Wilhelmsthal
Energieversorgung

Noch ein Vorzeigeprojekt in Wilhelmsthal

Die Bauarbeiten für das Nahwärmenetz "Am Eichsberg" in Wilhelmsthal sind abgeschlossen. Bei einer Feier wurde die Anlage offiziell in Betrieb genommen.
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Blick in den Feuerraum der Hackschnitzelheizanlage, die das Nahwärmenetz speist  Foto: Heike Schülein
Blick in den Feuerraum der Hackschnitzelheizanlage, die das Nahwärmenetz speist Foto: Heike Schülein
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Die Heizzentrale des Nahwärmenetzes "Am Eichsberg" in der Hesselbacher Straße 16 nahe der Grundschule wurde bereits Ende März dieses Jahres erfolgreich in Betrieb genommen und läuft seitdem störungsfrei. Außer der Schule mit der Turnhalle, den drei kirchlichen Gebäuden sowie dem Kindergarten werden seitdem auch rund ein Dutzend an das Wärmehaus angeschlossene Wohnhäuser mit umweltfreundlicher Heizenergie aus dem Frankenwald versorgt. Kürzlich konnten nun die letzten Arbeiten des Nahwärmenetzes abgeschlossen werden, was von den Projektbeteiligten mit einem kleinen Festakt gefeiert wurde.

"Wir sind sehr stolz, dass unsere kleine Kommune nun - nach Effelter - ein weiteres Vorzeigeprojekt für neue Energien hat", freute sich Bürgermeisterin Susanne Grebner. Der Frankenwald mit seinem Holzreichtum biete die besten Voraussetzungen, um vom Öl wegzukommen, einen Beitrag zur Energiewende zu leisten und den heimischen Wirtschaftskreislauf zu stärken.

Die ersten Gespräche und Planungen hinsichtlich eines solchen Nahwärmenetzes lägen bereits sechs Jahre zurück. Ausgangspunkt für die Überlegungen sei der Schulhausneubau gewesen und die damit verbundene Frage, wie die Schule geheizt werden solle. Nachdem zunächst eine Hackschnitzelheizung angedacht gewesen sei, sei man einen Schritt weitergegangen und habe über ein Nahwärmenetz nachgedacht, da mehr Teilnehmer die Kosten reduzierten. Das Projekt wird mit dem KfW-Förderprogramm "Erneuerbare Energien" gefördert.

Mit der erzeugten - zu 100 Prozent nachhaltigen - Energie setzte man nun erneut ein wichtiges Signal für die angestrebte Energiewende. Durch den Anschluss von öffentlichen und privaten Gebäuden im Gemeindegebiet Eichsberg würden jährlich circa 80 000 bis 90 000 Liter Heizöl eingespart. "Das ist viel Geld, das wir als Kommune, aber auch die weiteren Nutzer sparen", verdeutlichte die Bürgermeisterin. Da der Heizölpreis bereits seit Baubeginn im September 2017 um rund 28 Prozent gestiegen sei, ergäben sich schon jetzt erhebliche Einsparungen im Vergleich zu den vorherigen Heizölheizanlagen.

Keine Wartung, kein Geruch

Darüber hinaus sei das Nahwärmenetz eine bequeme und saubere Sache, da sich die Nutzer im Gegensatz zu einer Ölheizung um nichts mehr kümmern müssten. So fielen beispielsweise Inspektions- und Wartungsarbeiten der Heizung ebenso weg wie die Neubestellung beziehungsweise Anlieferung von Öl. Zudem habe man keine Geruchsbelästigung mehr.

Vielleicht leiste das Angebot auch einen weiteren kleinen Baustein dazu, dass sich weitere junge Familien in der Gemeinde niederließen, wünschte sich die Bürgermeisterin. Dass das vorbildliche Gemeinschaftsprojekt habe gelingen können, sei dem Engagement vieler Beteiligter zu bedanken.

Der Betreiber Dirk Zipfel, Geschäftsführer der Firma NEF Natur-Energie-Frankenwald GmbH, stellte die Anlage vor. Diese verfügt über eine moderne 500-kW-Hackschnitzel-Heizanlage, Fabrikat Heizomat, und über eine 440-kW-Heizöl-Heizanlage, Fabrikat Viessmann, die als Notfallheizung und Spitzenlastkessel eingesetzt wird. Die Hackschnitzelanlage wird voraussichtlich 90 bis 95 Prozent der benötigten Wärmemenge produzieren. Außerdem gibt es eine Photovoltaikanlage mit 9,4 kWp Leistung, die den zum Betrieb der Heizanlagen und Pumpen benötigten Strom produzieren kann. Die Heizanlage erreicht damit einen nahezu klimaneutralen Betrieb.

Zu den derzeit 16 Anschlüssen zählen neben den Privathaushalten das Schwesternhaus, die Kirche und das Pfarrhaus, die Schule mit der Turnhalle sowie der Kindergarten.

Tag der offenen Tür geplant

Die Anlage soll im kommenden Jahr bei einem "Tag der offenen Tür" der Bevölkerung vorgestellt werden. Interessierte, die noch von der umweltfreundlichen Heizenergie profitieren möchten, können sich an Dirk Zipfel von der Firma NEF Natur-Energie-Frankenwald wenden. Eine Erweiterung des Nahwärmenetzes muss im Einzelfall - abhängig vom jeweiligen Standort des Wohnhauses - geprüft werden.

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