Steinberg
Fasching

Premiere für das Tanzmariechen

Die "Staaberche Fousanocht" freut sich über ihre erste Solo-Tänzerin Gina Wagner. Die Zwölfjährige hat mit ihrer Trainerin Tina Kastner ihren Auftritt für die beiden Büttenabende am letzten Faschings-Wochenende einstudiert.
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Gina Wagner ist das erste Solo-Tanzmariechen in der Geschichte der "Staaberche Fousanocht". Foto: Heike Schülein
Gina Wagner ist das erste Solo-Tanzmariechen in der Geschichte der "Staaberche Fousanocht". Foto: Heike Schülein
Mit Schwung streckt Gina ihr linkes Bein bis in Kopfhöhe und hält es mit der linken Hand fest. Schon geht es weiter mit den nächsten - synchron zum Takt der Musik abgestimmten - Schrittfolgen, bis das Tanzmariechen aus dem Stand in den Spagat rutscht. Keck, neckisch und mit einer tollen Ausstrahlung: Wenn Gina mit strahlenden Augen und einem Lächeln auf den Lippen in der Kronachtalhalle ihre Solo-Kür tanzt, merkt man ihr den Spaß am Tanzen deutlich an. 1,37 Minuten dauert ihr Tanz, an den sich eine - sicherlich vom Publikum stürmisch eingeforderte - Zugabe anschließen wird, die - ohne zu viel zu verraten - Gänsehaut-Potenzial hat.


Die Eltern stehen dahinter

"Noch bin ich nicht aufgeregt", strahlt Gina Wagner, die aus Eibenberg - genauer gesagt aus der Schäferei - kommt. Die Zwölfjährige tanzte bereits in der kleinen Garde mit.
Dabei wurde auch ihre Trainerin auf sie aufmerksam. "Ich merkte sofort, dass sie Taktgefühl hat und - ganz wichtig - mit Spaß dabei ist", erzählt Tina Kastner, die die kleine Garde trainiert und selbst in der Prinzengarde mittanzt - und das, obwohl sie gar nicht mehr im Landkreis wohnt.

Die Idee eines Solo-Tanzmariechens für die "Staaberche Fousanocht" stand - so Kastner - schon länger im Raum. Heuer wird sie nun Wirklichkeit. "Zunächst habe ich Ginas Eltern gefragt. Wenn die Eltern nicht dahinter stehen, hätte das keinen Sinn gemacht", weiß die Trainerin. Schließlich sei das Training mit einem erheblichen Zeitaufwand verbunden. Erst nach deren Zustimmung fragte sie die Hauptperson selbst. "Ich habe sofort ja gesagt, ohne zu zögern. Ich habe mich so gefreut", verrät Gina, die leidenschaftlich gerne tanzt. Ein Solo-Tanzmariechen zu sein und noch dazu die allererste in der Geschichte der "Staaberche Fousanocht": Das ist schon etwas ganz Besonderes.

Seit Ende August wird geprobt. Wie viel Zeit und Fleiß, wie viele Übungsstunden und natürlich auch Können dahinter stecken, könne sich ein Außenstehender gar nicht vorstellen, so Kastner, die die Musik auswählte und dazu passend die Choreographie entwarf. Dabei bezog sie auch Gina mit ein. Die Solo-Kür und auch die Zugabe sitzen. Lediglich an ein paar Kleinigkeiten wird noch gefeilt. "Beide Tänze gefallen mir richtig gut, auch weil sie so komplett unterschiedlich sind", strahlt Gina. Sie sei sich schon bewusst, dass es etwas anderes sei, alleine auf einer Bühne zu stehen als in einer Garde zu tanzen. Aber gerade das sei ja auch die Herausforderung.


Bis zu viermal Training pro Woche

Trainiert wurde anfangs zweimal die Woche, jetzt zum Schlussspurt drei- bis viermal wöchentlich - immer eineinhalb Stunden, davon gehen alleine 20 Minuten für Aufwärm- und Dehnübungen weg. Hinzu kam, dass Gina den kompletten Monat Dezember wegen einer Zerrung pausieren musste. Umso mehr sei ihre Leistung anzuerkennen. "Ich bin sehr stolz auf Gina. Von Training zu Training ist eine Steigerung zu erkennen. Es ist kaum zu glauben, was sie alles gelernt hat. Vieles von dem, was sie jetzt locker beherrscht, konnte sie am Anfang noch gar nicht. Das ist so schön mitzuerleben, wenn sie wieder etwas Neues gelernt hat", freut sich ihre Trainerin - ebenso wie Ginas Mutter, die bei jeder Probe dabei ist. Dafür hat sie in den letzten Monaten auch einiges an Autofahrten und Zeitaufwand auf sich genommen hat, zumal auch ihre jüngere Tochter Eva in der kleinen Garde tanzt. Ginas Vater gehört seit Jahren zum Stamminventar der "Staaberche Fousanocht", bei der er für die Technik verantwortlich ist.

Den Schnitt des Kostüms suchte die Trainerin aus, die Farbe durfte Gina selbst bestimmen - alles außer blau und lila, weil diese Farben ja die beiden Garden der "Staaberche Fousanocht" tragen und sich Gina von diesen abheben sollte. Sie entschied sich schließlich für ein leuchtendes Pink, das sich sehr gut auf der Bühne in der Kronachtalhalle machen wird.

Bammel vor ihrem Auftritt hat Gina nicht. "Ich freue mich riesig darauf", sagt die Realschülerin, die außer Tanzen noch viele weitere Hobbies hat. So ist sie unter anderem Ministrantin in der Pfarrei St. Pankratius Steinberg und sie spielt Tischtennis beim TSV Steinberg.


"Noch Luft nach oben"

Wie sie das alles schafft? "Mir macht das halt alles Spaß", lacht Gina, deren erster Auftritt als Solo-Tanzmariechen nicht ihr letzter bleiben soll. Sie will unbedingt weitermachen - sehr zur Freude ihrer Trainerin, die sich sicher zeigt: "Bei Gina geht noch mehr, zumal wir ja dann heuer viel früher mit dem Proben beginnen können. Da ist noch Luft nach oben."

Büttensitzungen

Wer bei Ginas Premiere live dabei sein möchte, hat an den beiden Abenden am Freitag, 5., und Samstag, 6. Februar, in der Kronachtalhalle hierzu Gelegenheit. Beginn ist jeweils um 19 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Karten gibt es nach wie vor an der Blumentheke in der Rewe in Steinberg. Der Preis pro Karte beträgt zehn Euro (Barzahlung).


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