Pilsner" mit Bügelverschluss und dem Mindesthaltbarkeitsdatum 5. Mai 2020 sind betroffen. "Wir rufen die komplette Charge zurück, weil wir niemanden gefährden wollen", sagt Geschäftsinhaber Rainer Mohr. Eine stille Rückrufaktion sei am Freitag veranlasst worden. "Wir haben sämtliche Abnehmer direkt über den Verdacht in Kenntnis gesetzt."

Verbraucher hatte sich beschwert

Die Linatronic, eine Maschine zur Inspektion von Leerflaschen, sei infolge vom Hersteller überprüft und wieder freigegeben worden. "Es kann auch sein, dass eine Manipulation vorliegt", bedauert Mohr. Nach der Prüfung der Maschine sei die Brauerei allerdings auf der sicheren Seite, die Untersuchung des Bieres in einem Labor sei noch nicht abgeschlossen. Ergebnisse werden in den kommenden Tagen erwartet.

Dem Rückruf war eine Verbraucherbeschwerde vorausgegangen, die bei einem oberfränkischen Landratsamt eingegangen war. "Die abgegebene Beschwerdeprobe wurde amtlicherseits mehreren Untersuchungen unterzogen", sagt Bernd Graf, Pressesprecher des Landratsamts Kronach. Die bisher durchgeführten Untersuchungen weisen darauf hin, dass es sich bei dem Inhalt der Beschwerdeprobe um eine Reinigungslauge aus einer Flaschenwaschmaschine eines Getränkeabfüllbetriebes handelt."

Natronlaugen seien bereits bei sehr geringer Konzentration geeignet, erhebliche gesundheitliche Beeinträchtigungen herbeizuführen, wie zum Beispiel Verätzungen an Schleimhäuten des Mund- und Rachenraums sowie der Speiseröhre, heißt es seitens des Landratsamtes.

"Der Lebensmittelunternehmer hat sich daher aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes dazu entschieden, die möglicherweise betroffenen Produkte seines Hauses vorsorglich aus dem Handel zu nehmen", berichtet Graf.

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