Kronach
Landtagswahl

Ralf Pohl zieht nicht in den Landtag ein - ein Kommentar

SPD-Kandidat Ralf Pohl trat im Stimmkreis Kronach-Lichtenfels an und scheiterte knapp bei den Zweitstimmen. In ihrem Kommentar sucht Corinna Igler nach den Gründen. Hat ein Hofer CSU-Abgeordneter damit zu tun?
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Ralf Pohl bei der Podiumsdiskussion in Kronach am 12. September Foto: Matthias Hoch
Ralf Pohl bei der Podiumsdiskussion in Kronach am 12. September Foto: Matthias Hoch
Es hat schon einen etwas bitteren Beigeschmack. Ausgerechnet der Fehler eines CSU-Mannes hat SPD-Kandidat Ralf Pohl vielleicht den Einzug in den Landtag gekostet. Zumindest aber Stimmen.

Alexander König, CSU-Abgeordneter aus dem Stimmkreis Hof, war vor Kurzem in die Schlagzeilen geraten, weil er sich eine mehr als 6000 Euro teure Kamera angeschafft hatte - auf Staatskosten. Zwar hat er das Geld dann zurückgezahlt, angeblich aus freien Stücken. Letzteres wirkte aber gerade deshalb unglaubwürdig, weil er auch in der Verwandtenaffäre ins Visier geraten war, er nämlich seine Frau als Mitarbeiterin beschäftigt hatte. All das hat König in seinem Stimmkreis Stimmen gekostet - und zwar fast sieben Prozent.

Hofer Parteikollege lag vorne

Die SPD hat im gleichen Stimmkreis hingegen zehn Prozent gegenüber 2008 zugelegt.
Der dortige SPD-Kandidat Klaus Adelt ist - übrigens neben König - mit 33,6 Prozent also für den Landtag gesetzt. Womöglich hätte das Ergebnis anders ausgesehen, wäre der CSU-Mann nicht negativ in die Schlagzeilen geraten. Dann hätte König wohl mehr, Adelt weniger Stimmen für sich verbuchen können - und Pohl wäre möglicherweise auf der oberfränkischen Liste der SPD an seinem Hofer Parteikollegen vorbeigezogen und hätte es auf Platz vier noch in den Landtag geschafft.

So badet ein SPD-Mann wohl die Fehler eines CSUlers aus. Die Betonung liegt aber auf dem Wörtchen wohl. Was tatsächlich passiert wäre, hätte es diese Negativ-Schlagzeilen um König nicht gegeben, darüber kann man nur spekulieren. Und Spekulationen sind nicht Pohls Art. "Das ist Kaffeesatz-Leserei", sagte er am Sonntagabend, als er mit Parteikollegen auf die Ergebnisse wartete. Und ändern tut's auch nichts mehr.

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