Nordhalben
Interview

Nordhalben ist Ort mit Perspektive - und sollte sich so präsentieren

Angela und Matthew Turner haben die Welt kennen gelernt und entdecken sie heute noch auf vielen Reisen quer durch Europa.
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Angela und Matthew Turner haben schon jetzt Seite an Seite eine faszinierende Lebensreise absolviert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Foto: Familie Turner
Angela und Matthew Turner haben schon jetzt Seite an Seite eine faszinierende Lebensreise absolviert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Foto: Familie Turner
Die Familie Turner hat die Welt kennen gelernt und entdeckt sie heute noch auf vielen Reisen quer durch Europa. Angela Turner, die auch als Oberfranken-Bloggerin tätig ist, erklärt uns im Interview, warum es ihr gerade der Frankenwald so angetan hat, warum man die Region nicht schlechtreden sollte und wo sie noch Entwicklungspotenziale sieht.

Wie schwer ist es gewesen, sich wieder in Deutschland, und dann noch im ländlichen Bereich, einzugewöhnen?
Angela Turner: Es war ein umgekehrter Kulturschock - die Anpassung an das Leben hier nach so vielen Jahren im Ausland. Dann das Abenteuer mit einem amerikanischen Ehemann in Deutschland ...

Wie gut wurden Sie in Nordhalben aufgenommen?
Wir haben unsere Nachbarn, die Leute und die Region kennen gelernt. Niemand schien ein Problem mit "meinem Amerikaner" zu haben. Es hat sehr geholfen, dass uns die Einwohner in und rund um Nordhalben mit offenen Armen aufgenommen haben.
Da sind genug, die sowohl Deutsch als auch Englisch sprechen, in der Apotheke, beim Arzt, im Rathaus und so weiter. Das hilft meinem Mann bei der Integration. Wenn es sein muss, kann er sich ohne mich verständlich machen und unterwegs sein. Das fördert auch sein Deutschlernen.

Wie zufrieden sind sie mit der Infrastruktur in der Region?
Nordhalben hat alles, was wir zum täglichen Leben brauchen. Es gibt Internet, eine Bank, eine Apotheke, ein Lebensmittelgeschäft, Ärzte, einen Automechaniker und vieles mehr. Bad Lobenstein, Naila, Hof und Kronach sind ebenfalls schnell zu erreichen und haben alles andere, was man in Nordhalben nicht finden kann. Nicht zu vergessen sind Coburg, Bamberg, Bayreuth und Nürnberg. Alle so nah.
Ein Haus oder Grunstück zu kaufen, heißt noch lange nicht, dass man sich niederlässt, sich integriert oder es nicht doch wieder weiterverkauft. Nach dem Kauf haben uns Nordhalben und die Region aber überrascht.

Nordhalben prägte durch die negative Bevölkerungsentwicklung und viele Leerstände die Schlagzeilen in den Medien. Inzwischen scheint die Gemeinde die Talfahrt bremsen zu können. Wie sehen Sie die Entwicklung vor Ort?
Nordhalben selbst ist nicht das schönste Dorf in Deutschland, aber so ist das mit vielen kleinen Städten oder Dörfern. In unserem kleinen Weiler, der zu Nordhalben gehört, liegt unser Grundstück, eingebettet in der magischen Schönheit der majestätischen Tannenbäume, umarmt von der unberührten Rodach - ein kleines Wunder der Natur. Und so ist es auch in der ganzen Region. Man findet kleine Schätze, wenn man nur die Augen aufmacht. Die Schönheit, die Nordhalben umgibt, ist zauberhaft, atemberaubend.
Das Schlimmste, was man tun könnte, wäre, Nordhalben und seine Weiler als einen zukunftsunfähigen Standort zu klassifizieren. Hauspreise in und rund um Nordhalben, im Vergleich zu anderen traumhaften Gebieten, sind viel günstiger. Das Leben hier ist auch billiger.

Sie bloggen auch über ihre neue Heimat. Was möchten Sie Ihren Lesern dabei vermitteln?
Oh, ... ich wünschte ich könnte das tolle Bauchgefühl, dass ich bei Nordhalben und der Region empfinde, in eine Flasche abfüllen, um es nach draußen zu vermarkten. Ich wurde hier nicht geboren, auch habe ich keine Verbindung zu der Region oder dem Ort. Aber ich habe mich in Nordhalben verliebt.

Die Fragen stellte Marco Meißner

Wie Angela und Matthew Turner ihren Weg von Texas über Prag nach Nordhalben fanden, lesen Sie hier in einem Porträt auf inFrankenPLUS.
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