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Zeyern
Projekt

Ortsumgehung Zeyern erhält drei Spuren

Jürgen Woll vom Staatlichen Bauamt erläutert die Planungen für die Ortsumgehung Zeyern. Er wünscht sich ein baldiges Ende der Querelen, damit die Bürger vom Durchgangsverkehr entlastet werden können.
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Mittlerweile kennt er den Plan nahezu auswendig: Der Leiter des Staatlichen Bauamts, Servicestelle Kronach, Jürgen Woll. Foto: Veronika Schadeck
Mittlerweile kennt er den Plan nahezu auswendig: Der Leiter des Staatlichen Bauamts, Servicestelle Kronach, Jürgen Woll. Foto: Veronika Schadeck
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Über die Ortsumgehung Zeyern wurde in den vergangenen Wochen und Monaten viel geredet, viel geschrieben. Das Thema zerriss eine Dorfgemeinschaft, es war und ist mit Verhandlungen und Emotionen verbunden. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff "Ortsumgehung Zeyern"?

Der Leiter des Staatlichen Bauamts, Servicestelle Kronach, Jürgen Woll, zeigt in seinem Büro die Pläne für diese 2,6 Kilometer langen Strecke. Schon im Jahr 2008 stand der Entwurf hinsichtlich Planung, technischen Anforderungen und Kosten fest. Anfang 2011 wurde das Planfeststellungsverfahren eröffnet. Im Dezember 2012 erfolgte der Planfeststellungsbeschluss.

Mittlerweile, so Jürgen Woll, seien immense Summen für die Planungen ausgegeben worden und er sei nun gespannt auf die Entscheidung der Gerichte wegen der Klagen des DJK/SV Zeyern.

In diesem Zusammenhang betonte er, dass die Behörde unmöglich auf die Forderungen des Sportvereins
hätte eingehen können. "Wir hätten ihnen einen modernen Sportplatz mit Umkleidemöglichkeiten hingestellt, aber wir können kein Sportheim dazu bauen!" Schließlich, so Woll, handele es sich ja um Steuergelder.


Unter Dach und Fach

Die Planung ist nun längst unter Dach und Fach, die Gelder für diese knapp zwölf Millionen Euro teure Maßnahme stehen momentan noch. Und auch die technischen Daten. Demnach müssen bei der Realisierung der Baumaßnahme 115.000 Kubikmeter Boden abgetragen werden, 200.000 Kubikmeter Schutt für den Damm aufgeschüttet werden. Das bedeutet, so Woll, dass das Amt geeigneten Boden dazu kaufen müsse. Durchaus könne er sich vorstellen, für diesen Zweck noch vorhandenen Aushub der B85 zwischen Förtschendorf und Steinbach zu verwenden, falls die Wirtschaftlichkeit bei den Transportkosten gegeben sei.

Die Ortsumgehung, so Woll, sei auf Grund des hohen Verkehrsanteils dreispurig geplant. Für langsame Fahrzeuge wie Traktoren ist parallel ein drei Kilometer langer öffentlicher Feld- und Waldweg sowie Radweg geplant. Es wird keine Feldwegeeinmündungen und Kreuzungen geben. Gebaut wird im Zuge der Ortsumgehung auch eine Brücke über die Rodach. Die Straße von Zeyern Richtung Roßlach führt mit einer Brücke ebenso wie der Weg nach Kronach über die Umgehung (dort biegen diese nach der Überquerung in eine Schneise ein).


Die Ostvariante verworfen

Die Planungen seien umfangreich gewesen, berichtet Woll. Ursprünglich habe man eine Ostumgehung vom Zeyern in Erwägung gezogen. Diese Variante sei aber auf Grund der Geographie nicht weiter verfolgt worden. Aber auch bei der Westumgehung von Zeyern mussten zahlreiche Hürden bewältigt werden. "Wenn ich da an den Naturschutz denke ..." In diesem Zusammenhang nennt er als Beispiel die Anbringung von Leit- und Sperreinrichtungen für Fledermäuse und Vögel, die gleichzeitig auch als Lärmschutz für die Bürger dienen. Beim Rückbau des Bahndamms müssen Rückzugsmöglichkeiten für die Reptilien geschaffen werden usw. Die Erhöhung zwischen Gries und Zeyern begründet Woll unter anderem mit Dreistreifigkeit. Drei Spuren seien wegen des überdurchschnittlichen Schwerlastverkehrs notwendig. Derzeit fahren täglich rund 11.000 Fahrzeuge durch Zeyern, der Schwerlastverkehr hat einen Anteil von 1400. "Das ist hoch, der Bayerndurchschnitt beträgt 878 Schwerlastfahrzeuge pro Tag". Wenn die Ortsumgehung steht, so Woll, dann fahren den Berechnungen zufolge nur noch 1000 Fahrzeuge pro Tag durch Zeyern.

Fazit: Die Ortsumgehung ist für die Bürger mit einer enormen Steigerung der Lebensqualität verbunden. Er habe mittlerweile den Eindruck, dass der DJK nur noch auf Zeit spiele, sagte Jürgen Woll. Er würde sich - nicht zuletzt wegen der Zeyerner Bürger - wünschen, dass das Gericht bald eine Entscheidung trifft.

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