Stockheim
Gemeinderat

Reitsch wartet auf die Bagger

Mit der Dorferneuerung könnte es bald losgehen - wenn eine Baufirma mit freien Kapazitäten gefunden wird.
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In Reitsch heißt es warten auf die Bagger. Die Planungen zur einfachen Dorferneuerung fordern Geduld bei den Bürgern. Fotos: K.- H. Hofmann
In Reitsch heißt es warten auf die Bagger. Die Planungen zur einfachen Dorferneuerung fordern Geduld bei den Bürgern. Fotos: K.- H. Hofmann
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Erneut stand ein Antrag auf Förderung und vorzeitigen Maßnahmenbeginn für die einfache Dorferneuerung in Reitsch auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung in Stockheim. Einleitend erklärte Bürgermeister Rainer Detsch (FW), dass die Vorarbeiten für Planung und für Förderanträge sehr zeitaufwendig seien und er bedauere, dass man daher bisher wenig von einer Dorferneuerung in Reitsch sehen kann. Aber die Verwaltung, drei Ingenieurbüros und das Amt für ländliche Entwicklung (ALE) arbeiteten ständig an dem Entwurf und den Planungen, wobei auch der Hochwasserschutz einbezogen wird. "Wir tun viel für Reitsch und es wird sich lohnen", zeigte sich das Gemeindeoberhaupt überzeugt.

Beginnen will man nun mit dem Rahmendurchlass "Dorfstraße" und der Erneuerung des Kanalabschnittes im Bereich der Dorfstraße. Ein Teilstück soll dabei begradigt werden, da dieses immer wieder mit Rückstauungen Probleme bereite. Das Ingenieurbüro HTS Plan aus Kronach ist gerade bei der Genehmigungsplanung und könnte dann die Ausschreibung für diese Maßnahmen durchführen. Der Gemeinderat beschloss einstimmig, beim ALE den Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn für die Erneuerung des Rahmendurchlasses Dorfstraße zu stellen.

Maria Schneider aus Reitsch ist von Anfang an als Bürgerin mit Begeisterung im Arbeitskreis Dorferneuerung Reitsch dabei. Sie drückte in der Sitzung ihre Gefühlslage und wohl auch die von vielen Reitschern aus. Viele seien enttäuscht, dass sich bisher nichts bewege. Dies konnte der Bürgermeister nachvollziehen, informierte aber, dass sich hinter den Kulissen sehr viel tue. Man sei natürlich auch bestrebt, die bestmögliche Förderung zu erhalten, was eben viel Bürokratie und Zeit erfordere. Nach dem heutigen Beschluss könne man die Hoffnung hegen, dass es bald losgehe. Allerdings gibt es auch Probleme, Baufirmen mit freien Kapazitäten zu finden.

Rentei soll zu neuem Leben erweckt werden

Momentan sind in der Gemeinde Stockheim circa 33 Baumaßnahmen in Planung oder schon in der Ausführung. Größere Objekte sind unter anderem die Dorferneuerung Reitsch und die Generalsanierung der Rentei. Für Umbau und Sanierung des Herrenhauses (Rentei) der ehemaligen Katharinenzeche in Stockheim gab der Bürgermeister ausführliche Informationen über das geplante Nutzungskonzept.

Das ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus (Rentei) sei ein Relikt von Bayerns einzigem Steinkohlebergwerk, der Katharinenzeche in Stockheim, die 1968 geschlossen wurde. Von den oberirdischen Anlagen besteht außer dem als Bauhof genutzten Areal nur noch das ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus, die Rentei. Der Nachlass der Bergbaugesellschaft, bestehend aus Akten, Plänen, Fotografien und gegenständlichen Zeugnissen, wird vom Förderverein Bergbaugeschichte, der Bergmannskapelle und dem Knappenverein sowie der Bergwerksgemeinde Stockheim betreut und ist im Magazinbereich des Bauhofes untergebracht.

Die Bergwerksgemeinde Stockheim und Vertreter der beteiligten Vereine haben gemeinsam mit Unterstützung der Kreiskulturreferentin Gisela Lang und dem Museumsbeauftragten der Stadt Kronach, Alexander Süß, ein Nutzungskonzept für die denkmalgeschützte Rentei erarbeitet. Bei der Konzeptsuche waren der großartige Wissensschatz und die herausragenden Dokumentationen des Heimatpflegers Gerd Fleischmann hilfreich.

Wie Bürgermeister Detsch erläuterte, könnte die Sanierung wohl in zweieinhalb Jahren abgeschlossen sein. Ein wichtiger Aspekt sei, dass dieses Gebäude nicht nur für die drei genannten Vereine nutzbar ist, sondern generell für alle Vereine zur Verfügung stehe, dazu werden auch die Außenanlagen mit Biergarten und eventuell Pavillon zu Veranstaltungen in schönem Ambiente einladen und das Projekt aufwerten.

"Die Nutzung und eine damit verbundene Beziehung, die zu einem Gebäude aufgebaut werden kann, ist Bestandteil unserer kulturellen Identität. Nur mit einem sinnvollen und von breiter Zustimmung getragenen Nutzungskonzept wird die Sanierung erfolgreich sein. Die Gespräche aller bisher Beteiligten sind geprägt von Zuversicht und dem Willen, das Gebäude zu retten zu erhalten und erfolgreich zu nutzen und wieder mit Leben zu erfüllen", so der Bürgermeister.

90 Prozent Förderung

Die Kosten sollen sich auf circa 2,7 Millionen Euro belaufen, wovon 2,4 Millionen Euro förderfähig sind. Allein durch die Förderoffensive Nordostbayern darf mit 90 Prozent Förderung gerechnet werden.

Stefan Beetz (CSU) und Daniel Wachter (parteilos) wünschten sich mehr Bürgerbeteiligung, ja sogar einen Bürgerentscheid, bei diesem Projekt. Dem entgegnete der Rathauschef, man solle im Gremium zu seiner Verantwortung stehen. Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth (CSU) meinte, er verfolge die Planungen für die Rentei schon seit über 20 Jahren. Mehrere Ansätze sind an zu wenig Fördermitteln gescheitert. "Wenn wir jetzt nicht handeln, brauchen wir uns über eine Sanierung keine Gedanken mehr machen. Die Alternative wäre ein Abriss der ungewisse aber ganz sicher hohe Kosten verursachen würde." Hedwig Klinger (FW) sprach von einer einmaligen Chance.

Die Debatte schloss der Bürgermeister mit dem Hinweis, dass dies nur Informationen waren und Beschlüsse in den nächsten Sitzungen gefasst werden. Es liegt an jedem einzelnen Gemeinderat, für diese gute Sache in der Öffentlichkeit zu argumentieren.



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