Kronach
Medizin

Noch kann in Kronach gegen Grippe geimpft werden

Punktuell werden in Deutschland Engpässe beim Grippe-Impfstoff gemeldet. Auch im Kreis Kronach werden die Bestände weniger. Grund zur Panik besteht nicht.
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Im Kreis Kronach sind noch immer Grippe-Impfungen möglich. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Im Kreis Kronach sind noch immer Grippe-Impfungen möglich. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

In den Medien tauchen dieser Tage immer wieder Meldungen auf, dass es hier und dort in der Bundesrepublik bei der Versorgung mit Grippe-Impfstoffen zwickt. Wie aus Apothekerkreisen zu hören ist, spannt sich die Lage auch im Landkreis Kronach langsam an, weil sich die Lager der Hersteller lichten.

Die Kronacher Apothekerin Anne Spoerl relativiert diese Aussage aus ihrem Kollegenkreis ein Stück weit: "Es besteht kein Grund zur Panik, dass jemand zu kurz kommt, der die Impfung braucht." Ein Blick auf ihren Computer-Bildschirm zeigt, dass die Quellen nicht versiegt sind. Noch immer taucht in der elektronischen Übersicht ein Anbieter auf, der den Impfstoff nachliefern könnte.

Allerdings nimmt die Zahl der Lieferangebote wirklich ab. Für Anne Spoerl ist das aber weder dramatisch noch ungewöhnlich. Sie erklärt: "Die Impfsaison beginnt im September und läuft zum Jahresende hin aus." Wenn die Grippewelle nämlich erst einmal da sei, werde kaum noch geimpft. Deshalb zielten Hersteller wie Apotheken bewusst darauf ab, keine großen Lagerbestände übrig zu behalten. Was nicht gespritzt wird, muss schließlich entsorgt werden.

"Die Bestände werden nicht zurückgenommen", stellt Spoerl fest. Grippe-Impfmittel seien eine Art Saisonartikel, der jedes Jahr neu zusammengestellt wird. "Der neue Impfstoff (also für den Winter 2019/2020; Anm. d. Red.) orientiert sich an den Grippestämmen, die dieses Jahr auftreten", spielt die Apothekerin darauf an, dass das aktuelle Mittel im kommenden Jahr quasi veraltet ist.

Wie viel Impfstoff für eine Grippesaison produziert wird, hängt auch davon ab, was vorbestellt wurde. Die Ärzte sind laut Spoerl gehalten, etwa die Hälfte ihres erwarteten Jahresbedarfs frühzeitig zu ordern ("Dann hat die Industrie einen Richtwert"). Später kann bei Spitzen zwar noch nachproduziert werden, doch bis die Mittel dann zur Verfügung stehen, vergeht natürlich einige Zeit. Und irgendwann ist's eben zu spät, um die Produktion noch einmal anzukurbeln.

Sinnvolle Maßnahme

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Die Kronacher Ärztin Verena Frisch hält es für vernünftig, dass die Menschen die Möglichkeit der Grippe-Impfung wahrnehmen. Und heuer tun das viele. "Die Nachfrage bei uns in der Praxis ist groß", stellt die Medizinerin fest. "Nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres sind die Leute offenbar der Ansicht, dass es doch besser ist, sich impfen zu lassen."

Nach Auskunft der Apotheke, von der sie Impfstoffe erhält, gibt es dort noch keinen Engpass. Deshalb ist es in ihrer Praxis weiter für jedermann möglich, sich impfen zu lassen. "Die Impfung ist sinnvoll", betont sie. Die richtige Influenza sei eben eine schwere Erkrankung, anders als die bei uns landläufig oft als "Grippe" bezeichnete Erkältung. Gerade bei Menschen, die bereits schwer krank sind, könne die echte Grippe einen bösen Verlauf nehmen, der im schlimmsten Fall sogar tödlich enden könne.



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