Laden...
Weißenbrunn
Stichwahl

Bohl und Neubauer gehen in Weißenbrunn in die zweite Runde

In Weißenbrunn ist noch kein neuer Bürgermeister gefunden. Ein Favorit zeichnete sich am Sonntag jedoch ab.
Artikel drucken Artikel einbetten
Die Weißenbrunner müssen in zwei Wochen erneut an die Wahlurne. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Die Weißenbrunner müssen in zwei Wochen erneut an die Wahlurne. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa
+2 Bilder

Aus Drei mach Zwei. Das ist das Ergebnis der Bürgermeisterwahl am Sonntag in Weißenbrunn. Nur wenige Stimmen fehlten, um direkt zu einer Entscheidung zu kommen. So werden Jörg Neubauer (SPD) und Michael Bohl (CSU) am 29. März jedoch wegen 0,34 Prozent noch einmal die Klingen kreuzen.

Stichwahl steht bevor

Auf 49,67 Prozent der Stimmen brachte es SPD-Kandidat Jörg Neubauer. Damit ließ er seine beiden Mitbewerber Michael Bohl (CSU/28,96) und Michael Gödel (FW/21,36) mit jeweils über 20 Prozent Abstand hinter sich.

Dass es trotz dieses guten Resultats nicht reichte, gleich im ersten Wahlgang Nägel mit Köpfen zu machen und den Weißenbrunnern eine Stichwahl zu ersparen, ärgerte Neubauer ein wenig. "Ich bin Optimist, aber ich hatte damit gerechnet, dass es knapp wird. Da haben aber vielleicht nur vier oder fünf Stimmen gefehlt", spekulierte er kurz nach dem Bekanntwerden des Wahlergebnisses. Gerade deshalb bedauerte er, dass nicht mehr Bürger zur Wahl gegangen waren. "Wir waren sehr bemüht, die Menschen zu erreichen", stellte er fest.

In der Favoritenrolle

Seinen Optimismus nimmt er auch in die Stichwahl mit: "Ich bin ein bescheidener Mensch, aber ich denke schon, dass ich jetzt der Favorit bin." Schließlich müsse nur eine Handvoll der aktuellen FW-Wähler oder Nichtwähler auf seine Seite schwenken, um den Erfolg einzufahren. "Deshalb greifen wir jetzt noch einmal an", gibt er sich energisch. "Ich habe einen guten Vorsprung - und den möchte ich als Sportler auch verteidigen."

Nicht wegen des Gangs in die Stichwahl, sondern wegen des eigenen Ergebnisses ist Michael Bohl enttäuscht. Er ist überzeugt davon, mit seinem Team einen guten Wahlkampf abgeliefert zu haben. Doch Themen wie Erfahrung, Wissen, Ideen oder Einblicke in die Wirtschaft seien vom Wähler einfach nicht so gewürdigt worden, wie er es sich erhofft habe. "Das zählte einfach nicht", stellte er fest.

Kampflos will er die Stichwahl trotz des großen Rückstands nicht abgeben. "Wir werden schon noch einiges aufholen", meinte er, aber nicht ohne bei dieser Gelegenheit auf ein Problem hinzuweisen, auf das er keinen Einfluss habe - Corona. Das Virus verhindere, jetzt noch einmal groß in den Wahlkampf einzusteigen. "Was wollen wir da noch machen, um die Leute zu erreichen?"

Blick geht nach vorn

Michael Gödel war nach seinem Antreten zur Wahl überzeugt davon, dass es eine Stichwahl geben wird. Dass er selbst nicht bei diesem zweiten Urnengang zu Wahl stehen wird, findet er hingegen "etwas enttäuschend".

Ansonsten blickt er verhältnismäßig gelassen auf die Wahl zurück, die für ihn nicht das Ende der Fahnenstange bedeutet. "Jetzt schauen wir, wie es in den nächsten sechs Jahren läuft, dann greifen wir wieder an", gibt er frühzeitig eine Kampfansage ab.

Und was sagt er zu seinem eigenen Abschneiden bei dieser Wahl? Weil er aus beruflichen Grünen jahrelang nicht vor Ort gewesen sei, habe er natürlich nicht die besten Startbedingungen gehabt. Allerdings habe sein Team einen intensiven Wahlkampf betrieben und sich so gut herangearbeitet.