Kronach
Sonderkonzert

"Peter und der Wolf" an der Orgel

Das diesjährige Kiwanis-Sonderkonzert in der Christuskirche richtete sich insbesondere an die Kinder. Mit "Peter und der Wolf" landeten Dekanatskantor Marius Popp an der Orgel und die Sprecherin Susanne Popp einen "tierisch guten" Volltreffer.
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Orgelmäuschen erproben sich an der Orgel. Foto: Heike Schülein
Orgelmäuschen erproben sich an der Orgel. Foto: Heike Schülein
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Schnurrende Kätzchen, watschelnde Enten, flatternde Vögel, ein garstiger Wolf und der mutige kleine Peter. Wer kennt sie nicht, die Abenteuer des kleinen Jungen, der zwar nicht auf seinen Großvater hört, dafür aber die Sprache der Tiere versteht. Das musikalische Märchen "Peter und der Wolf" zeigt, wie sich mit unterschiedlichen Instrumenten eine spannende Geschichte erzählen lässt. Dass dies auch mit einem einzigen Instrument gelingen kann, bewies am Montag Dekanatskantor an der Orgel der Christuskirche, während Susanne Popp der beliebten Komposition ihre Stimme lieh.

Im Original ist jedem Protagonisten - Peter, seinem Großvater und einer Hand voll Tieren - ein Instrument im Orchester zugeordnet. Die Orgel ist zwar das einzige Instrument, das ein ganzes Orchester imitieren kann. Ein Orchesterwerk alleine auf der "Königin der Instrumente" darzubieten, ist dennoch zweifellos eine große Herausforderung. Dank des Klangreichtums der romantischen Steinmeyer-Orgel sowie durch geschicktes Registrieren schaffte es Dekanatskantor Marius Popp dennoch scheinbar mühelos, alle Beteiligten lebendig werden zu lassen und dabei deren unterschiedlichen Charaktere darzustellen. Ein echtes Erlebnis für sein junges und junggebliebenes Publikum, das am Montag aufmerksam und mit großen Augen der ebenso spannenden wie lehrreichen musikalischen Erzählung folgte.

"Peter und der Wolf" trägt die typischen Züge eines Märchens. Im Mittelpunkt des Geschehens steht der kleine Peter, der mit seinem Großvater am Rande eines Waldes wohnt. Er versteht die Sprache der Katze, des Vogels und der Ente. Die Tiere sind seine Freunde. Der Großvater ermahnt Peter, immer die Gartentür zu schließen, falls der Wolf aus dem Wald komme. Eines Tages kommt der Wolf tatsächlich und stillt seinen Hunger, indem er die Ente frisst. Der mutige Peter lässt sich aber nicht einschüchtern und fängt mit List und der Hilfe des Vogels den Wolf. Zusammen mit den Jägern, dem Großvater, der Katze und dem Vogel bringt Peter den Wolf in den Zoo.

Die Menschen und Tiere des Märchens werden musikalisch durch Instrumente dargestellt und haben immer ein Leitthema. Geschrieben wurde "Peter und der Wolf" vom russischen Komponisten Sergej Prokofjew im Jahre 1936 im Auftrag des Moskauer Kindertheaters. Den Text hat er selber dazu verfasst. Sein Anliegen war es, die Zuhörer - also die Kinder - in die Welt der Orchestermusik einzuführen und sie so die Orchesterinstrumente kennen lernen zu lassen, etwas, das auch dem Dekanatskantor sehr am Herzen liegt.

Vor der Aufführung gab dieser seinem bei ihm auf der Empore sitzenden Publikum einen kindgerechten Einblick in die Funktionsweise und den Aufbau einer Orgel. Das riesige Musikinstrument, das aufgrund seiner Größe sowie unerschöpflichen Tonvolumens auch "Königin der Instrumente" genannt wird, besteht aus vielen verschiedenen Metall- und Holz-Pfeifen mit einer Vielzahl unterschiedlicher Klangfarben. Die sehr interessierten Kinder erfuhren, wie Luft in die rund 1800 Orgelpfeifen der Steinmeyer-Orgel kommt und wie man damit Musik machen kann.

Bei so viel erworbenem Fachwissen, konnte es dann endlich losgehen und die kleinen "Orgelmäuschen" kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus, was sich so alles in der Orgel verbirgt: Ein Vogel, eine Ente, eine Katze, ein Wolf, ein brummender Großvater, schießende Jäger und schließlich die Ohrwurm-Melodie des fröhlich pfeifenden Peter. Jedes Tier wurde gekonnt durch ein anderes Instrument in den ausdrucksvollsten Klangfarben dargestellt - von den zartesten Akkorden bis hin zu rasantesten Läufen. Susanne Popp trug dazwischen die Texte mit variationsreicher Stimme vor. Gemeinsam schafften sie es, die Jungen und Mädchen glänzend zu unterhalten und gleichzeitig für klassische Musik zu begeistern. Dementsprechend groß war der Applaus am Ende, bevor sich die Kinder - zu ihrer großen Begeisterung - selbst am Spieltisch an den Klaviaturen erproben konnten.



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