Kronach
Großprojekt

Phase eins soll im April enden

Der Abriss des früheren Hagebaumarkts nähert sich dem Ende. Der Startschuss für den Bau der Hochschule für den öffentlichen Dienst in Kronach soll im März 2020 fallen.
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Der Abriss des früheren Hagebaumarkts soll in wenigen Monaten abgeschlossen sein. Foto: Marian Hamacher
Der Abriss des früheren Hagebaumarkts soll in wenigen Monaten abgeschlossen sein. Foto: Marian Hamacher

Auf acht Jahre ist das Projekt "Hochschule für den öffentlichen" Dienst angelegt. Zu Beginn des vierten Jahres ist die erste der beiden Bauphasen auf einem guten Weg. Der frühere Hagebaumarkt macht Platz für das Großprojekt.

"Der Abriss sollte im April abgeschlossen sein", erklärte Jürgen König, Leiternder Baudirektor des Staatlichen Bauamtes Bamberg, am Montagabend dem Kronacher Stadtrat. Rund ein Jahr später wird der Neubau Formen annehmen. Bis zum Frühsommer des Jahres 2023 soll die 70-Millionen-Euro-Investition dann stehen.

Elf Lehrsäle, 208 Wohneinheiten, 112 Parkplätze im Deck (mit sechs E-Ladestationen), komplett barrierefrei zugänglich - König machte deutlich, welchen Maßstab diese Schule für Kronach einnehmen wird. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) zeigte sich, wie auch die anderen Ratsmitglieder, sehr dankbar, dass die Kreisstadt eine solche Entwicklungs-Chance von der Staatsregierung erhalten hat. In der Diskussion wurden allerdings auch noch einige Anregungen eingebracht.

Schönheitskosmetik für den "Meilenstein"

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Markus Wich (CSU) sah in der Schule einen "Meilenstein für Kronach", er wünschte sich aber eine stärkere Einbindung des heimischen Rohstoffes Holz in die Gestaltung der Gebäude. König erklärte, dass diese Überlegung im Fassadenbereich einerseits wegen des Brandschutzes in einem Versammlungsraum schwierig zu realisieren sei. Andererseits "kommt man bei sieben Stockwerken mit Holz an seine Grenzen". Deshalb sieht die jetzige Konzeption eine Klinkerfassade vor. Bernd Liebhardt (CSU) regte an, zumindest im Außenbereich auf Holz zu setzen, Jonas Geissler (CSU) konnte sich einen wenigstens teilweisen Einsatz dieses Rohstoffs auch an der Fassade vorstellen.

Auf die sieben Stockwerke ging Stadtplaner Daniel Gerber ein. Er betonte, dass die Höhe des Wohnbereichs nicht negativ für das Stadtbild ausfallen dürfte. Einen Vergleich zog er zu den ähnlich wuchtigen Gebäuden des Kaspar-Zeuß-Gymnasiums oder der Baywa im unmittelbaren Umfeld.

Ralf Völkl (SPD) freute sich über die Durchgängigkeit des Geländes für Radfahrer und Fußgänger. Er regte aber auch an, Synergien zu suchen. Damit zielte er auf ein Zusammenspiel mit der zu sanierenden Berufsschule an. Ein Beispiel hierfür könnte eine aufeinander abgestimmte Beheizung sein.

Spannende Entwicklung

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König ging auf weitere Schwerpunkte der Planung ein. Das Parkhaus soll harmonisch eingebettet "hinter einem grünen Vorhang verschwinden". Auch wird an die zunehmende Zahl Alleinerziehender unter den Auszubildenden gedacht, indem Familienzimmer mit angelegt werden.

Der Verwaltungsleiter der Schule, Markus Wagner, ergänzte, dass Dozenten und Verwaltungspersonal bei der Teilverlagerung der Herrschinger Schule nach Kronach mit in die Kreisstadt kommen werden. Ob die Schule hier jedoch einen eigenen Leiter vor Ort bekommen wird, stehe zurzeit noch nicht fest.

Einstimmiger Beschluss

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Letztlich stimmte das Ratsgremium dem Bauantrag des Bauamtes einmütig zu. Im Beschluss wurde nur angeregt, den Rohstoff Holz stärker einzubinden. Liebhardt zeigte sich fest überzeugt, dass dieses Projekt dafür sorgen wird, dass Kronach - im positiven Sinne - in zehn, 15 Jahren nicht mehr so aussehen wird wie heute. Die Stadt stehe nun in der Pflicht, bei eigenen Vorhaben stets das große Ganze zu sehen und auch weiche Standortfaktoren anzupassen. Er jedenfalls freue sich "auf eine spannende Entwicklung."

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