Wallenfels
Bauausschuss

Offen für neue Begräbnisform in Wallenfels

In Wallenfels hat sich das Gremium für eine Gemeinschaftsgrabanlage ausgesprochen. Die Bürger sollen bei einer Veranstaltung informiert werden
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Bald könnte es auf dem Wallenfelser Friedhof eine Gemeinschaftsgrabanlage geben. Der Bauausschuss kann sich mit der Idee anfreunden. Demnächst soll eine Informationsveranstaltung stattfinden.  Foto: pr
Bald könnte es auf dem Wallenfelser Friedhof eine Gemeinschaftsgrabanlage geben. Der Bauausschuss kann sich mit der Idee anfreunden. Demnächst soll eine Informationsveranstaltung stattfinden. Foto: pr

Auf dem Wallenfelser Friedhof könnte es ab dem kommenden Jahr eine Gemeinschaftsgrabanlage für Urnen geben. Bei der jüngsten Sitzung des Bauausschusses zeigten sich die Mitglieder offen für ein entsprechendes Konzept. Nach Meinung der Stadträte trage man damit einer sich ändernden Begräbniskultur Rechnung. Als nächster Schritt soll eine Informationsveranstaltung stattfinden.

Den Vorschlag brachten Michael und Jan Müller von der Gärtnerei Müller ein. "Viele unserer Kunden machen sich Sorgen, wer später einmal ihre Grabstätten pflegt", erklärten sie zu ihrer Motivation. Das Konzept wollen sie gemeinsam mit der Treuhandgesellschaft bayerischer Gärtner verwirklichen. Es sieht vor, dass eine Grabstätte für bis zu 15 Urnen geschaffen wird. Die Beisetzungen wären nicht anonym, denn jedem Verstorbenen würde durch ein Schild auf einer Stelle oder Grabmal gedacht. Die Erstanlage und die Pflege werde von der Gärtnerei übernommen, so Jan Müller.

Bürgermeister Jens Korn verwies in der Diskussion darauf, dass sich die Bestattungskultur in den vergangenen Jahren erheblich gewandelt habe. "Früher war die Erdbestattung in Wallenfels die Regel, heute ist es die Urnenbestattung."

In den vergangenen Jahren häuften sich die Anfragen wegen alternativer Beisetzungformen, die Wünsche gingen vom anonymen Urnenfeld bis hin zum Friedwald. Gleichzeitig habe die Stadt, so Korn, mit einem anderen Problem zu tun: "Auf unserem Friedhof tun sich immer mehr Lücken auf, da Gräber aufgelassen werden." Der Bürgermeister kündigte daher ein Gesamtkonzept für den Friedhof an. Gleichzeitig sprach er sich für die Idee des Gemeinschaftsgrabes aus.

Die Stadträte teilten die Ansicht des Bürgermeisters. So meinten Bernd Stöcker (CSU) und Marco Fischer (FW), dass man den Wünschen der Bürger dadurch am besten entgegenkommen könne. Andreas Buckreus (SPD) sah in dem Vorschlag eine Lösung, die am ehesten der "ländlichen Kultur" entspreche. Nach der Ansicht von Christian Stumpf (CSU) könne ein solches Angebot verhindern, dass der Friedhof zunehmend verwaise. Als nächster Schritt soll eine Informationsveranstaltung stattfinden, bei der die Akzeptanz einer Gemeinschaftsgrabanlage ermittelt werden soll.

Geschäftsleiter Frank Jakob informierte über den Stand der Arbeiten am Priestergrab und einer Stützmauer am Friedhof. Hier sollen Bodenuntersuchungen durchgeführt werden. Erst dann könne definitiv über eine bauliche Lösung entschieden werden.

Architekt Kersten Schöttner stellte die überarbeitete Planung für die Gestaltung der Freiflächen an der Schützenstraße vor. Dort hatte die Stadt mit Mitteln aus der Förderoffensive Nordostbayern die ehemalige Bäckerei Becker abgerissen. Im Anschluss kaufte die Kommune zwei anliegende Grundstücke.

Platz zum Verweilen

Die Planung beinhaltet einen kleinen Platz, der zum Verweilen einladen soll. Zudem sind mehrere Stellplätze vorgesehen. Finanziert wird die Neugestaltung der Fläche mit Mitteln aus der Förderoffensive Nordostbayern und der Städtebauförderung.

Wie Jens Korn erklärte, sollen die Planungen für die Fläche in der Schützenstraße und die Fläche in der Kellerstraße aufeinander abgestimmt werden. Eine Realisierung ist für das kommende Frühjahr geplant.

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