Kronach
Projektwoche

Prävention ist der beste Schutz vor Aids

Auf großen Zuspruch stieß die "Sex und Aids"-Projektwoche im "Struwwel. Sie klärt Achtklässler spielerisch über sexuell übertragbare Infektionen auf.
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Hedwig Krutsch erläuterte den Achtklässlern verschiedene sexuell übertragbare Infektionen und wie man sich davor schützen kann.Heike Schülein
Hedwig Krutsch erläuterte den Achtklässlern verschiedene sexuell übertragbare Infektionen und wie man sich davor schützen kann.Heike Schülein
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Hedwig Krutsch steht vor einem Billard-Tisch im Jugend- und Kulturtreff "Struwwelpeter". Vor ihr auf der grünen Spielfläche liegen verschiedene, putzig anzuschauende Plüschtiere in den unterschiedlichsten Farben. Doch die flauschigen Gesellen sind keineswegs so harmlos wie es den Anschein hat; verheißen ihre Namen doch nichts Gutes: Filzläuse, Hepatitis A, B oder C, Herpes, HIV, Aids oder Syphilis, allesamt sexuell übertragbare Infektionen (STI).

"STI", erklärt die Mitarbeiterin der Präventionsfachstelle am Landratsamt Kronach den Achtklässlern der Mittelschule Küps, "sind Infektionskrankheiten wie andere auch." Genauso wie mit einer Grippe oder Schnupfen könne sich auch jeder mit Bakterien, Viren oder Parasiten anstecken, die eine STI hervorriefen. Beim Sex würden diese Erreger zum Teil sehr leicht übertragen. Einige der mehr 30 verschiedenen STI seien unangenehm, jedoch weitgehend harmlos. Andere hingegen könnten sogar lebensbedrohlich sein. Bei frühzeitiger Erkennung ließen sie sich in der Regel aber gut behandeln; wenngleich auch - noch - nicht alle komplett heilbar seien.

Die "Sex und Aids"-Projektwoche findet in Kronach alljährlich rund um den Welt-Aids-Tag im Dezember statt. Die Initiatoren sind der "Struwwel", wo auch heuer wieder das Präventionsprojekt abgehalten wurde, die Schwangerenberatung, die Präventionsfachstelle am Landratsamt Kronach sowie das Jugendamt der Erzdiözese Bamberg. Das bereits seit rund 20 Jahren bestehende Kooperationsprojekt ermöglicht den achten Jahrgangsstufen verschiedener Schularten, sich aktiv mit dem Thema HIV/Aids, der eigenen Sexualität, Verhütungs- und Schutzmöglichkeiten sowie den Risiken von sexuell übertragbaren Krankheiten auseinander zu setzen und dabei Antworten auf ansonsten vielleicht nicht gestellte Fragen zu erhalten.

Kondome richtig anwenden

Das Angebot gliedert sich in vier Module. In einem Kurzfilm werden zunächst Fragen der Sexualität, der Verhütung und damit verbundene Risiken bei ungeschütztem Verkehr thematisiert.

Anschließend erhalten die in kleinen Gruppen - getrennt nach Jungen und Mädchen aufgeteilten - Schülerinnen und Schüler an verschiedenen Stationen Informationen zu HIV/Aids sowie weitere sexuell übertragbare Krankheiten. Gemeinsam wird über Liebe, Freundschaft und Sexualität gesprochen, wobei ihnen unterschiedliche Verhütungsmethoden vorgestellt werden und sie den richtigen Umgang mit Kondomen kennenlernen.

Die Nachfrage ist ungebrochen hoch - so hoch, dass man die Präventionswoche heuer um nochmals einen Tag auf nunmehr sieben Schultage verlängerte. "Wir hätten noch mehr Veranstaltungen anbieten können, weil das Interesse so groß war", freut sich die pädagogische Mitarbeiterin im "Struwwel", Kristina Fritz. Ein großes, wichtiges Thema seien sexuell übertragbare Infektionen (STI), die nunmehr einen besonderen Schwerpunkt der Präventionswoche bildeten. Beispielsweise vor Aids könne man sich sehr gut schützen - wenn man wisse, wie. Deshalb sei Aufklärung nach wie vor immens wichtig.

Ziel der Projektwoche sei es, den jungen Leuten spielerisch die Thematiken näherzubringen, biologische Grundlagen zu vermitteln und Schutzmöglichkeiten aufzuzeigen.

Das Angebot wendet sich an die achten Klassen, da in diesem Alter Liebe und Sexualität anfingen, eine Rolle zu spielen. Das Alter, in dem die Jugendlichen in die Pubertät kämen, verlagere sich immer mehr nach vorn.

Das bestätigen auch die Lehrerin Verena Koch sowie die Jugendsozialarbeiterin Yvonne Fleck-Hoderlein der Mittelschule Küps, die die Schülerinnen und Schüler begleiteten.

"Ich finde eine solche Präventionswoche wahnsinnig wichtig - gerade in diesem Alter, weil die Reife immer früher gegeben ist", zeigt sich Koch sicher. Während für einige der Achtklässler das Thema bereits präsent sei und sie sich dafür interessierten, sei dieses für andere noch relativ weit weg. Mit der Thematik habe man sich bereits im Vorfeld im Unterricht auseinandergesetzt. Die Jungen und Mädchen hätten auch Fragen gesammelt, die sie an dem Tag stellen wollten.

An neutralem Ort

"Die Beziehungspunkte sind da - gerade auch durch die neuen Medien", schließt sich ihr die Jugendsozialarbeiterin an. Dabei sei es etwas anderes, ob die Infos vom Lehrer kämen oder von außen von einer "neutralen" Person. Auch, dass die Woche an einem neutralen Ort und nicht in der Schule abgehalten wird, findet sie sinnvoll. Losgelöst von der Unterrichtsform fühlten sich die Jugendlichen freier und gäben sich lockerer und offener.

Die jungen Leute nahmen dann auch, wie sie bekundeten, viel von der Projektwoche mit. Diese sei sehr informativ und interessant gestaltet. Gewürdigt wurde die lockere Atmosphäre und dass der Spaß nicht zu kurz komme.

"Es war eine gute Mischung aus Information und Spielerischem", so der allgemeine Tenor. Verantwortlich in diesem Jahr für die Durchführung zeichneten der "Struwwelpeter" mit seinem Leiter Samuel Rauch und Kristina Fritz, die Schwangerenberatung mit Angela Stobrawe und Christine Wich, die Präventionsstelle mit Nadine Förtsch und Hedwig Krutsch sowie Bildungsreferent Andy Fischer vom EJA.

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