Neukenroth
Einsatz

Parkplatzsuche mit fatalen Folgen

In der Nacht zum Samstag hatten gut 20 Polizeikräfte alle Hände voll zu tun. Angefangen hat alles mit einer wilden Verfolgungsjagd. Und dann bemerkten sie ein Auto auf den Bahngleisen.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Auto einer 20-Jährigen wurde in Neukenroth vom Zug erfasst. Foto: Heinrich Weiß
Das Auto einer 20-Jährigen wurde in Neukenroth vom Zug erfasst. Foto: Heinrich Weiß
Es war eine kuriose Nacht, die von Freitag auf Samstag zahlreiche Polizeieinsatzkräfte im Kreis Kronach erlebten. Erst lieferten sich mehrere Streifenwagen aus den Landkreisen Kronach, Coburg und Lichtenfels eine rund dreistündige Verfolgungsjagd mit einer jungen Frau. Und dann machte eine weitere junge Frau in Neukenroth einen folgenschweren Fehler, als sie falsch abbog und dabei plötzlich im Gleisbett der Bahnstrecke stecken blieb.
Bilanz dieser ereignisreichen Nacht waren mehrere beschädigte Autos sowie eine defekte Lokomotive eines Güterzuges. Der Schaden insgesamt: rund 68 000 Euro. "Zwei solche Ereignisse, noch dazu fast zur gleichen Zeit. Das ist schon was Außergewöhnliches", kommentierte ein Polizist die Geschehnisse aus der Nacht zum Samstag.

Beleuchtung war der Anlass

Während gut 20 Polizeikräfte aus den Landkreisen Kronach, Coburg und Lichtenfels nach
einer flüchtigen Person fahndeten (siehe unten stehender Artikel), bemerkten die Beamten aus Lichtenfels gegen 1.30 Uhr einen mit zwei Personen besetzten Seat auf den Gleisen neben dem Bahnübergang in Neukenroth. "Die Kollegen dachten zunächst, es könnte sich um die flüchtige Frau handeln", erklärte ein Kronacher Polizist. Dies war jedoch nicht der Fall, wie sich herausstellen sollte.

Die ganze Angelegenheit war jedoch nicht minder kurios. Eine 20-Jährige wollte nämlich eine Veranstaltung in der Zecherhalle besuchen und befand sich auf der Suche nach einem Parkplatz. Allerdings beging sie dabei einen folgenschweren Fehler.

Einfahrt verpasst

Sie verpasste nämlich die Einfahrt zum Parkplatz und bog stattdessen auf dem Bahnübergang zwischen Neukenroth und Stockheim in das Gleisbett ab. Dort blieb sie mit dem Pkw stecken und konnte nicht mehr weiterfahren. "Dort gibt es Metallwinkel und Verschraubungen, an denen sie ihr Auto beschädigt hat und nicht mehr weiterkam", erinnert sich ein Polizist. Während man mit gemeinsamen Kräften versuchte, das Auto zu bergen, senkten sich nur wenige Augenblicke später die Schranken am Bahnübergang.

In diesen Sekunden hätten sich alle Beteiligten sicherlich gewünscht, der Bahnstreik hätte zu dieser Zeit seine ganze Kraft entfaltet. Dies war allerdings nicht der Fall: Ein Güterzug näherte sich aus Richtung Stockheim dem Auto und den Einsatzkräften.

Leuchtzeichen nicht gesehen

Alle Personen räumten sofort das Gleisbett. Mittels Blaulicht, Taschenlampe und Anhaltekelle versuchten die Polizeibeamten daraufhin, den Lokführer auf die Gefahr hinzuweisen - allerdings ohne Erfolg. Der Güterzug erfasste das Auto nahezu ungebremst. Die eingeleitete Notbremsung durch den Zugführer erfolgte zu spät.

Schaulustige

Bereits zuvor hatten sich zahlreiche Schaulustige am Ort des Geschehens versammelt. Umso mehr muss von glücklichen Umständen gesprochen werden, dass bei dieser Aktion niemand verletzt wurde.
Der Sachschaden dieses Zusammenpralls war mit einer Höhe von insgesamt 60 000 Euro enorm. Sowohl die Lokomotive als auch das Auto waren nach diesem Zusammenstoß nicht mehr fahrbereit und mussten beseitigt werden. Die Bahnstrecke war auf Grund dieses Vorfalls für mehrere Stunden gesperrt.


Wie Marc Bergauer vom Ergo-Versicherungsbüro in Kronach erklärt, hat die Fahrerin nicht grob fahrlässig gehandelt. Unter normalen Umständen kommt für den Schaden an der Bahn und den Verdienstausfall die Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters auf. Der Pkw-Schaden wird über die Kaskoversicherung abgewickelt.
Verwandte Artikel

Kommentare (6)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren