Tettau
Gemeinderat

Neues Fahrzeug passt nicht in die Garage

Eigentlich ist es eine schöne Nachricht, aber: Die Wehr Langenau bekommt ein neues Fahrzeug, aber das Feuerwehrhaus ist dafür zu klein.
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Aufgrund dessen, dass die Feuerwehr Langenau ein neues Fahrzeug erhält, müssen nun bauliche Veränderungen am Feuerwehrhaus vorgenommen werden.Veronika Schadeck
Aufgrund dessen, dass die Feuerwehr Langenau ein neues Fahrzeug erhält, müssen nun bauliche Veränderungen am Feuerwehrhaus vorgenommen werden.Veronika Schadeck
Die Gemeinde muss nun wegen des neuen Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF) bauliche Veränderungen vornehmen, und das sorgte bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstag bei einigen Räten für erhitzte Gemüter. Vor der Zustimmung zur Ausschreibung meinte Michael Müller (BfT): "Das Auto geht ja in die alte Garage nicht rein!" Nur mit eingeklappten Spiegeln lässt es sich in die Halle fahren, entgegnete Kreisbrandinspektor Harald Schnappauf. Die Unfallvorschriften können aufgrund der Enge der Räumlichkeiten nicht eingehalten werden und es geht um die Sicherheit der Aktiven. "In irgendeiner Form müssen bauliche Maßnahmen erfolgen!"
Michael Müller (BfT) schlug vor, wenn schon ein Feuerwehrhaus gebaut werden muss, dann sollte es in Dorfbild passen. "Ein Betonklotz im Dorfkern ist der Sache nicht genüge getan!" Eventuell, so Carl-August Heinz (BfT), könnte man die Feuerwehr Langenau doch während einer Bauphase auslagern, beispielsweise in die Porzellanfabrik nach Tettau. "Das geht nicht, denn eine Feuerwehr muss vor Ort sein", so Schnappauf.
Helmut Neubauer (BfT) konnte seinen Ärger nicht verbergen. Wenn die Problematik doch schon vorher bekannt war, dann hätte man es uns in einer entsprechenden Sitzung mitteilen sollen. Statt dessen habe man nur vom neuen Fahrzeug geschwärmt. "Das gleicht ja einem Schildbürgerstreich!" Die ganze Sache mache ihn wütend, ärgerte sich auch Willi Güntsch (SPD). Warum macht sich bei vor der Anschaffung der Bauausschuss kein Bild vor Ort? "Gegen die Unterstellung Schildbürgerstreich", wehren wir uns, konterte Harald Schnappauf. Es sei in der Vergangenheit immer auf darauf hingewiesen worden, dass Unzulänglichkeiten vorhanden sind. Wenn diese nicht weiter verfolgt worden seien, könne dies nicht der Kreisbrandinspektion angelastet werden!" Außerdem, auch die anderen Wehren müssen bauliche Veränderungen durchführen. "Wenn ich erst bestelle und dann merke, das Haus ist zu klein, dann ist das ein Schildbürgerstreich", so Hubert Ruß (SPD).
"Wir müssen nun in den sauren Apfel beißen!", erklärte Bürgermeister Peter Ebertsch. Er stellte klar, dass das Feuerwehrwesen eine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei. Durch die Gemeinschaftsbestellung mit den Feuerwehren aus Gehülz und Stockheim könne der Markt viel Geld sparen. Er hob die Bedeutung der Feuerwehren hervor und wies auf die Industrie in Langenau hin. Letztendlich stimmte der Marktgemeinderat einstimmig für die Ausschreibung. Peter Ebertsch bat die Feuerwehr Langenau, die baulichen Veränderungen mit zu unterstützen, was der Kommandant der Wehr, Michael Neubauer, zusicherte. Was die baulichen Veränderungen betrifft, so kann die Maßnahme nicht auf die lange Bank geschoben werden. Das jetzige Fahrzeug hat nur Tüv bis Oktober 2018.
Ein anderes Thema war die Königliche Porzellanfabrik. Hier geht es um viel Geld, darum ob das 40 000 qm Geschossfläche umfassende Gebäude bestehen bleibt oder bauliche Änderungen vorgenommen werden. Rudolph Langner von Schoener und Panzer (Architekten) stellte hierzu eine Machbarkeitsstudie vor, die ein 3000 Quadratmeter großes Raumprogramm beinhaltete. Demnach sollen Teile der Porzellanfabrik weichen. Langner sprach davon, den Gebäudekomplex in der Mitte zu öffnen, um einen Durchgang zu schaffen. Die Produktion der Porzellanfabrik müsste verlagert werden, ein Teil des fünfgeschossigen Gebäudes wird ebenso wie das ehemalige Mädcheninternat weggerissen. Langner kann sich neben der Schaffung eines Werksverkaufs, Vorführraums, Lagerraums, Sanitäranlagen auch 18 kleinere Wohnungen, beispielsweise für Auszubildende vorstellen. Es ergäbe es völlig anderes Ortsbild, die Kirche wäre einsehbar. Der durch den Abriss entstehende Freiraum könnte begrünt werden. Es könnten Wende- und Stellplätze geschaffen werden. Allerdings, so räumte der Landschaftsarchitekt ein: "So ein Gebäude ist drei Nummern zu groß für eine Gemeinde wie Tettau!". Er sprach von rund 20 Millionen Euro an Investitionen. "Ich habe Bauchschmerzen", so der Bürgermeister. Wenn die Räte sagen: "Das ist uns zu heiß, dann beenden wir das!" Er wies aber darauf hin, dass bei dem Projekt bis zu 90 Prozent an Förderungen im Rahmen von Städtebaumitteln möglich sind. Auch sollte der Eigentümer mit ins Boot geholt werden. Das Gremium nahm Kenntnis vom Planungsstand und will nun das Projekt weiter verfolgen.
Weiterhin wurden auch im Rahmen des Städtebaus Maßnahmen befürwortet, wie beispielsweise die Sanierung des Marktplatzes, die Errichtung einer Skaterparks, Abbruch des Gebäudes an der Christian-Hammerschmidt-Straße 38/Errichtung eines Parkplatzes. Weiterhin wurde der Stiftungsrat für die Stiftung "Unser Markt Tettau" festgelegt. Dieser besteht aus den drei Bürgermeistern Peter Ebertsch, Falk Wick, Dietmar Schmidt sowie den Fraktionsvorsitzenden. Das Spendenaufkommen lag zum Dezember 2017 bei 68 682 Euro, darunter 12.000 Euro von Ende 2016.
Die Mittel sollen unter anderem für die Schule und Löschwasservorrichtungen verwenden werden. Bestätigt wurde der weitere stellvertretende Kommandant der Feuerwehr Tettau, Holger Krautwurst. Am Anfang der Sitzung erteilte Ebertsch der Straßenausbaubeitragssatzung (Strabs) eine klare Absage. In Tettau sei diese nicht umgelegt worden. Seit dem Jahre 2012 sei den Bürgern somit 750 000 Euro an Strabs erspart geblieben. Er forderte seine Räte und die Bürger auf: "Bündeln wir unsre Energien und Fähigkeiten, pflegen wir eine sachliche Diskussion um am Ende das Beste für unsere Bürger zu erreichen."


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