Nordhalben
Kunst

Nordhalben hat den Schalter für den Neustart

Am kommenden Samstag startet der erste Nordhalbener Kunstsommer. Am Ködelberg wirft er seinen Schatten voraus.
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Die Trafostation am Ködelberg trägt seit kurzem die Handschrift der Künstlerin Diana Deckelmann. Maria Löffler
Die Trafostation am Ködelberg trägt seit kurzem die Handschrift der Künstlerin Diana Deckelmann. Maria Löffler

Er hat noch gar nicht stattgefunden, aber schon Abdrücke hinterlassen: Der erste Nordhalbener Kunstsommer beginnt am Samstag, 27. Juli, um 18 Uhr mit einer feierlichen Eröffnung am Maxhaus und soll den Status "Künstlerdorf Nordhalben" auf eine neue Ebene heben. Daran arbeiten aber nicht nur Organisatoren, sondern vor allem die Künstler selbst.

Künstler wie Diana und Kai Deckelmann, die sich um den Ablauf und die Koordination der Veranstaltung kümmern. Auch sie werden sich mit ihren künstlerischen Arbeiten, aber vor allem mit ihren unzähligen Ideen einbringen. Ideen, wie die Fenster von leer stehenden Häusern mit Leben zu erfüllen, "damit sie nicht wie tote Augen wirken, oder sogar anklagend." Diana Deckelmann will dieses Projekt am "Wienerhaus" durch Spenden umsetzen. Entstehen sollen durch Schablonenkunst (Stencils) die unterschiedlichsten Figuren.

"Ich hab auch schon den Stromturm beklebt, versiegelt und lackiert," meint sie und muss selbst lachen. "Ich weiß, dass es keinen Stromturm gibt, aber ich weiß nicht, wie das Ding wirklich heißt." Gemeint hatte sie die Trafostation am Ködelberg, die bis vor Kurzem noch von oben bis unten in einem wenig schmeichelhaften ockergelb in die Landschaft ragte. Jetzt finden sich unter anderem darauf Affen ("weil Menschen haben wir ja schon genug"), ein "Reset-Schalter" zum Ausmachen und Runterfahren und jemand, der ihn verzweifelt drücken will. "Mit der Zeit will ich immer mehr Menschen zeichnen, die hochgreifen wollen, um die Welt auszuschalten und alles neu zu starten."

Kunst zeigt Flagge

Auch ihr Mann Kai "will hässliche Dinge schönne mach." Beide sind Autodidakten, aber er macht auch Musik zu seiner Kunst, oder verbindet einfach Stencil-Spray-Art mit anderen Dingen. "Wir wollen dazu anregen, dass Kunst Flagge zeigt. Wir sind auch keine Spinner, die komische Sachen machen, wir lieben einfach unseren Heimatort und möchten, dass sich viele Menschen hier wohl fühlen."

Künstler Bernd Engels aus Essen, der Objektcollagen präsentieren wird, meint von sich selbst: "Mein Bildmaterial finde ich in der Vergangenheit, im Abfall der Straße oder im Alltag. Oft sind es Abbildungen aus einer historisch angestaubten Konvention, die mich dazu anregen, sie zu verändern und durch Hinzufügung von Applikationen in unerwartete Beziehungszusammenhänge zu setzen.

Dagmar Wolf lebt und arbeitet in Essen. Seit 2016 hat sie in einem eigenen Atelier ihre künstlerische Arbeit wieder intensiviert, nachdem sie als Lehrerin für Biologie, Chemie und Kunst am Gymnasium und in der Lehrerausbildung in Kunst tätig war. Ihre künstlerische Arbeit ist bislang stark geleitet von der Faszination gefundener Naturobjekte sowie dem Erleben in der Natur.

Zeichnung, Collage und Malerei haben dabei bisher in den letzten Jahren die thematische Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit und die Erfahrung von Stille bestimmt.

Elke Harras hat Public Art in London studiert und arbeitet national und international als freischaffende Künstlerin und Lichtdesignerin. Ihre Arbeiten sind oft interaktiv und kombinieren Art & Science.

Graffiti-Künstler Hasan, den viele nur unter seinem Künstlernamen "HsnOne" kennen, studierte Graphik und Medienkunst an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe. Er lebt in der Nähe von Ulm und ist dort tätig.

Holz, Keramik, Graffiti

Die geborene Lobensteinerin Judith Franke hat eigentlich Flechtwerkgestalter gelernt. Ein dreijähriges Studium der Bildhauerei mit Abschluss an der Staatlichen Berufsfachschule für Holzbildhauer in Oberammergau verbindet sie später mit der experimentellen Bildhauerei. In Nordhalben wird sie an Holzskulpturen arbeiten.

Martin Schlenger liebt die wissenschaftliche Arbeit im Spannungsfeld Denken, Sprache, Wirklichkeit in Bildern, Plastiken und Texten. Am Kunstsommer präsentiert er Grafiken und Plastiken. Martin Schlenger lebt und arbeitet in Essen und Bochum.

Niko La Kemena ist Keramikerin aus Münster und hat eine klassische Töpferausbildung. Später studierte sie Keramik-Design an der FH-Niederrhein und hat eine eigene Keramikwerkstatt.

Volker Ullenboom ist 1966 in Xanten geboren und hat ein Kunststudium an der Folkwang-Universität in Essen absolviert. Er beteiligte sich schon an vielen Kunstprojekten und organisiert seit 2015 die Mitarbeit am Künstlerhaus in Nordhalben mit. Er wird Holzobjekte ausstellen.

Diplom-Designerin Daniela Faber ist seit 2008 freiberufliche Grafikerin und Designerin im Bereich Kommunikationsdesign. Sie arbeitet auch in den Bereichen Fotografie, Video- und Objektkunst und realisierte bereits vier Projekte bei "Kronach leuchtet" und eines beim Lichtevent "Berlin leuchtet."

Mit dabei auch Ramona Taterra aus Berlin mit Bildern und Objekten. Sie hat für den Kunstsommer in Nordhalben mal eben neue Postkarten gedruckt.

Michael Hoffmann aus Lobenstein präsentiert Stencil-Graffiti.

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