Kronach
Rückblick

Regionalmanager Willi Fehn: Abschied mit einem guten Gefühl

Nur noch wenige Tage ist Willi Fehn im Dienst. Nach fast 20 Jahren im Regionalmanagement des Landkreises Kronach geht er in den Ruhestand. Ein Schritt, der ihm nicht leicht fällt.
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Nach fast 20 Jahre nimmt Willi Fehn bald Abschied von seinen Kollegen im Landratsamt.
Nach fast 20 Jahre nimmt Willi Fehn bald Abschied von seinen Kollegen im Landratsamt.

Willi Fehn blättert durch das Notizbuch auf seinem Schreibtisch. Er schmunzelt. Er grübelt. Seine Gedanken wandern. Eigentlich wollte er für unser Gespräch nur ein paar Notizen zusammentragen. Am Ende erstrecken sich die Stichpunkte über mehrere Seiten. In beinahe zwei Jahrzehnten als Regionalmanager ist allerhand zusammengekommen. Darunter sehr viel Positives. Leicht fällt ihm der Abschied zum Monatswechsel daher nicht.

"Alles hat seine Zeit", sagt der 65-Jährige. "Ein banaler Satz, aber ich glaube, es ist wirklich so." Jeder habe seine Handschrift. Und jetzt komme eben die Zeit, in der ein anderer zum Stift greift. So nüchtern er über das Ende seines Dienstes spricht, so sehr schwingt zwischen den Zeilen eine unverkennbare Wehmut mit. Er gesteht: "Das Regionalmanagement war für mich einer der besten Jobs, die im Landkreis zu vergeben sind. Er war mir schon wie auf den Leib geschneidert."

Die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern habe er geschätzt. "Das war spannend. Kein Tag war wie der andere." Der Job als Regionalmanager ist in seinen Augen keine karge, bürokratische Tätigkeit, kein bloßes Abarbeiten von Vorgängen. Wenn frühmorgens drei, vier ganz unterschiedliche Themen auf dem Schreibtisch gelandet sind waren Kreativität und Flexibilität gefragt. Fehn lächelt: "Das war manchmal schon stressig - aber es war auch das Salz in der Suppe."

Fast zwei Jahrzehnte

Seit Ende 1996 ist er für den Landkreis tätig, seit 2000 im Regionalmanagement. Zwei Jahrzehnte, die ihm gezeigt haben, dass im Kreis beachtliche Potenziale stecken. Und dass es Menschen gibt, die bereit sind, diese auszuschöpfen. Namen gehen ihm viele durch den Kopf.

Er denkt beispielsweise an die Teuschnitzer Bürgermeisterin Gabi Weber. "2013 ging die Entwicklung in Teuschnitz toll los", erinnert er sich an eine Zeit, als die Arnikastadt unter einem großen Aderlass bei den Arbeitsplätzen sowie ihrer infrastrukturell mäßigen Anbindung litt. Die Idee des Regionalmanagements: Wie wär's, Teuschnitz von innen heraus und aus eigener Kraft zu entwickeln? Bei Weber und ihrer Verwaltung sei dieser Gedanken auf fruchtbaren Boden gefallen.

Fehn denkt aber auch an die Firmen und ihre engagierten Unternehmer wie Heinz, Wiegand oder Luger. Und er spricht über Bianca Fischer-Kilian, die mit viel Herzblut die Seniorengemeinschaft Kronach Stadt und Land zu einem Erfolgsmodell entwickelt hat. Er erinnert sich auch an Wolfgang Feuerpfeil, der maßgeblich den Verein Rennsteigregion im Frankenwald geprägt hat. Nicht zuletzt nennt er "seine" beiden Landräte, Oswald Marr und Klaus Löffler, die ihm alle notwendigen Freiheiten eingeräumt haben. Das sei aber nur ein Bruchteil der Menschen, die ihn auf seinem Weg geprägt hätten.

Es lässt sich was bewegen

Doch wie schwer war und ist es grundsätzlich, Projekte umzusetzen, Mitstreiter und Förderungen dafür aufzutun? Fehn ist überzeugt, wenn man hinter einer Idee steht und einen Plan hat, dann lässt sich auch etwas bewegen. Auf diese Weise sei es dem Regionalmanagement gelungen, rund 25 Millionen Euro für Projektentwicklungen zu akquirieren. Nur ein größeres Projekt, dass sich Fehn gewünscht hätte, ließ sich nicht verwirklichen: ein Freizeitsee im südlichen Landkreis ("Da waren wir sehr weit. Er hätte den Kreis weiter aufgewertet.").

Fehn lehnt sich zurück und klappt den Notizblock zu. Seine Seiten hat er beschrieben, weitestgehend mit positiven Erinnerungen. Für seine Nachfolger ist aber noch reichlich Platz frei. Sorgen macht er sich nicht, dass ihre Stichpunkte negativer ausfallen könnten. "Im Lauf der Jahre haben wir ein wirklich gutes Team aufgestellt. Ich denke schon, dass es gut weitergeht." Mit Kontinuität, aber auch mit einer ganz eigenen Handschrift. Der Stift für weitere Erfolgsmeldungen ist jedenfalls schon gespitzt.

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