Kronach
Enttäuschung

Ralf Pohl zieht nicht in den Landtag ein

Am Montagabend hatte auch für SPD-Kandidat Ralf Pohl das Warten ein Ende. Er wird für den Stimmkreis Kronach-Lichtenfels nicht in den Landtag einziehen. Seine politischen Tätigkeiten will er deswegen aber nicht "wegwerfen".
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Ralf Pohl am Sonntagabend Foto: Corinna Igler
Ralf Pohl am Sonntagabend Foto: Corinna Igler
Einen Tag nach der Landtagswahl ist Ralf Pohl zwiegespalten. "Mit den Ergebnissen kann man leben. Es waren ja auch einige positive dabei", sagt er angesprochen darauf, dass er als Neuling immerhin mit dem Ergebnis seiner Vorgängerin und langjährigen SPD-Abgeordneten Christa Steiger mithalten konnte. 24,17 Prozent der Stimmen hat er im Stimmkreis Kronach-Lichtenfels geholt, vor fünf Jahren erreichte die SPD mit Christa Steiger eine ähnliche Zahl: 24,09.

Trotzdem kann Pohl nicht in Jubelstürme ausbrechen. Denn auch am Montag war lange Zeit nicht klar, ob er in den Landtag einziehen darf oder nicht. "Ich denke ehrlich gesagt nicht, dass ich reinkomme", sagte Pohl gegen Mittag, und am Abend zeichnete sich das dann auch tatsächlich so ab.



Pohl liegt auf Platz vier

Auf der Homepage des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung sind um 17.30 Uhr alle Ergebnisse aus dem Wahlkreis Oberfranken da gewesen - bis auf die aus Bamberg-Stadt und Coburg. Pohl liegt auf Platz vier.

Aber er macht sich nichts vor: "Es fehlen ja noch die Ergebnisse aus Coburg. Und danach sieht das bei Susann Biedefeld ganz anders aus." Um 17.30 waren bei ihr bislang nur die Zweitstimmen von 11.930 vermerkt. Ralf Pohl kam zu diesem Zeitpunkt mit 17.987 Stimmen auf Platz vier der Oberfrankenliste der SPD - hinter Inge Aures (Kulmbach), Christoph Rabenstein (Bayreuth) und Klaus Adelt (Hof). Die Zweitstimmen aus Pohls Stimmkreis Kronach-Lichtenfels waren zu diesem Zeitpunkt allerdings schon da, im Gegensatz zu denen aus Biedefelds Stimmkreis Coburg.


Aufholen ist unwahrscheinlich

Und dort hat sie insgesamt 32.878 Stimmen für sich verbucht, 15.884 davon an Zweitstimmen. Damit liegt Biedefeld wohl tatsächlich vor Pohl, denn dass dieser über die Zweitstimmen aus Bamberg-Stadt und Coburg so viel an Stimmen aufholt, ist unwahrscheinlich.

Pohl hat die Ergebnisse am Montag von zu Hause aus verfolgt. Nebenbei, schließlich musste er wieder arbeiten.
Auch wenn Pohl schon am Sonntagabend - als festgestanden hat, dass bei 20,5 Prozent für die Bayern-SPD wohl nur vier Landtagssitze auf die oberfränkische SPD entfallen - geahnt hat, dass er nicht in den Landtag einziehen wird, war die Enttäuschung in seiner Stimme gestern nicht zu überhören.


Pohl will sich nicht unterkriegen lassen

"Uns fehlt der fünfte Sitz", sagt er. Denn sein SPD-Kollege aus dem Stimmkreis Hof hat "ein sehr gutes Ergebnis erzielt, das ihn sicher in den Landtag bringen wird". Die anderen drei Kandidaten, die auf der Oberfrankenliste der SPD noch vor ihm platziert waren - Inge Aures, Christoph Rabenstein und Susann Biedefeld - waren bereits im Landtag, sind daher schon bekannt.

"Ich habe viel Kraft und Arbeit in den Wahlkampf gesteckt. Da fragt man sich schon, was man noch hätte machen können. Ich weiß es nicht", sagt Pohl. Dennoch will er sich davon nicht unterkriegen lassen - wie gesagt, die Ergebnisse im Stimmkreis selbst waren ja nicht schlecht. "Ich stecke so weit in der Kommunalpolitik drin und mir ist das so wichtig, dass ich deshalb nicht alles wegwerfen will", erklärt er.
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