Zeyern
B 173

Ortsumfahrung Zeyern: Entscheidung über Fortgang der Baustelle naht

Seit fast elf Monaten stockt der Bau der B 173-Ortsumfahrung Zeyern. Der Grund: ein Streit zwischen Bauamt und Baufirma. Nun steht eine Entscheidung an.
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Ob das Ziel, den Bau der Zeyerner Ortsumfahrung bis Mitte 2019 zu vollenden, eingehalten werden, ist derzeit äußerst fraglich. Foto: Barbara Herbst
Ob das Ziel, den Bau der Zeyerner Ortsumfahrung bis Mitte 2019 zu vollenden, eingehalten werden, ist derzeit äußerst fraglich. Foto: Barbara Herbst

"Nächsten Mittwoch gibt es das Gespräch mit der Baufirma, das den Weg ebnen wird", sagt Uwe Zeuschel. Der stellvertretende Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg erinnert daran, dass Bauamt und Baufirma sich darauf verpflichtet hatten, die Ergebnisse eines Gutachters anzuerkennen. "Und jetzt muss das geklärt werden. Es geht ja auch um Geld."

Was war geschehen: Der Bau der 2,7 Kilometer langen Umgehung hatte eigentlich ganz gut begonnen: Ende Juni 2017 war das erste der beiden Brückenbauwerke, das sich über die Ortsverbindungsstrecke zwischen Zeyern und Roßlach erstreckt, fertig und die Autos konnten die Straße darunter wieder nutzen. Und auch die Rodachbrücke, das zweite Brückenbauwerk, steht seit 2017.

Ortsumgehung Zeyern: Millionenprojekt im Stillstand

Danach galt es, den Boden für die Umgehung zu verfestigen. Dafür wurden unter anderem 6300 so genannte Rüttelstopfsäulen eingesetzt. Diese Maßnahme, so berichteten wir im Oktober 2017, wollte das Staatliche Bauamt Bamberg bis zum Jahresende abschließen. Wohl gemerkt: bis Jahresende 2017.

Im Herbst 2017 kam der Bau ins Stocken und der für Erdbaumaßnahmen zuständigen Firma wurde gekündigt. "Es gibt einen Dissens, der geklärt werden muss", sagte Jens Laußmann, Leiter der Servicestelle Kronach des Staatlichen Bauamts Bamberg, damals.

"Es soll aber so schnell wie möglich weitergehen", ergänzte Laußmann, der noch Anfang 2018 am Zeitplan festhielt, die Baustelle im Sommer 2019 abzuschließen. Ein Termin, der aus heutiger Perspektive wohl nicht mehr zu halten sein wird. Denn die Rüttelstopfsäulen sind auch elf Monate später noch immer das große Thema. Die letzten Arbeiter waren im November 2017 bei Zeyern am Werk.

B 173-Baustelle Zeyern: Der Gutachter ist jetzt am Werk

"Bauvertragliche Differenzen", begründete das Bauamt. Seiner Meinung nach hat sich die beauftragte Firma bei den Rüttelstopfsäulen nicht an die in der Ausschreibung gemachten Vorgaben gehalten. Und ohne die Säulen geht es nicht: Sie sind eine Art Fundament zur Bodenverbesserung und damit Grundlage für sämtliche Folgearbeiten.

Gutachter wird eingesetzt

Statt jedoch eine schnelle Lösung zu finden oder eine neue Firma zu beauftragen, entschied sich das Bauamt dafür, den Dissenz mit der Baufirma klären zu lassen - mit einem von beiden Seiten akzeptierten Gutachter.

Das war im Mai, als kurzzeitig Leben auf die Baustelle zurückkehrte. Der Gutachter führte seine Messungen durch. Eigentlich sollten, so der Zeitplan, im Juni Ergebnisse vorliegen.

Doch wieder kam es anders: Wegen der Bauhochkonjunktur und dem vielbeschäftigten Gutachter verschob sich das Ganze. "Hinzu kam, dass die Belastungsblöcke der Versuchsapparatur aus Beton gegossen wurden", erklärt Uwe Zeuschel, stellvertretender Leiter des Staatlichen Bauamts Bamberg. "Und der hat seine Festigkeit erst nach 28 Tagen. Liest man vorher ab, sind die Ergebnisse für den Mülleimer."

Erst im August lagen Ergebnisse vor - ein Schriftstück mit 50 Seiten. Dessen Inhalt freilich: bis heute unbekannt. "Wir werden das erst sagen, wenn wir mit der Firma gesprochen haben", begründet Zeuschel. Und das Gespräch hat sich wegen der Urlaubszeit um Wochen verzögert. Nächsten Mittwoch, 12. September, soll es nun stattfinden.

Warum der Bundestagsabgeordnete Hans Michelbach (CSU) das Bauamt scharf kritisiert und eine Chronologie der Ortsumgehung Zeyern seit 2004 lesen Sie hier in unserem infrankenPlus-Artikel.

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