Kronach
Infrastruktur

Radwegekonzept im Kreis Kronach rollt voran

Der Landkreis Kronach soll fahrradfreundlicher werden. Am Montag wurden das bestehende Radwegenetz und anstehende Projekte vorgestellt.
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Der komplette Landkreis Kronach wurde in das Radwegekonzept aufgenommen. Wege und Schilderstandorte sind digital erfasst. Friso Gentsch/dpa
Der komplette Landkreis Kronach wurde in das Radwegekonzept aufgenommen. Wege und Schilderstandorte sind digital erfasst. Friso Gentsch/dpa

Auf dem Rad die Region erkunden - mit dem Radwegekonzept des Landkreises soll das künftig noch einfacher gehen. Angelika Kempf, die das Radwegekonzept für den Landkreis mit erarbeitet hat, gab am Montag im Ausschuss für Kreisentwicklung und Verkehr einen Überblick über das Projekt.

Außerdem informierte sie über anstehende Landkreismaßnahmen für den Radwegebau. Jens Laußmann vom Staatlichen Bauamt gab einen Überblick über Maßnahmen für den Radwegebau, für die das Staatliche Bauamt zuständig ist.

Seit 1997 gibt es bereits Radwege im Kreis Kronach, berichtet Kempf. Die wurden durch kleine gelbe Wegweiser gekennzeichnet. "Aber es gab kein zusammenhängendes Radwegenetz für den Landkreis", so Kempf. 2010 fiel dann der Startschuss für ein neues Radwegekonzept, das in Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberfranken erarbeitet wurde. Initiiert wurde das Projekt durch Heinrich Gehring, ehemaliger Regierungsdirektor.

Keine Wald- und Wiesenwege

Der ganze Landkreis wurde in das Konzept aufgenommen, Wege und Schilderstandorte digital erfasst. Das Radwegenetz bestehe nicht nur aus Radwegen, sondern auch aus Landstraßen oder Gemeindeverbindungsstraßen.

Man habe sich bewusst dagegen entschieden, Radler über Wald- und Wiesenwege zu lotsen. "90 Prozent des Radwegenetzes verlaufen auf asphaltierten Straßen und Radwegen", sagte Kempf. Der Landkreis brauche sich nicht zu verstecken. Das Radwegenetz sei gut ausgeschildert.

Im Konzept habe man alle Wünsche der Bürgermeister aus den Gemeinden und Forderungen der Interessenvertreter aufgenommen, so Kempf. Auch jene, für die es zunächst keine Fördermöglichkeiten gebe. "Wir werden alles prüfen. Es gibt aber Fälle, wo es nie einen Radweg geben wird", sagte sie. So sei beispielsweise der Grunderwerb oft ein Problem.

E-Bikes als Chance für die Region

Weil immer mehr Radler auf elektrische Fahrräder umsteigen, würden auch immer mehr Radwege erkundet. Selbst solche, die sonst wegen ihrer Schwierigkeit nicht in der Gunst der Fahrradfahrer stehen. "Das Konzept trifft genau den Zeitgeist", sagte der Tettauer Bürgermeister Peter Ebertsch (BfT). Durch die E-Bikes gebe es mittlerweile viele Radfahrer, die auch den Rennsteig erkunden.

Dem schloss sich auch der Wallenfelser Bürgermeister an: "E-Bikes sind eine riesen Chance, damit neue Strecken erschlossen werden", sagte Jens Korn (CSU). Er frage sich jedoch, ob E-Bike-Fahrer wegen ihrer Geschwindigkeit auf schmalen Radwegen ein Sicherheitsrisiko seien und man deshalb die Radwege breiter bauen sollte. Grundsätzlich seien die Radwege 2,50 Meter breit, erklärte Jens Laußmann. Es gebe jedoch bereits Schnellradwege. Kempf fügte hinzu: "Das wird kommen, das müssen wir erarbeiten."

Fernradwege nicht vergessen

Positive Reaktionen über das Radwegekonzept kamen auch von Michael Kestel, Vorsitzender des ADFC-Kreisverbandes Kronach. "Ich bin sehr froh, dass es ein Gesamtkonzept für den Landkreis gibt", sagte Kestel. Durch anstehende Baumaßnahmen dürften die drei großen Fernradwege aber nicht vernachlässigt werden.

Außerdem kritisierte er, dass es in der Stadt Kronach kein richtiges Radwegekonzept gebe. Wer sich nicht auskenne, finde mit dem Rad nur schwer zur Festung oder zum Rathaus.

Landrat Klaus Löffler (CSU) betonte, dass man die Maßnahmen nach und nach umsetzen müsse. "Wir müssen aufpassen, dass wir alles finanzieren können", sagte Löffler. Um alle Fördermöglichkeiten auszuschöpfen, müsse in manchen Fällen die Kommune als Antragsteller auftreten und nicht der Landkreis. Nur so könne man alle Fördermöglichkeiten ermitteln.

Am 20. Oktober hält der Kreistag eine interne Klausurtagung ab. Dann soll auch das Radwegekonzept im Mittelpunkt stehen.

Beschilderung des Radwegenetzes im Landkreis Kronach seit 1996 anhand ausgewählter Eckpunkte

1996 bis 1998 Neubeschilderung von 15 Radwanderwegen. Teilweise waren sehr schwere befahrbare Touren ausgeschildert. Ein zusammenhängendes Radwegenetz fehlte.

2000 Etablierung und Beschilderung von drei MTB-Touren.

2001 Landkreis verpflichtet sich zu Ausschilderung, Unterhalt

und Verkehrssicherung.

2001 bis 2003 Oberfranken Offensiv - neue Mehrtagestouren - Ausschilderung im Landkreis.

2009 bis 2010 Erstellung eines neuen Radwegekonzeptes in Zusammenarbeit mit der Regierung von Oberfranken

2010 Neubeschilderung aller Radwege des neuen Konzeptes im Bereich der Staats- und Bundesstraßen. Kostenübernahme durch das staatliche Bauamt Bamberg. Schilderstellung in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt Kronach. Digitalisierung der Wege und Schilderstandorte.

2011 bis 2013 Demontage aller alten Radwegeschilder durch den Bauhof des Landkreises. Auflösung der Radtouren 1-15

2011 bis 2013 Neubeschilderung an Kreis-und Gemeindestraßen, sowie alle sonstigen Verbindungen des Radwegenetzes. Kostenübernahme durch den Landkreis Kronach. Digitalisierung der Wege und Schilderstandorte.

2012 Erstellung von zwölf Tourvorschlägen im Landkreis Kronach. Bereitstellung für den Tourismusverband sowie auf den Internetseiten des Landkreises.

2014 Planung der Wegführung in der Stadt Kronach - Einbindung in das Radwegenetz des Landkreises.

2017 Neubeschilderung der Oberfranken-Rundtouren im Landkreis Kronach. Kostenübernahme durch die Regierung von Oberfranken.

2018 Fertigstellung Radweg Windheim-Hirschfeld. Geplant: Neue Wegweisung Windheim-Hirschfeld- Förtschendorf. Geplant: Neue Ausweisung Radstrecke Alexanderhütte über Tropenhaus zum Rennsteig. Geplant: Neubeschilderung Euregio-Egrensis-Fernradweg Bereich Landkreis.

2018 Sachgebiet Kreisstraßen wird personell aufgestockt.

2018 Erstellung einer Maßnahmenliste für Radwege im Landkreis.

Quelle: Landratsamt Kronach fr



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