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Ortsumgehung Zeyern: Baustopp hat bald ein Ende

Es kann weitergehen: Das Staatliche Bauamt hat den zweiten Abschnitt der Ortsumgehung Zeyern vergeben. Theoretisch könnte es aber noch zu einer weiteren Verzögerung kommen.
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Im Juli oder August sollen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Ortsumgehung Zeyern beginnen. Foto: Archiv/Heinrich Weiß
Im Juli oder August sollen die Arbeiten am zweiten Bauabschnitt der Ortsumgehung Zeyern beginnen. Foto: Archiv/Heinrich Weiß

Momentan herrscht auf der Baustelle für die Ortsumgehung Zeyern ähnlich viel Betrieb wie im tiefsten Winter in einem Freibad. Lange wird es aber nicht mehr dauern, bis es auf dem Gebiet zwischen Zeyern und Wallenfels wieder deutlich lebhafter zugeht. "Der zweite Bauabschnitt ist jetzt vergeben", sagt Uwe Zeuschel, der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg auf FT-Nachfrage. "Im Juli oder August wird es jetzt also weitergehen."

Mit der Firma, die den Auftrag erhalten hat, habe es bereits ein Vergabegespräch gegeben, und auch die nicht berücksichtigten Unternehmen seien schon informiert worden. Endgültig ist die Entscheidung allerdings nicht. Beziehungsweise: noch nicht.

Theoretisch könnten die Baufirmen, die den Auftrag nicht erhalten haben, nämlich noch vor der Vergabekammer Einspruch einlegen. "Daher müssen wir jetzt noch bis Ende Juni abwarten", sagt Zeuschel. Erst dann könnten konkrete Vorbereitungen getroffen werden. Vor allem bei Aufträgen, bei denen nur wenige Hundert Euro über Zuschlag oder Absage entscheiden, kann es vorkommen, dass es noch zu einem Einspruch kommt - was dann zu einer Verzögerung der weiteren Bauarbeiten führen würde. Und von Verzögerungen in Zeyern können die Verantwortlichen des Staatlichen Bauamts bekanntlich ein Liedchen singen.

Denn nachdem die Behörde der für die kompletten Arbeiten beauftragten Baufirma Leonhard Weiss im Herbst 2017 den Vertrag gekündigt hatte, herrschte auf der Baustelle bekanntlich kompletter Stillstand. Der Grund: Um den Untergrund zu festigen, wollte das Bauunternehmen nicht die schriftlich vereinbarten sogenannten Rüttelstopfsäulen einsetzen. Stattdessen hatte es vor, denselben Effekt mit einem anderen Bauverfahren zu erzielen.

Welche Situation nicht eintrat

Weiter ging es erst mehr als ein halbes Jahr später: Beide Seiten hatten sich damals darauf geeinigt, einen unabhängigen Gutachter Messungen durchführen zu lassen. Die führten letztlich zu dem Kompromiss, dass die Baufirma trotz der zunächst ausgesprochenen Kündigung die Erdarbeiten zu Ende bringen darf, dafür aber das Baugrundrisiko tragen muss. Das liegt normalerweise nämlich beim Auftraggeber. Außerdem sah die außergerichtliche Einigung vor, dass die Folgearbeiten neu vergeben werden. Was nun passiert ist. Kurios: Es hätte sogar passieren können, dass erneut Leonhard Weiss den Zuschlag erhält. Diese Situation ist allerdings nicht eingetreten.

Den abschließenden zweiten Bauabschnitt werde ein anderes Unternehmen ausführen, betont Zeuschel. Im ersten Abschnitt wurden die Brücke über die Rodach sowie die nur wenige Hundert Meter entfernte Überführung über die Gemeindeverbindungsstraße Zeyern-Roßlach fertiggestellt. Ebenso wie die Erddämme, auf denen später die Straße führen soll.

Kosten nicht gestiegen

Um die wird sich in den kommenden Monaten die neue Baufirma kümmern. "Der Auftrag beinhaltet den kompletten Erd- und Deckenbau nördlich der schon errichteten Gemeindestraßenüberführung", erklärt Zeuschel. Hinzu kämen noch der Anschluss in Richtung Gries sowie die abschließenden Asphaltarbeiten. "Wir haben von der Firma den Bauzeitenplan noch nicht dezidiert bekommen, es kann aber sein, dass wir ein bisschen Zeit aufholen", meint der stellvertretende Amtsleiter.

Dennoch befinde man sich mit den Arbeiten neun bis zwölf Monate hinter dem Zeitplan. "Ganz einfach durch den Vertragsstreit, den wir mit der Baufirma des ersten Abschnitts hatten." Ursprünglich war die Einweihung des rund 15,4 Millionen Euro teuren Projekts einmal für diesen Spätsommer vorgesehen. Finanzielle Folgen habe es durch die Verzögerung nicht gegeben, so Zeuschel. "Die Kosten haben sich nicht vergrößert."

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