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Kronach
Urteil

Rangelei zieht Geldstrafe nach sich

Ein kurzer Wortwechsel und ein Schlag ins Gesicht sowie ein Gerangel und ein Sturz, dies alles konnte einem Angeklagten aus dem nördlichen Landkreis gestern vom Kronacher Gericht nachgewiesen werden. Richter Markus Läger verurteilte den Mann deshalb zu einer Geldstrafe von 1400 Euro.
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Nach Auffassung des Gerichts spielte sich die Tat so ab, wie sie der Geschädigte, der auch als Nebenkläger auftrat, schilderte. Abends war es demnach auf einem Fußweg zu der Begegnung gekommen, die dann in eine Körperverletzung gemündet ist. Der 48-jährige Angeklagte hat am Geschädigten vorbei gewollt, weil dieser langsamer gelaufen ist. Obwohl genügend Platz zum Vorbeigehen gewesen wäre, hat der Angeklagte den jungen Mann zur Seite drücken wollen, was dieser sich nicht hat gefallen lassen. Der 48-Jährige hat ihm darauf mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Beim anschließenden Gerangel sind die beiden Männer einen kleinen Abhang hinunter in einen Bach gefallen.


Schwere Verletzungen


Bekannte des 24-jährigen Geschädigten waren ein Stück vorausgelaufen und haben sich nach ihrem Freund umgesehen.
Sofort ist der Bruder des Geschädigten zum Bach gelaufen, wo der Angeklagte noch immer auf den Geschädigten eingeschlagen hat. Da der 24-Jährige vorher frisch am Knie operiert worden war und sich durch den Sturz wieder schwere Verletzungen zugezogen hat, ist sofort der Notarzt gerufen worden. In Folge dieses Sturzes hat sich der 24-Jährige bereits drei Operationen unterziehen müssen, eine vierte steht noch bevor. Seinen Beruf als Zeitsoldat kann der junge Mann momentan nicht ausüben.

Der Angeklagte stellte den Tatverlauf anders dar. Er behauptete, die vier jungen Leute hätten ihm, seiner Frau und einem Bekannten den Weg verstellt. Aber weder die Aussage seiner Frau, die nur das Gerangel gesehen haben wollte, noch die des Bekannten, der eine sehr fragwürdige Version präsentierte, konnten seine Aussage bestätigen.


1840 Euro Strafe beantragt


/>Staatsanwältin Susanne Heppel sah die Anklage bestätigt. Der Schlag ins Gesicht habe stattgefunden, und der Angeklagte sei wegen Körperverletzung zu verurteilen. Sie beantragte eine Strafe von 80 Tagessätzen zu je 23 Euro, insgesamt also 1840 Euro. Zu Gunsten des Angeklagten sprach ihrer Ansicht nach seine Entschuldigung, allerdings schlugen die erheblichen Folgen für die Gesundheit des Geschädigten negativ zu Buche.

Verteidiger Thomas Leidner war der Auffassung, dass es keinen Schlag ins Gesicht gegeben hat und die Tatsache, dass sie gestolpert sind, nicht seinem Mandanten anzulasten ist, ebenso die schweren Verletzungen. "Ein Vorsatz meines Mandanten hat sich nicht bestätigt, es tut ihm auch leid, was dem Angeklagten passiert ist", sagte Leidner. Er beantragte einen Freispruch.

Ganz anders sah es der Anwalt des Nebenklägers, Frank Jungkunz. Er hielt die Angaben seines Mandanten für bestätigt und die Aussage des Angeklagten für nicht glaubhaft. Er schloss sich dem Antrag der Staatsanwaltschaft an, da die Körperverletzung erwiesen sei. In seinem Schluswort entschuldigte sich der Angeklagte noch beim 24-Jährigen.

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