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Marktrodach
Kommunalwahl

Norbert Gräbner: Noch viel Arbeit in der "Erntezeit"

Norbert Gräbner tritt zum fünften Mal zur Wahl in Marktrodach an. Der Bürgermeister möchte wichtige Projekte zu Ende führen.
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Norbert Gräbners Ziel: Die alte Schule in Oberrodach soll sich in ein Ärztehaus verwandeln. Foto: Marco Meißner
Norbert Gräbners Ziel: Die alte Schule in Oberrodach soll sich in ein Ärztehaus verwandeln. Foto: Marco Meißner

Norbert Gräbner will weiter als Bürgermeister anpacken - auch nach 24 Jahren noch. Der 63-Jährige sieht sich selbst als einen Arbeiter für seine Gemeinde, der seinen Job ordentlich zu Ende führen möchte und der sein Handwerk von der Pike auf gelernt hat. Wasserrecht, Tiefbau, Hochbau - in seiner Behördenlaufbahn hat er schon vor seiner ersten Wahl zum Gemeindeoberhaupt (1996) alle Facetten der Verwaltungsarbeit verinnerlicht. Davon könne Marktrodach auch heute noch profitieren, ist er überzeugt.

Zunächst wehte ob dieser Entscheidung jedoch ein stürmischer Wind über die politische Landschaft der Marktgemeinde hinweg. Die SPD hatte plötzlich zwei potenzielle Kandidaten - Gräbner und Oliver Skall. Diese Situation gipfelte im Rückzug Gräbners aus der SPD und seiner Kandidatur auf der Liste von ÜWG/FW. Nun wünscht sich der amtierende Bürgermeister einen Wahlkampf-Endspurt, der "anständig, würdevoll und ohne eine Kampagne" verläuft.

Auf solidem Fundament

"Sachlich" ist das Wort, das Gräbner in diesem Zusammenhang besonders wichtig ist. Denn es gebe für die Zukunft der Gemeinde viele Sachfragen zu entscheiden.

"Wir stehen wirtschaftlich gut da. Wir haben sieben Jahre in Folge keinen Kredit gebraucht und trotzdem viel gemacht", zieht er eine Bilanz. Daran müsse Marktrodach anknüpfen, solange die "Erntezeit, wie ich sie in meiner ganzen Laufbahn nicht erlebt habe", noch andauert. Die enormen Förderungen müssten weiterhin mit Weitblick genutzt werden. Große Projekte wie der Schallersgarten, der zur Festscheune werden soll, seien Beispiele hierfür.

Projekte machen Sinn

Doch der Ehemann und Vater einer erwachsenen Tochter betont, dass ihm keine Vorhaben vorschweben, die nur um der Förderung Willen in Angriff genommen werden. "Die Projekte müssen auch Sinn machen!" Die staatlichen Gelder tragen nur dazu bei, dass sie in viel kürzerer Zeit - und überhaupt - realisiert werden können.

Auf seiner Agenda hat Gräbner eine ganze Reihe solcher Vorhaben. Bei besagtem Schallersgarten werden nun auch die ersten Baumaßnahmen eingeleitet. Im Frühjahr soll's so richtig losgehen. Weiter soll das historische Pfarrhaus in Seibelsdorf gekauft, saniert und für die Vereinsnutzung sowie als Wohnraum zur Verfügung gestellt werden, geht der Bürgermeister auf ein anderes laufendes Projekt ein.

Der Umbau des alten Oberrodacher Rathauses zu einem Ärztehaus liegt ihm sehr am Herzen. Da die Regierung das Vorhaben schon positiv bewertet hat, hofft Gräbner auf eine Umsetzung in den kommenden eineinhalb Jahren. Deshalb wurden auch erste Sondierungsgespräche mit Ärzten geführt. "Wir sind sehr optimistisch", freut sich Gräbner über die gute Resonanz.

Auch in die Wohnungssituation komme Bewegung. Der 63-Jährige spricht beispielsweise von 13 Wohnungen, die bereits auf dem Oberrodacher Schulgrundstück entstehen. Im Straßenbau dürfte sich in absehbarer Zeit einiges Bewegen. "In die Umgehung von Zeyern habe ich viel Herzblut reinsteckt", geht Gräbner auf die augenfälligste Baustelle im Gemeindebereich ein. "Da möchte ich das Band unbedingt noch mit durchschneiden." Die Arbeiten liegen nach den zwischenzeitlichen Komplikationen "jetzt voll im Zeitplan".

Straßenbau im Blick

Die wohl 2021 folgende Maßnahme zwischen dem Rewe-Markt und dem Ortsende in Richtung Kronach sei schon durchgesprochen. Dort soll Lärm mindernder Asphalt aufgebracht werden. "Und im Jahr darauf könnte der Kreisverkehr bei der OMV-Tankstelle entstehen - mit einer Radwegeunterführung", geht Gräbner auf ein weiteres Wunschprojekt ein.

Nach der nahenden Fertigstellung der Umgehungsstraße kann mit der Umsetzung der Dorferneuerung in Zeyern begonnen werden. Außerdem ist die Generalsanierung der Straße nach Roßlach eine wichtiges Thema. Das alles soll unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit geschehen. Deshalb hat der Bürgermeister 1000-Tannen-Setzlinge bestellt, die er im Rahmen des Wahlkampfs verteilen wird. Es soll ein symbolischer Beitrag zum Klimaschutz und zum Waldumbau in der Region sein.

Es gibt in der Marktgemeinde also große Aufgaben zu erledigen. Und für Gräbner steht fest, dass er diese Entwicklung in bewegten Zeiten weiter begleiten sollte. "Ich habe noch viel zu tun, wobei ich meine Kenntnisse mit einbringen kann", sagt er. "Es wird jede Hand gebraucht - und ich werde noch gebraucht!"

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