Steinbach am Wald
Gemeinderat

Querungshilfe in Steinbach wird "Chefsache"

Die Klasse 4 a der Mittelschule Windheim besuchte die Gemeinderatssitzung. Ihr Wunsch: Eine Fußgängerampel zur Querung der B 85 in Steinbach am Wald.
Artikel drucken Artikel einbetten
Leo gefällt es inmitten der Gemeinderäte. Zusammen mit seinen Klassenkameraden von der 4 a der Mittelschule Windheim besuchte er am Dienstag die Steinbacher Gemeinderatssitzung. Foto: Heike Schülein
Leo gefällt es inmitten der Gemeinderäte. Zusammen mit seinen Klassenkameraden von der 4 a der Mittelschule Windheim besuchte er am Dienstag die Steinbacher Gemeinderatssitzung. Foto: Heike Schülein

Volles Haus: Das Sitzungszimmer im Steinbacher Rathaus schien bei der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend aus allen Nähten zu platzen, fanden sich hierzu doch die komplette Klasse 4 a der Mittelschule Windheim mit Klassenleiterin Silke Müller sowie zahlreiche Mütter als Zuhörer ein. Schließlich wurde ein Antrag behandelt, den die Viertklässler selbst an das Gremium gestellt hatten.

Die vierten Klassen besuchen im Rahmen des Unterrichts alljährlich die Gemeinde. In der Folge hatten die Schüler im Heimat- und Sachunterricht (HSU) auch eine "Gemeinderatssitzung" nachgestellt und einen Antrag auf Errichtung einer Fußgängerampel zur Querung der B 85 in Steinbach am Wald an die Gemeinde gerichtet.

In der Tat bestehe, so ein vom "Ansturm" sichtlich beeindruckter Bürgermeister Thomas Löffler (CSU), entlang der Ludwigsstädter Straße ab Rathaus in Richtung Norden keine Querungshilfe. Fußgänger, die auf der Westseite der B 85 wohnten und zur östlich der B 85 gelegenen Grundschule beziehungsweise in den Gemeindeteil Bahnhof liefen, müssten die viel befahrene Bundesstraße queren. "Hier sind vor allem Schulkinder und ältere Menschen besonderen Gefahren ausgesetzt", bestätigte er.

Für die Anordnung einer solchen Lichtsignalanlage sei die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt Kronach zuständig. Beteiligt werden die Polizeiinspektion Ludwigsstadt und der Straßenbaulastträger, hier das Staatliche Bauamt Bamberg, Servicestelle Kronach.

Über die Parteigrenzen hinweg gab es viel Lob für das Engagement der Jungen und Mädchen sowie ihrer Lehrerin - so auch von den Fraktionsvorsitzenden Peter Grüdl (SPD), Markus Löffler (CSU) und Josef Herrmann (FW). Zweite Bürgermeisterin Monika Barnickel (CSU) sprach von "Demokratieverständnis im besten Sinne". Markus Löffler betonte in seiner Funktion als Leiter der PI Ludwigsstadt, das die Genehmigungsbehörde das Landratsamt und nicht die Polizei sei. "Jede Maßnahme, die die Verkehrssicherheit verbessert - und das insbesondere für unsere Kinder als schwächste Verkehrsteilnehmer - begrüße ich sehr", bekundete er. Angesichts des anwesenden Personenkreises bleibe dem Bürgermeister gar nichts anderes übrig, als den Wunsch zur Chefsache zu erklären und sich hierfür starkzumachen, was der Rathauschef auch zusagte.

Herrmann verwies darauf, dass es schon einmal oberhalb vom Teich eine Querung gegeben habe, die später rückgebaut worden sei. Dies bestätigte Sachgebietsleiter Andreas Vetter. Die Querungshilfe habe man 2009 im Zuge des Ausbaus der B 85 rückgebaut, da aufgrund des angelegten Geh- und Radwegs für diese kein Platz mehr gewesen sei. Der Ausbau habe damals insbesondere auf eine Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit abgezielt.

Sicherheit ist wichtiger

Laut der Klassenleiterin hätten ihr die Schüler immer wieder erzählt, dass viele die vielbefahrene B 85 überquerten. "Die Idee, einen Brief an den Gemeinderat zu schreiben und darin die Gründe für unsere Forderung darzulegen, ging von den Kindern aus", würdigte sie. Diese ergriffen dann auch selbst das Wort: "Wir haben nachgespielt, dass wir 10 000 Euro zur Verfügung haben und entscheiden müssen, was wir damit machen - ob wir eine Ampel anschaffen oder ein Klettergerüst für die Windheimer Schule. Aber die Sicherheit ist wichtiger."

Bei so viel Gemeinsinn befürwortete die Gemeinde "natürlich" die beantragte Fußgängerampel. Der Antrag wird an die Straßenverkehrsbehörde im Landratsamt Kronach zur Entscheidung weitergeleitet.

Zuschuss für Kirchensanierung

Mit großem Interesse verfolgten die jungen Besucher die Gemeinderatssitzung bis zum Schluss. Dabei erlebten sie auch den nächsten einstimmigen Beschluss - nämlich die Bewilligung eines Zuschusses in Höhe von zehn Prozent an die katholische Kirchenstiftung St. Nikolaus Windheim für die heuer erfolgende Innen- und Außensanierung der Pfarrkirche St. Nikolaus.

Vom Erzbischöflichen Ordinariat Bamberg wurde, so geschäftsleitender Beamter Thomas Kotschenreuther, bereits die stiftungsaufsichtliche Genehmigung mit der damit verbundenen Zuschuss-Zusage von 709 000 Euro erteilt. Die Gesamtkosten sind von den Müller Architekten Kronach mit 1 090 000 Euro veranschlagt. Hiervon müssen die Kosten der Außenanlage von 150 000 Euro und die hierauf entfallenden anteiligen Baunebenkosten von 42 000 Euro abgezogen werden, da diese nicht zuwendungsfähig sind. Auf die zuwendungsfähigen Kosten von 898 000 Euro wurde ein Gemeindezuschuss von maximal 89 800 Euro bewilligt. Die Auszahlung erfolgt in den Haushaltsjahren 2019 bis 2021 zu je einem Drittel in Höhe von 30 000 Euro. Entsprechende Ansätze sind im Haushalt 2019 und im Finanzplan 2020 und 2021 veranschlagt. Stefanie Neubauer (CSU) erkundigte sich nach den Einzelmaßnahmen. Hierzu zählen eine Putz-Erneuerung, der Rückbau der Empore, der Ersatz des die neue Empore vom Kirchenschiff trennenden Geländers durch ein Glasgeländer, technische Überholungen sowie die Schaffung von Stellplätzen für Rollstuhlfahrer bei einem Seitengang.

Dorfhaus soll zur Kirchweih fertig sein

Beim neuen Dorfhaus in Kehlbach und bei der neuen Dorfscheune in Windheim sind die bauausführenden Firmen beauftragt. Beide Gebäude sollen bis zu den jeweiligen Kirchweihfesten in diesem Jahr genutzt werden können. Die Arbeiten in Windheim starten am 1. April. Für Kehlbach erfolgten die wenigen noch ausstehenden Auftragsvergaben in der nichtöffentlichen Sitzung.

Die offizielle Eröffnung der Tourismus-Ausstellung im FTZ beziehungsweise Freigabe für die Bevölkerung ist am Mittwoch, 10 April. Gefeiert werden soll nach Abschluss aller Maßnahmen in einer Gesamt-Einweihungsfeier. Erfreulicherweise konnte man Fördergelder akquirieren und finanziell im Rahmen bleiben. Ende nächster Woche geht es weiter mit den Arbeiten an den Außenanlagen sowie für den Eingangsbereich und die Gastronomieterrasse, die bis Ostern abgeschlossen sein sollen.

Thomas Löffler (CSU) regte einige Maßnahmen an, die bei der Bauausschusssitzung am 9. April mit behandelt werden sollen. Peter Grüdl (SPD) gab das Bedauern einiger Bürger weiter, dass nunmehr beim Bahnhof in Steinbach - nach Übergang des Gebäudes in Privatbesitz - keine Toilettennutzung mehr möglich sei. Er regte an, die Schaffung eines öffentlichen WCs im Rahmen der Städtebauförderung mit einzubringen.

Der Bürgermeister sah dies skeptisch. Auch an anderen Bahnhöfen gebe es keine Toiletten; zudem seien welche im Zug vorhanden. Die Schaffung von Toiletten für die Bahn nebst Unterstellhalle und Übernahme des Unterhalts könne man diskutieren. "Aber hurra schreie ich nicht", verdeutlichte er.

Aus dem Gemeinderat

Schwimmbad Die Gemeinde wird sich auf Antrag von Drittem Bürgermeister Klaus Neubauer (SPD) mit dem neuen Schwimmbad im Freizeit- und Tourismuszentrum FTZ um den von der "Stiftung lebendige Stadt" ausgeschriebenen Stiftungspreis 2019 für das beste kommunale Schwimmbad bewerben. Dotiert ist dieser mit 15 000 Euro.

Baustelle In Buchbach geht es mit dem Wasserleitungs-Bau weiter. Seit 11. März und noch bis 28. Juni ist die Ortsdurchfahrt KC 9 in Buchbach in Richtung Kehlbach gesperrt. In zwei, drei Wochen folgen die Arbeiten für die Ortsverbindungsstraße Buchbach-Schauberg. Die Sperrung erfolgt hier bis voraussichtlich November 2019. Uwe Zipfel (FW) monierte den mangelnden Informationsfluss für die Anwohner. Die Frankenwaldgruppe (FWG) habe ihm keine Auskunft geben können. Der Baubeginn erfolge, so der Bürgermeister, witterungsbedingt. Behinderungen seien nicht zu vermeiden. Die Sperrung habe man in der Zeitung und auf der Stadt-Homepage bekannt gegeben. Laut Vetter sei die Information Aufgabe der FWG oder des Landratsamts. Über die Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Buchbach und Schauberg werde man rechtzeitig informieren.

Termine 2. April und 7. Mai, jeweils 19 Uhr: Gemeinderatssitzungen, 9. April, 18 Uhr: Bauausschusssitzung.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren