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Kronach
Jagd

Neunmal erfolgte der Jägerschlag in Mitwitz

Nach erfolgreicher Prüfung nahm die Kronacher Jägerschaft die frischgebackenen Waidleute in ihre Reihen auf.
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Constanze Meusel-Burscheid aus Ludwigsstadt erhält vom Kreisvorsitzenden Bernhard Schmitt den Jägerschlag.  Fotos: K.-H. Hofmann
Constanze Meusel-Burscheid aus Ludwigsstadt erhält vom Kreisvorsitzenden Bernhard Schmitt den Jägerschlag. Fotos: K.-H. Hofmann
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Eingeleitet von Jagdsignalen durch das Bläsercorps der Kreisgruppe Kronach unter der Leitung von Nicolai Hiesl wurde neun Jungjägern der Jägerschlag erteilt und der Jägerbrief überreicht. Die sieben Jungjäger und zwei Jungjägerinnen haben ihre Jägerprüfung nach Absolvierung des Jägerkurses an der Jägerschule Kronach bestanden und wurden somit nach alter Tradition und Sitte im althergebrachten Zeremoniell zum Jäger geschlagen. Sie wurden damit in die Reihen der Jäger aufgenommen.

Zu diesem kleinen Festakt konnte der Vorsitzende der Kreisgruppe Kronach im Bayerischen Jagdschutz- und Jägerverband, Bernhard Schmitt, im schönen Ambiente des Innenhofes des Wasserschlosses Mitwitz zahlreiche Gäste begrüßen. Schmitt sagte an die erfolgreichen Absolventen gewandt: "Es war für euch ein harter, ein anstrengender Weg, aber ihr habt die Ausbildung an der Kronacher Jägerschule und die Jägerprüfung mit Bravour abgeschlossen."

Eine gewissenhafte und gründliche Ausbildung zur Jägerprüfung stellt die Hauptaufgabe der Jägerschule dar. Daher galt der Dank des Kreisvorsitzenden den höchstqualifizierten und äußerst motivierten Referenten der Kronacher Jägerschule, die es wieder einmal verstanden hätten, ihr Wissen um die Belange der Natur und der Jagd erfolgreich weiterzugeben.

Früher war es Brauch, dass ein junger Jäger erst drei Lehrjahre-Behänge erfolgreich ableisten musste, ehe er zum Jäger geschlagen wurde und einen Hirschfänger erhält. Dies ist heutzutage nicht mehr üblich, übrig geblieben sind aber die drei Jahre, die ein Jungjäger warten muss, ehe er selbst einen Jagdbogen oder eine eigene Jagd pachten kann. Heutzutage ist auch das Gelöbnis nicht mehr üblich, das Jungjäger bei ihrem Jägerschlag ablegen mussten. Dennoch sei für ihn, Bernhard Schmitt, der Inhalt des Gelöbnisses sehr wichtig, betonte er. Stellvertretend für alle sprach Schmitt das Gelöbnis: "Ich gelobe, mit offenem Herzen und bestem Willen, in die Reihe der waidgerechten Jäger eingetreten zu sein, wohlwissend, dass mir damit eine Ehre widerfahren ist, der ich mich allzeit würdig erweisen will! Ich gelobe die überlieferten, die geschriebenen und die ungeschriebenen Gesetze der Waidgerechtigkeit zu achten und die Gebote des Natur- und Tierschutzes zu befolgen und das jagdliche Brauchtum allzeit in Ehren zu halten. Ich will Jäger, vor allem Heger und Pfleger sein und die Vorbilder überlieferter Jägertreue und den Kameradschaftsgeist zur Richtschnur meines waidmännischen Lebens nehmen."

Danach erfolgte der Ritus des Jägerschlages, zu dem drei symbolische Schläge mit dem silbernen Waidblatt auf die Schulter gehören mit den Worten: "Der erste Schlag soll dich zum Jäger weih'n, der zweite Schlag soll dir Kraft verleih'n zu üben stets das Rechte, und der dritte Schlag soll dich verpflichten, nie auf die Jägerehre zu verzichten." Dazu wird den Jungjägern ein "Bruch" (abgebrochener Zweig eines Baumes) zum Anstecken an seinen Hut überreicht. Der Leiter der Jägerschule Kronach, Ewald Müller, hatte für jeden Jungjäger einen Spruch parat.

Um Jäger werden zu können, muss man eine weitreichende Ausbildung hinter sich bringen. Zum Ausbildungsspektrum gehören zum Beispiel Jagdwaffenkunde, Schießausbildung, Waffenhandhabung, Jagdgesetze, Waffenrecht, Unfallverhütungs- und rechtliche Vorschriften, Jagdhunde, Hundekrankheiten, Waldbau, Wildtierkunde, Naturschutz, Landbau, und natürlich eine umfangreiche praktische Ausbildung, weshalb man auch vom "grünen Abitur" spricht.

Der Zweite Vorsitzende der Kreisgruppe Kronach, Eckhard Schneider, sprach den Jägerschlag als eine öffentliche Bestätigung und als Anerkennung und Respekt gegenüber den Jägern in der Öffentlichkeit an, die Vertrauen in ihre gut ausgebildeten Jäger haben könne.

"Wir Jäger tragen Verantwortung und wollen getragen werden vom Vertrauen der Öffentlichkeit und in der Bevölkerung, weil wir stets mit Passion und Umsicht unserer wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe des waidmännischen Jagens nachgehen. Wir wollen aber auch getragen und anerkannt werden von der Politik, den Landwirten und den Jagdgenossenschaften und Grundstückseigentümern", merkte Schneider an.

Die erfolgreichen Absolventen der Jägerprüfung: Jürgen Erlmann (Weidhausen), Stefan Leikeim (Marktzeuln), Constanze Meusel-Burscheid (Ludwigsstadt), Michael Neubauer (Langenau), Anna Elisabeth Rühl (Burgkunstadt), Markus Stauch (Tschirn), Marco Stegner (Langenau), Bastian Stephan (Schmölz) und Johannes Zuber (Friesen).

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