Mitwitz
Cold Case

Raubmord in Einkaufsmarkt in Oberfranken: Wird das Verbrechen nach 13 Jahren endlich aufgeklärt?

Die Kripo Coburg und Staatsanwaltschaft haben einen ersten Ermittlungserfolg im bislang ungeklärten Mitwitzer Raubmord-Fall Ottinger aus dem Jahr 2006 gelandet. Den Ermittlern liegt jetzt das vollständige DNA-Muster des mutmaßlichen Täters vor.
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13 Jahre ist der Raubmord am Mitwitzer Supermarktbesitzer Norbert Ottinger inzwischen schon her. Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft dauern aber nach wie vor an. Foto: Marco Meißner
13 Jahre ist der Raubmord am Mitwitzer Supermarktbesitzer Norbert Ottinger inzwischen schon her. Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft dauern aber nach wie vor an. Foto: Marco Meißner

Im Rahmen ihrer umfangreichen Ermittlungen liegt den Beamten der Einsatzkommando (EKO) Kreisel Cold Case nun das vollständige DNA-Muster des mutmaßlichen Täters des Raubmordes von Mitwitzvor. Hiermit eröffnen sich den Kriminalbeamten neue, erfolgversprechende Ermittlungsansätze. Die aktuelle DNA-Entnahme bei den zur Tatzeit 16 bis 18 Jahre alten Männern dauert an. Zudem stellt die Mithilfe der Bevölkerung weiterhin einen wichtigen Baustein bei der Aufklärung des Gewaltverbrechens dar.

Am 13. November 2006 tötete der Unbekannte den damals 61-jährigen Norbert Ottinger in seinem Einkaufsmarkt in Mitwitz (Kreis Kronach). Der Täter entwendete zudem aus dem Tresor mehr als 30.000 Euro Bargeld. Trotz intensiver und lang andauernder Ermittlungen konnten die Beamten das Verbrechen damals nicht aufklären.

Seit Dezember 2018 arbeiten die Spezialisten der Kriminalpolizei Coburg zusammen mit der Staatsanwaltschaft intensiv an dem "Cold Case". Die Beamten veranlassten beim Bayerischen Landeskriminalamt und der Rechtsmedizin eine Nachuntersuchung verschiedener, damals gesicherter und nun von ihnen priorisierter Spuren. Da sich vor allem im Bereich der molekulargenetischen Spuren (DNA) im Laufe der Jahre die technischen Möglichkeiten und die wissenschaftlichen Erkenntnisse weiterentwickelt haben, erhofften sich die Kripobeamten insbesondere durch deren Auswertung neue Ermittlungsansätze.

Neue Ermittlungsansätze durch vollständiges DNA-Muster

Spurensicherungsexperten der Kripo Coburg gelang es nach der Tat im Jahr 2006 neben zahlreichen anderen Mikrospuren, auch eine mit bloßem Auge nicht sichtbare Hautschuppe des Täters zu sichern. Bei den damaligen Untersuchungen im Rechtsmedizinischen Institut, konnte bereits die fragmentarische DNA des Täters extrahiert werden.

Bei der vor kurzem von den Kripobeamten veranlassten weiteren Untersuchung gelang es nun aufgrund neuer speziellerer Untersuchungsmethoden, das vollständige DNA-Muster des mutmaßlichen Mörders zu erhalten. Das vorliegende vollständige Muster erleichtert die Recherchen nach Übereinstimmungen in internationalen polizeilichen Datenbanken. Des Weiteren ist es mit der vorliegenden humanbiologischen Spur möglich, weitere Analysen durchzuführen und somit beispielsweise anhand der mitochondrialen DNA Verwandtschaftsverhältnissen zwischen dem Täter und anderen Personen festzustellen.

DNA-Probeentnahmen und Ermittlungen dauern an

Seit einigen Wochen stehen rund 80 der zur Tatzeit 16 bis 18-jährigen Männer im Fokus der Ermittler. Hierfür wird der aktuelle Aufenthaltsort der Personen ermittelt, die Personen vernommen und in diesem Zusammenhang eine Speichelprobe zur einmaligen DNA-Untersuchung und Abgleich mit der am Tatort gesicherten DNA-Spur entnommen. Ein Großteil der Personen wurde bereits angetroffen. Die Auswertung aller Spuren und der Abgleich mit der DNA des mutmaßlichen Täters beim Bayerischen Landeskriminalamt wie auch die weiteren Ermittlungen der EKO Kreisel und der Staatsanwaltschaft Coburg dauern an.

Wichtige Mithilfe der Bevölkerung

Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft halten es nach wie vor für denkbar, dass der Täter damals nicht von Beginn an die Tötung des Nobert Ottinger geplant hatte, sondern die Zielrichtung zunächst eine Raubhandlung war und die Situation am Tatort dann eskaliert ist. Dies müsste strafrechtlich anders als eine von vorneherein geplante Tötung gewertet werden.

Die EKO bittet die Bevölkerung auch weiterhin um Mithilfe. Die Belohnung für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters führen, beträgt 10.000 Euro. Sachdienliche Hinweise nehmen die Cold-Case-Ermittler der Kripo Coburg über das Hinweistelefon unter der Telefonnummer 09561/645 640 entgegen. Die Angaben können auch vertraulich behandelt werden. Des Weiteren besteht die Möglichkeit, Hinweise über diesesKontaktformular der Polizei zu geben.

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