Marktrodach
Gemeinderat

Neuer Wohnraum statt Leerstand in Unterrodach

Die Gemeinde Marktrodach will das rund 200 Jahre alte Gebäude in der Hauptstraße 29 in Unterrodach sanieren und zwei Wohnungen schaffen.
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Für rund 800 000 Euro will die Gemeinde Marktrodach das Anwesen Hauptstraße 29 (links) sanieren und zwei Wohnungen schaffen. Das Projekt wird zu 90 Prozent durch die Nordostbayern-Offensive gefördert.Veronika Schadeck
Für rund 800 000 Euro will die Gemeinde Marktrodach das Anwesen Hauptstraße 29 (links) sanieren und zwei Wohnungen schaffen. Das Projekt wird zu 90 Prozent durch die Nordostbayern-Offensive gefördert.Veronika Schadeck
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Es sticht ins Auge, das Anwesen an der Hauptstraße 29 in Unterrodach. Seit über zehn Jahren steht das knapp 200 Jahre alte Gebäude leer. Das soll sich nun ändern. Die Gemeinde will mithilfe von Förderungen aus der Nordost-Bayern-Offensive das Haus umfassend sanieren und zwei Wohnungen schaffen.

Bei einer Ortsbegehung am Montagabend teilte der Projektleiter Georg Neubauer von Architekten Müller den Gemeinderäten die einzelnen Maßnahmen mit. Unter anderem werden Decken, Fenster, Fassaden, Böden und der Treppenaufgang überarbeitet beziehungsweise erneuert.

Er sprach davon, dass bereits Rückbautätigkeiten durch Mitarbeiter des Bauhofs durchgeführt wurden, um während der Bauphase vor bösen Überraschungen verschont zu bleiben. Im Zuge dessen sei nicht nur ein jahrhundertealter Keller gefunden worden, sondern es habe sich herausgestellt, dass die Konstruktion des Gebäudes stärker beschädigt als befürchtet ist. Deshalb müssen zusätzliche Kosten in Höhe von rund 120 000 Euro kalkuliert werden. Die bisherigen Kalkulationen lagen bei 693 000 Euro.

Wie Georg Neubauer weiter erklärte, sollen die Ausschreibungen für die einzelnen Gewerke am Anwesen noch in dieser Woche erfolgen. Er rechne mit einer Vergabe in rund vier Wochen.

Wie Bürgermeister Norbert Gräbner erklärte, habe die Gemeinde das Gebäude geschenkt bekommen. Die Maßnahme könne nur dank der großzügigen Förderungen in Höhe von 90 Prozent der förderfähigen Kosten durch den Freistaat von der Kommune durchgeführt werden.

Die nächste Station der Ortsbegehung war das Schwimmbad "Rodach Beach". Hier zeigte der Bademeister Markus Holzmann die neuen Toilettenanlagen. Wie Gräbner erklärte, stelle die Kommune jährlich rund 40 000 Euro für Sanierungsarbeiten am Schwimmbad in den Haushalt. Sukzessive sollen mit diesen Geldern Verschönerungsarbeiten durchgeführt werden. Sein Dank galt in diesem Zusammenhang auch dem Förderverein "Rodach Beach", der sich ehrenamtlich für ein attraktives Schwimmbad einbringt. Das "Rodach Beach", so Gräbner, sei nicht zuletzt wegen dem freundlichen Personal ein beliebter Freizeittreff. In diesem Zusammenhang sprach der Bademeister von 23 000 Besuchern, die im vergangenen Jahr gezählt werden konnten.

Problem Beckenkopf

Gräbner wies darauf hin, dass der Beckenkopf im Schwimmbecken ein Problem darstelle. Dieser breche immer mehr ein. Rund eine Million Euro müsste die Gemeinde für einen neuen investieren. Das ist Geld, das nicht vorhanden sei. Er und auch seine Gemeinderäte hoffen nun auf das seit rund zehn Tagen verabschiedete Schwimmbäder-Förderprogramm durch den Freistaat. Weiterhin wurden drei Gemeindestraßen begutachtet. Es ging darum, welche Maßnahme zuerst durchgeführt werden sollte. Auf der Prioritätenliste steht auch die Martin-Luther-Straße in Unterrodach. Diese befindet sich in einem desolaten Zustand. Gräbner wies darauf hin, dass man diese Straße schon seit Jahren in Angriff habe nehmen wollen, sogar sein Vorgänger habe sich mit Planungen befasst. Aufgrund dessen aber, dass die Straße bezüglich Erschließungsbeiträgen nie abgerechnet worden sei, wären auf die Anlieger immense Kosten zugekommen. Jetzt, nachdem andere Richtlinien geschaffen wurden und auch die Straßenausbaubeitragssatzung nicht mehr existiere, könne man eine Straßensanierung vornehmen.

Von Pendlern stark befahren

Begutachtet wurde weiterhin die Christopherusstraße in Zeyern und die Gemeindeverbindungsstraße Zeyern/Roßlach. Hier sprach der Bürgermeister von einer starken überörtlichen Frequentierung. Diese komme nicht zuletzt durch die Pendler zustande, die diese Strecke als Abkürzung zu ihrem Arbeitsplatz in den Landkreis Hof nutzen. Während Helmut Wich-Heiter (SPD) sich dafür aussprach, mit der Sanierung der Gemeindeverbindungsstraße so lange zu warten, bis die Roßlacher Firma Letsch ihren Betrieb "Im Gries" errichtet habe, meinte Gräbner, dass er den Ausbau dieser Trasse favorisiere. Er wies auf die Fertigstellung der Ortsumgehung Zeyern im Jahr 2020 hin und darauf, dass auch der Einmündungsbereich dieser Straße zur B 173 mit erneuert werden soll. Das Gremium kam überein, Fördermittel auszuloten und erst den Haushalt zu verabschieden, bevor man die Reihenfolge von Straßenbaumaßnahmen festlegt.

Freude über die Verkehrsfreigabe

Im Zuge der Gemeinderatssitzung in Martkrodach und der Ortsbegehung erfolgte am Dienstagabend auch die offizielle Verkehrsfreigabe der Gemeindeverbindungsstraße Seibelsdorf/Fischbach.

Bürgermeister Norbert Gräbner lobte die bauausführende Firma Schill & Geiger und den Projektleiter Wolfgang Dittrich, die innerhalb von vier Wochen diese Maßnahme durchführten.

In dieser Zeit wurde der komplette Oberbau auf einer 1150 Meter langen Strecke im Marktrodacher Flurbereich erneuert. Der vorhandene Asphalt wurde aufgefräst und mit der darunter liegenden ungebundenen Tragschicht im Zuge des Fräsvorgangs vermischt. Das Fräsgut wurde profiliert und verdichtet.

Auch wurden 850 Tonnen Frostschutz eingebaut. Die 4,70 Meter breite Fahrbahn wurde um 30 Zentimeter verbreitet. Bürgermeister Norbert Gräbner freute sich bei der Verkehrsfreigabe auch, dass der kalkulierte Kostenrahmen in Höhe von 200 000 Euro mit dem Angebotspreis von 171 497 Euro unterschritten werden konnte.

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