Nordhalben
Gemeinderat

Nordhalben setzt auf Naturvielfalt

In puncto Biodiversität ist Nordhalben Modellgemeinde in Oberfranken. Wie es um das Projekt steht, erfuhr der Gemeinderat in einem Sachstandsbericht.
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Den Platz an der Bahnhofstraße 2 verschönerte Michael Büttner mit einer Blühwiese. Im April (links) war der Hang noch kahl.Heike Schülein
Den Platz an der Bahnhofstraße 2 verschönerte Michael Büttner mit einer Blühwiese. Im April (links) war der Hang noch kahl.Heike Schülein
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Der Beauftragte für die Biodiversität in Nordhalben, Michael Büttner (FW), gab einen Zwischenbericht über den "Marktplatz der biologischen Vielfalt". Die Ziele des Projektes sind der Erhalt der Artenvielfalt, Maßnahmen zu Schutz und Sicherung dieser in Flur, Wald und im Ort und eine regionale Wertschöpfung zu erreichen. Nordhalben wurde hier als Modellgemeinde ausgewählt, übrigens die einzige in Oberfranken, da hier noch eine bayernweit einzigartige Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten besteht.

Seit Beginn des Projektes wurde ein Workshop durchgeführt, bei dem das Projekt vorgestellt wurde und eine Flurbegehung stattfand. Als Starter-Projekte werden am 19. Oktober eine Informationsveranstaltung des Forstbetriebes Nordhalben bei Heinersberg stattfinden, Ende Oktober/Anfang November soll eine Obstbaum-Allee in Zusammenarbeit mit der Grundschule und dem Kindergarten und durch die Unterstützung der Naturpark-Ranger gepflanzt werden. Außerdem ist im November auch die Pflanzung der Vogelschutzhecke und die Ansaat einer Blühfläche angedacht, dies unter der Organisation und Durchführung durch die Jagdgenossenschaft.

Zweiter Workshop

Die Bevölkerung hat Michael Büttner auch herzlich eingeladen zum zweiten Workshop, der am 24. September um 18 Uhr im Haus des Gastes stattfinden wird. Hier sollen Ziele, Maßnahmen und Zukunftsprojekte erarbeitet werden.

Michael Büttner informierte auch darüber, welche Tätigkeiten er seit seinem "Amtsantritt" bereits ausgeführt hat. Neben vielen Gesprächen, Treffen mit sämtlichen Behörden und Verbänden hat er auch Kontakt mit der Arnika-Akademie in Teuschnitz, der Ökologischen Bildungsstelle Mitwitz, der Garten-Kreisberatung Kronach und dem Tourismusverband Oberes Rodachtal aufgenommen. Auch ist er Ansprechpartner für Privatpersonen bei Fragen zu mehr naturnaher Bewirtschaftung.

Was ist noch in Planung? Die Gartenfachberatung durch die Kreisfachberaterin auf freiwilliger Basis, Sammelbestellungen von Pflanzpaketen oder Blühmischungen, Sicherung und Pflege eines Feuchtbiotops, Förderung der Wiesenbrüter-Populationen durch Entnahme von Fichtenanpflanzungen stehen ebenfalls an. Da dieses Engagement extrem zeitintensiv ist, wünscht sich Michael Büttner mehr Verständnis aus der Bevölkerung, ein gemeinsames Verständnis und Geschlossenheit des Gemeinderates hinsichtlich Arten- und Biotopschutz und vor allem mehr Unterstützung bei seiner Arbeit. "Helft alle mit und lasst uns gemeinsam die Modellgemeinde Nordhalben zum Vorbild für viele andere Städte und Gemeinden machen", schloss Büttner seine Ausführungen.

Für die Fraktionen sagten Michael Wunder (CSU) und Zweiter Bürgermeister Ludwig Pötzinger (FW) ein großes Dankeschön an Michael Büttner und sicherten ihre Unterstützung zu. Auch Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) sagte zu, dass bei den Schreibarbeiten Yannick Wildner mitarbeiten werde. Bei der Renovierung des Rathauses habe man bereits Mauerseglerkästen angebracht und auf die Fledermauskinderstube Rücksicht genommen.

Auf Anfrage von Rudolf Ruf (CSU), wann das Ziel des Projektes erreicht sei, meinte Michael Büttner, dass dies ein lebenslanger Prozess werden wird, der jedoch in den nächsten zwei Jahren durch Strategie und Konzept angestoßen werden muss. Michael Köstner (CSU) betonte, dass es in der Bevölkerung eine Bewusstseinsbildung geben müsse, was jeder dafür tun kann.

Standesamt jetzt in Kronach

Aufgrund der Verlegung des Standesamtes nach Kronach wurde nun die Bestellung zum Standesbeamten für Reiner Kürschner und Joachim Ranzenberger widerrufen, da diese nur am Sitz des Standesamtes tätig sein können, hier wäre dies Kronach. Auf Nachfrage erklärte Geschäftsleiter Joachim Ranzenberger, dass man das Standesamt Nordhalben zum 1. September 2019 an das Standesamt Kronach abgegeben habe. Aufgrund der niedrigen Fallzahlen lohnt sich der Aufwand für Personal und Schulungen in Nordhalben nicht mehr. Es kann jedoch in Nordhalben weiter geheiratet werden, nur die Beurkundung und Aufnahme erfolgt in Kronach, Urkunden können dann telefonisch beantragt und zugeschickt werden.

Geschäftsleiter Joachim Ranzenberger informierte über die Zweckvereinbarung über die kommunale Zusammenarbeit beim Datenschutz und der Informationssicherheit im Landkreis Kronach. Man werde einen Datenschutzbeauftragten und einen Informationssicherheitsbeauftragen bestimmen, der dann vom Landkreis eingestellt wird. Die Kosten tragen zu 50 Prozent der Landkreis, zu 50 Prozent die Kommunen anteilsmäßig auf Einwohner aufgeteilt. Einstimmig wurde dieser Zweckvereinbarung zugestimmt.

Bürgermeister Michael Pöhnlein konnte Schulabsolventen für ihre hervorragenden Leistungen mit einem kleinen Geschenk der Gemeinde ehren. Ausgezeichnet wurden Lucas Köstner (Siegmund-Loewe Realschule RS II) für die Mittlere Reife mit Note 1,73. Er beginnt eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker. Mit der gleichen Note legte Marlon Roth an der RS II die Mittlere Reife ab. Er lässt sich zum zum Industriekaufmann ausbilden. Yannick Ströhlein schloss an der RS II mit 1,82 ab und macht jetzt eine Ausbildung zum Mechatroniker.

Aus dem Gemeinderat

Förderung Bürgermeister Michael Pöhnlein (FW) informierte über die Begehung des Ortes durch die Regierung von Oberfranken im Rahmen der Nordostbayerninitiative. Die Regierung befürwortet, dass man die Lobensteiner Str. 2 - 4 (Daum Haus) und Nr. 6 (Lautenschläger) als eine Einheit, also ein Projekt ansieht. Es soll nun mit einer Machbarkeitsstudie geprüft werden, wie die Gebäude als neue Mitte von Nordhalben genutzt werden können.

Wasserrecht Die Verhandlung über das Wasserrecht der Quellen in Nordhalben findet am 24. Oktober 2019 statt.

Friedhof Das zweite Urnenfeld im Friedhof in Nordhalben ist fertig und es können die Plätze 16 - 32 belegt werden.

Rathaus Bei der Rathaussanierung ist das Schieferdach mit traditionellem Schiefer fast fertig, zwei Farben für die Außenfassade stehen als Anschauungsmaterial am Rathaus zur Verfügung.

Kinderfeuerwehr Geschäftsleiter und Kreisbrandrat Joachim Ranzenberger informierte darüber, dass die Kinderfeuerwehr (6 bis 12 Jahre) versicherungstechnisch in die gemeindliche Einrichtung Freiwillige Feuerwehr Nordhalben übernommen werden könne. Bisher ist dies über den Feuerwehrverein gelaufen. Gerade beim Unfallschutz biete dies Vorteile. "Je eher die Kinder in der Feuerwehr altersgerecht mitmachen können, desto eher bleiben sie auch danach in der Jugendfeuerwehr (12 bis 18 Jahre) bzw. in der Aktiven Mannschaft", erklärte Ranzenberger. Der Beschluss hierfür war einstimmig.

Naturbad Manfred Köstner (CSU) dankte allen Ehrenamtlichen für ihren Einsatz im Naturbad. Das Engagement ging weit über das "normale" Ehrenamt hinaus und sollte auch vergütet werden. Bürgermeister Pöhnlein verwies darauf, dass es auch in anderen Gemeinden so ist und man landkreisweit einheitliche Vergütungen für diese freiwilligen Leistungen erreichen wolle.

Breitbandausbau Michael Wunder (CSU) fragte nach, wie weit der Breitbandausbau für die Außengehöfte ist. Laut Joachim Ranzenberger läuft das Verfahren, man habe jedoch noch keinen Betreiber für das Netz gefunden habe. "Vonseiten der Telekom und anderer Betreiber fehlt noch das Interesse", so der Geschäftsleiter.

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