Kronach
Jubiläum

Ort der Inspiration und Ermutigung in Kronach

Die Pestalozzi-Schule feierte am Freitag 50-jähriges Bestehen, davon 40 Jahre am Schulzentrum. Beim Festakt gab es viele lobende Worte - und ein neues Logo.
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Alexandra Förtsch gestaltete die Andacht zur Jubiläumsfeier musikalisch aus.Heike Schülein
Alexandra Förtsch gestaltete die Andacht zur Jubiläumsfeier musikalisch aus.Heike Schülein
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Zum Gottesdienst und dem folgenden Festakt zum Doppeljubiläum der Pestalozzi-Schule konnte Schulleiter Stefan Mück in der Zweifachturnhalle des Schulzentrums viele Freunde, Wegbegleiter, Partner, Repräsentanten aus Politik und des öffentlichen Lebens sowie insbesondere Mitglieder der großen Schulfamilie begrüßen. Sehr freute er sich über die Anwesenheit seiner Amtsvorgänger Siegfried Hertel und Irene Müller, die die Schule von 1969 bis 2004 beziehungsweise von 2004 bis 2017 leiteten, und den "Lehrer der ersten Stunde", Hans-Peter Nickel, der mit Martin Thalhof die Initialzündung für die Schulgründung gegeben hatte.

Start mit 38 Schülern

In seinem Rückblick ging Mück auf die erfolgreiche Entwicklung der Schule ein, die am 1. Oktober 1968 mit 38 Schülern unter dem Namen "Öffentliche Sonderschule für Lernbehinderte Kronach" im Nebengebäude der ehemaligen Oberrealschule eröffnet wurde. Meilensteine waren die Eingliederung der vormals eigenständigen Sonderschulen Steinwiesen und Steinbach/Wald 1974 beziehungsweise 1982 die Gründung des Vereins "Hilfe für das lernbehinderte Kind im Landkreis Kronach" im Schuljahr 1971/72, die Unterrichtsaufnahme im Schulzentrum ab dem 10. September 1978 - bereits unter der Bezeichnung Pestalozzi-Schule Kronach -, der Anstieg auf bis zu 290 Schüler im Jahr 2000, die Aufnahme von Außenstellen in Ludwigsstadt, Pressig und Posseck, der Ausbau der Schule zu einem privaten Sonderpädagogischen Förderzentrum 2004 sowie die Einrichtung einer Stütz- und Förderklasse 2015. Das schulische Angebot wird ergänzt durch eine Schulvorbereitende Einrichtung (SVE) und ambulante Dienste, die mobile sonderpädagogische Hilfe in den Kitas und den mobilen sonderpädagogischen Dienst in den Schulen des Landkreises Kronach. Heute werden an der Schule 165 Kinder und Jugendliche in einer SVE-Gruppe sowie 14 Klassen gefördert.

"Die Inklusion ist heute nicht mehr wegzudenken", zeigte sich der Schulleiter sicher. Die Sonderpädagogik habe stets eine Vorreiterrolle in der Pädagogik eingenommen und diese mit vielen Impulsen vorangebracht. Der an der Schule geleistete kompetenzorientierte, auf den individuellen Förderbedarf abgestimmte Unterricht sei ein unverzichtbares Angebot im inklusiven Schulsystem sowie in der inklusiven Gesellschaft.

"Hilf mir, es selbst zu tun" - dieser Leitspruch des Schul-Namensgebers Johann Heinrich Pestalozzi sei aktueller denn je, zeigte sich Matthias Müller von der Regierung von Oberfranken, Sachgebiet Förderschulen, sicher. Schule müsse mehr sein als reine Wissensvermittlung: ein individuell ausgerichteter Lern- und Lebensraum für junge Menschen, ein Ort der Inspiration, Ermutigung und Wertschätzung, Schutz und Geborgenheit.

Landrat Klaus Löffler gratulierte als Vorsitzender des Trägervereins sowie namens des Landkreises. Sehr bemerkenswert sei die Tatsache, dass über 48 Jahre hinweg "nur" zwei Schulleiter die Verantwortlichkeit getragen hätten. "48 Jahre Kontinuität und Stabilität", würdigte er. Stabilität sei für ihn gleichbedeutend mit Verlässlichkeit und Vertrauen als Grundlage jedes Handelns. Gleichzeitig gelte es, Veränderungen als Chance zu begreifen.

Die Stadt sei, so Kronachs Dritter Bürgermeister Markus Wich, sehr dankbar, eine solche Einrichtung zu haben. Diese habe sich stets dem Wandel angepasst. Nicht nur der Name habe sich geändert, sondern auch die Vielfalt an Aufgaben.

Laut den beiden Vorsitzenden des Trägervereins, Nina Kolb-Rebhan und Stephan Schiller, habe man nach 50 Jahren noch immer kein eigenes Schullogo. Das Jubiläum nahm man zum Anlass, um in einem Schüler-Malwettbewerb ein solches Logo auszuwählen. 50 Ideen standen für die Schüler zur Abstimmung. Die Entscheidung fiel erst in einer Stichwahl zwischen den beiden Bildern von Julia Fleischmann und Jasmin Schmidt, deren Entwurf schließlich die meisten Stimmen erhielt. Nach den Ferien wird das neue, von Jasmin geschaffene Logo in einem Schulprojekt in Glasform angefertigt.

Für die musikalische Umrahmung der fröhlich-bunten Abschlussfeier sorgte die von Kolb-Rebhan geleitete Trommelgruppe "Drum'n'Peppa", die seit vielen Jahren als Aushängeschild der Schule auftritt. Als besondere Überraschung hatte Kolb-Rebhan einen fetzigen Jubiläumsrap komponiert.

Dem Festakt voraus ging ein ökumenischer Gottesdienst, zelebriert von Birgitta Staufer-Neubauer und Pfarrer Andreas Heindl. Stimmungsvoll umrahmt wurde die Andacht von Alexandra Förtsch mit sorgsam ausgewählten Liedbeiträgen.

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