Kronach
Bauausschuss

Problemzone Kronacher Stadtgraben

An der Stellplatzfrage scheiterte ein Bauantrag für eine weitere Dachgeschosswohnung im Kronacher Stadtgraben.
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Diese grüne Oase eines Anwesens im Stadtgraben wollen die Mitglieder des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses unbedingt erhalten wissen und auch aus Verkehrssicherheitsgründen hier keine weiteren Parkplätze auf dem Grundstück zulassen. K.-H. Hofmann
Diese grüne Oase eines Anwesens im Stadtgraben wollen die Mitglieder des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses unbedingt erhalten wissen und auch aus Verkehrssicherheitsgründen hier keine weiteren Parkplätze auf dem Grundstück zulassen. K.-H. Hofmann

Kopfzerbrechen bereiteten dem Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusssitzung des Stadtrates Kronach mehrere Bauanträge. Die Stadt braucht dringend Wohnraum, aber ebenso dringend wohl auch Park- und Stellplätze. Dennoch musste man in einem vorliegenden Fall auf Errichtung von vier Stellplätzen in einem Anwesen im Stadtgraben eine Absage erteilen.

Von der Stadtverwaltung lag hierzu folgende Erklärung vor: Das Anwesen im Stadtgraben verfügt derzeit über drei Wohneinheiten. Es wird in Erwägung gezogen, eine zusätzliche Wohneinheit im Dachgeschoss zu schaffen. Abgesehen vom fiktiven Bestand von sechs Stellplätzen müsste ein weiterer Stellplatz geschaffen werden. Eine Schaffung von vier Stellplätzen, wie im Plan vorgesehen, ist aufgrund stark eingeschränkter Sicht- und Platzverhältnisse auf dem Grundstück sowie der geringen Wegbreite in der Realität nicht möglich.

Zaun und Grün müssten weg

Einer Reduzierung auf jeweils eine Stellfläche nördlich und südlich des Hauseingangsbereiches könnte nach Einschätzung der Verwaltung mit nachfolgenden Auflagen zugestimmt werden: Abbau des Zaunes, Beseitigung der Thujahecke auf der gesamten Länge, Beseitigung aller anderen sichtbeeinträchtigenden Pflanzen und baulichen Anlagen beziehungsweise Utensilien, Befahrung und Rangieren auf dem Stadtgrabenweg nur mit äußerster Vorsicht und Rücksichtnahme, keine Zu- oder Abfahrt über den südlichen Teil des Stadtgrabens Richtung Weka.

Energisch wandte sich Wolfgang Hümmer (CSU) gegen eine Zustimmung zu einer solchen Maßnahme. Es sei in unmittelbarer Nähe ein Kinderspielplatz, der Weg sei sehr eng und werde rege von Fußgängern, Radfahrern, Kindern und Senioren benutzt. Außerdem handle es sich um ein grünes Kleinod und Naherholungsgebiet mitten in der Stadt.

Dem schloss sich auch Angela Degen-Madaus (FL) an, die von einer grünen Oase in der Stadtmitte sprach. Hier müsse man Parkplätze in jeder Form ablehnen. Hans-Georg Simon (FW) sah dagegen die Verwirklichung von zwei Stellplätzen aufgrund der Gleichbehandlung angemessen. Die Verkehrssituation sei anderswo auch schwierig, da müsse man aufpassen und vorsichtig sein, das liege aber an jedem Nutzer selbst.

Gefährliche Stelle

Bernd Liebhardt (CSU) äußerte Verständnis für Stellplätze, aber auf gar keinen Fall an diesem Standort mit großem zusätzlichen Gefahrenpotenzial. Tino Vetter (FW) meinte auch, man müsse die Grünfläche erhalten. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein plädierte aus Gleichbehandlungsgründen für zwei Stellplätze, eine Verkehrsgefährdung sei immer und überall gegeben. Bernd Liebhardt meinte, man würde zusätzlich ordnungsrechtliche Probleme schaffen in dieser ohnehin schon verzwickten Lage, wo nur eine Zufahrt bis Hausnummer 7, 8 und 11 erlaubt ist.

Winfried Lebok sah keine Veranlassung, weitere Parkplätze zu schaffen.

Schließlich stimmte das Gremium mit 3:5 gegen die Errichtung von zwei Stellplätzen und lehnte somit den Antrag auf Schaffung von Stellplätzen ab.

Kein leichter Fall war auch ein Antrag auf Vorbescheid zur Errichtung eines Einfamilienwohnhauses mit Garage in der Alten Ludwigsstädter Straße. Stadtplaner Daniel Gerber gab zu bedenken, dass dieses Bauvorhaben aus städtebaulicher Sicht zu weit von der bestehenden Hofstelle (35 Meter Entfernung) geplant sei, und somit habe es zersiedelnden Charakter. Zur Wasserversorgung wäre die Installation eines Zählerschachtes notwendig. Die Entwässerung werde im Falle einer Grundstückteilung einen überlangen Hausanschluss notwendig machen.

Aus einem Schreiben des Architekturbüros ging hervor, dass ein Einfamilienhaus (Erdgeschoss und Dachgeschoss) geplant sei. Der Standort ergibt sich aus den erforderlichen Mindestabständen zu der bestehenden Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes. Hier sind in Richtung Osten beziehungsweise Südosten mindestens 25 Meter Abstand einzuhalten.

Ein Schreiben des Bayerischen Bauernverbandes über die Genehmigungsfähigkeit lag vor, da es sich um eine Baumaßnahme im Bereich des § 35 Baugesetzbuch, also um Außenbereich handelt. Das Grundstück ist erschlossen, da sich bereits Wohn- und Nutzungsgebäude auf dem Grundstück befinden.

Lücke soll begrünt werden

Die von Bernd Liebhardt (CSU) vorgebrachte Anregung, die entstehende Lücke mit Bäumen und Grün zu bepflanzen, fand allgemeine Zustimmung beim Gremium. Hans Simon (SPD) meinte es wäre widersinnig, das Haus näher an die Bahnlinie zu stellen. Angela Degen-Madaus (FL) fand die Idee einer Begrünung sehr gut.

Der Bürgermeister sah dadurch eine Möglichkeit, unter Berücksichtigung dieser Anregung auch einem Bauantrag zustimmen zu können. Das Gremium gab trotz der von Stadtplaner Daniel Gerber vorgebrachten Bedenken, das gemeindliche Einvernehmen unter Vorlage einer Begrünung im Bauplan.

Mit der Auflage, zur besseren Einfügung in das bauliche Umfeld an der Fassade einen Farb- oder Materialwechsel zwischen EG und OG einzuplanen, wurde einem Neubau eines Einfamilienwohnhauses und Doppelcarports mit Geräteraum im Ruppenweg das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

"Auf der Schütt" will ein Bauherr die bestehenden Kunststofffenster ohne Sprossen durch solche mit Sprossen erneuern. Die Stadt gab dazu eine Stellungnehme ab. Im Sinne der hohen Anforderungen an Material und Gestaltung im Ensemblebereich, insbesondere im Bereich der Oberen Stadt, lehnt die Stadt Kronach den umfangreichen Einbau von Kunststofffenstern ab.

Aus Sicht der Stadt Kronach sollten Holzfenster zur Ausführung kommen. Das Gremium legte Wert auf den Zusatz, die Thematik zur Beratung an das Amt für Denkmalpflege weiterzuleiten. Dabei solle auch eine Förderung geprüft werden.

Zum Freischießen freie Fahrt

Tino Vetter fragte unter Sonstiges nach dem Vorgehen bezüglich der Baustelle an der Bahnunterführung an der Nordbrücke während des Freischießens.

Der Bürgermeister konnte aus erster Hand berichten, es sei alles geregelt und vorgesehen, dass zum Freischießen diese Baustelle frei gemacht wird und es in Abstimmung mit der Bahn zu keinen Behinderungen kommen soll.

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