Reichenbach
Gemeinderat

Ökologisches Spaßparadies in Sicht

Auf dem von der Gemeinde Reichenbach erworbenen Anwesen Rennsteigstraße 16 soll unter anderem ein naturnaher Kinderspielplatz entstehen.
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Bürgermeisterin Karin Ritter freut sich auf den Spielplatz, der auf dem idyllisch gelegenen Wiesengrundstück hinter dem Anwesen Rennsteigstraße 16 entstehen wird. Foto: Heike Schülein
Bürgermeisterin Karin Ritter freut sich auf den Spielplatz, der auf dem idyllisch gelegenen Wiesengrundstück hinter dem Anwesen Rennsteigstraße 16 entstehen wird. Foto: Heike Schülein

Voran geht es in Sachen Neunutzung und Gestaltung des von der Gemeinde Reichenbach erworbenen Anwesens Rennsteigstraße 16, wie Bürgermeisterin Karin Ritter (SPD) im Gemeinderat berichtete. Bereits in der letzten Sitzung hatte sie mitteilen können, dass man für das Vorhaben über die Förderoffensive Nordostbayern einen Zuschuss von 90 Prozent erhält. Angestrebt wird die Anlegung eines Kinderspielplatzes, die Freilegung der Reichenbachquelle, der Bau von Garagen sowie der Umbau und die Nutzung des Gebäudes selbst.

Für die Garagen erfolgte eine Bedarfsermittlung. "Es haben sich 15 Interessenten gemeldet", informierte Ritter. Das Gebäude selbst könnte Übernachtungs-/ Aufenthaltsmöglichkeiten, E-Bike-Ladestationen oder Bike-Garagen umfassen.

Ein Wasserelement

Erster Bauabschnitt wird der lang ersehnte Spielplatz. Die Gemeinde wird einige Spielgeräte auswählen, die Eltern zu einer Info-Veranstaltung einladen und zu ihren Vorstellungen beziehungsweise Wünschen befragen. Entstehen soll ein ökologscher Spielplatz für Kinder jeden Alters unter Verwendung vieler Naturmaterialien und mit verschiedenen Höhenebenen. Hierfür soll auch die auf dem Areal vorhandene Reichenbachquelle freigelegt und als Wasserelement eingebunden werden.

Insgesamt stehen für das Spaßparadies auf dem Wiesengrundstück hinter dem Gebäude circa 4000 Quadratmeter zur Verfügung. Auch ein Bolzplatz soll entstehen. Die genaue Detailplanung erfolgt noch.

Am Mittwoch hatte ein weiterer Vor-Ort-Termin mit Ingrid Schreiner seitens der Städtebauförderung stattgefunden. Die Sachbearbeiterin der Regierung von Oberfranken benötigt - so die Bürgermeisterin - für die Vorplanungen einen groben Strukturplan für die Gebäudenutzung. Das Gremium kam überein, den Stall nicht als Übernachtungsmöglichkeit auszubauen, sondern diese lediglich im bestehenden Hauptgebäude zu schaffen. Im Erdgeschoss des Wohnhauses können vier Doppelzimmer mit jeweiliger Nasszelle errichtet werden sowie Abstellbereiche, während im Dachgeschoss eine Gruppenunterkunft mit circa zehn Schlafmöglichkeiten entstehen soll. "Wenn wir den Stall auch ausbauen, hätten wir zehn Schlafmöglichkeiten mehr, aber kostenmäßig würde das ziemlich happig", gab Ritter zu bedenken.

Das Gremium sah dies genauso. Die Platzkapazitäten im Wohnhaus erachtete man als ausreichend. Die sich in einem schlechten Zustand befindliche Scheune soll nicht erhalten werden, da dies nur mit einem "Riesenaufwand" zu bewerkstelligen wäre. Der Stall soll als offener, wettergeschützter Aufenthaltsbereich genutzt werden. Die benötigten Garagen werden errichtet; der genaue Standort wird noch beschlossen.

Kreisstraße wird ausgebaut

Die Gemeinde Reichenbach beabsichtigt in Zusammenarbeit mit dem Landkreis Kronach und dem Zweckverband Wasserversorgung Frankenwaldgruppe (FWG) den gemeinschaftlichen Ausbau der Kreisstraße KC 24. Die Ausbaulänge der Ortsdurchfahrt mit Teuschnitzer Straße und Hauptstraße beträgt 1150 m.

Wie Bürgermeisterin Karin Ritter in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag mitteilte, hatten hierzu mit den Beteiligten bereits zwei Abstimmungsberatungen stattgefunden. Der gemeindliche Anteil betrifft den Ausbau der Gehsteige, der Randbereiche und der Einmündung entlang der Kreisstraße. Der Landkreis erneuert die Asphaltschicht, die FWG die Wasserleitung.

Es ist vorgesehen, dass die Gemeinde die Bauträgerschaft für das Gesamtprojekt mit Planung, Ausschreibung, Vergabe, Bauüberwachung, Abrechnung sowie Vertragsabwicklung übernimmt. Die Ausführung erfolgt in zwei Hauptbauphasen mit voraussichtlichem Beginn 2019. Einstimmig wurde Ritter zum Abschluss einer Vereinbarung mit dem Landkreis Kronach und der FWG über die Abwicklung der Baumaßnahme und der Kostentragung ermächtigt.

Leerrohre für ein Glasfasernetz

Ausführlich berichtete Martin Reuther vom Planungsbüro für Breitbandnetze "Reuther Netz-Planung" Weismain in Sachen Masterplan eines Glasfaserausbaus für Reichenbach. In seinen Studien, die eine Handlungsempfehlung darstellen, erfasste er die bestehende Versorgung und zeigte auch zukünftige Bedarfe auf. "Ein jetzt gebautes Glasfasernetz stellt eine Kommunikationsversorgung für die nächsten 100 Jahre dar", verdeutlichte er. Deshalb hatte er in seinen Studien auch offene Parzellen beziehungsweise vorhandene Baulücken, wo künftig Neues entstehen könne, mit aufgenommen.

Aktuell gut versorgt

Die Reichenbacher Bevölkerung sei aktuell gut versorgt. Bei allen anstehenden Tiefbauarbeiten sollen Leerrohre - als Vorbereitung für ein künftiges Glasfasernetz - mitverlegt werden. Bei der Gartenstraße wurde dies bereits berücksichtigt wie auch beim geplanten Ausbau der KC 24. "Die KC 24 stellt einen wichtigen Schritt dar. Wir sind dann schon recht weit", freute er sich. Die Telekom nähere sich zwar schrittweise der Glasfaser, baue aber weiterhin insbesondere auf Kupfer: "Das Kupfernetz ist der Telekom ihr Gold". Deshalb werde Glasfaser vielerorts von kommunaler Seite aus angegangen. Die Möglichkeiten von Glasfaser seien schier unerschöpflich; man kratze derzeit erst am Fußboden der Kapazität. Heutzutage bereits Standard sei die Einrichtung von Hotspots.

Mögliche Standorte für diese öffentlichen drahtlosen Internetzugangspunkte seien die ehemalige Schule, die Bushaltestelle, der Bereich Rennsteigstraße 16 sowie das Rathaus. Der Breitband-PoP (Point of Presence) solle im Rathaus installiert werden."Das ist ein guter Standort, da er sehr zentral ist und man kurze Leitungswege hat", verdeutlichte er. An diesen zentralen Netzknoten würden alle Punkte - 336 an der Zahl - angeschlossen. Dies erfolge über Hauptkabel zu den jeweiligen Haupt-Netzverteilern.

"Wichtig ist es, dabei genügend Kapazität vorzusehen, damit später eine ausreichende Versorgung vorhanden ist", betonte er. Für den Umbau und die Sanierung der ehemaligen Schule mit Turnhalle erhält die Gemeinde Reichenbach ebenfalls einen Zuschuss von 90 Prozent über die Förderoffensive Nordostbayern, teilte Bürgermeisterin Karin Ritter mit.

Die erste Stufe des VgV-Verfahrens für Architektenleistungen ist abgeschlossen. Teilnahmeanträge haben die Architekten/Stadtplaner Horstmann + Partner PartGmbB aus Bayreuth sowie das Ing.-Büro GmbH Koenig und Kühnel aus Weitramsdorf abgegeben. Das Büro Rechtsanwälte Heussen aus München wird die beiden Bewerbungen prüfen und anschließend - im zweiten Verfahrensschritt - mit der Vorstellung der Büros und der Vorlage der Kosten vorbereiten. Die Architekturbüros sollen sich bei einer Sitzung vorstellen.

Grünes Licht gab es für den Bauantrag von Konrad Neubauer auf Errichtung zweier Carports an das bestehende Wohnhaus.

Reichenbach nicht dabei?

Unter Sonstiges verwies die Bürgermeisterin auf die Sitzung des Ausschusses für Kreisentwicklung und Verkehr mit Vorstellung des neuen Radwegenetzes am kommenden Montag. Im Vorfeld sei ihr zu Ohren gekommen, dass Reichenbach nicht beinhaltet sei. Nachdem man die ganzen Planungen in Reichenbach auf den Radweg ausgerichtet habe, hofft sie, dass dies eine Fehlinformation sei. Da die Sitzung öffentlich ist, will auch ein Teil des Gemeinderats als Zuhörer beiwohnen.



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