Kronach
Interview

Neue Leitung der Stadtwerke Kronach stellt sich vor

Die Kronacher Stadtwerke werden seit Kurzem von einem Duo geleitet: Jochen Löffler und Johannes Meitner. Sie schildern im Interview ihre ersten Eindrücke.
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Jochen Löffler (l.) und Johannes Meitner leiten die Stadtwerke Kronach.Foto: Marco Meißner
Jochen Löffler (l.) und Johannes Meitner leiten die Stadtwerke Kronach.Foto: Marco Meißner

Peter Maaß war das Gesicht der Kronacher Stadtwerke. Nach dem tragischen Tod des langjährigen Leiters klaffte eine Lücke. Ein Duo will diese ausfüllen - sowohl was die fachliche Kompetenz betrifft als auch den menschlichen Umgang mit den Bürgern.

Jochen Löffler (Werkleiter) befasst sich vorwiegend mit den technischen Aufgaben der Werke, Johannes Meitner (Stellvertreter) im Wesentlichen mit den kaufmännischen Aspekten. Im Interview sprechen sie und Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein über die Arbeit, die Projekte und ihre Erfahrungen mit den Kronachern. Sind Sie den Kronachern schon ein Begriff? Jochen Löffler: (lacht) So oft wie das Telefon klingelt, denke ich schon. Aber ich bin ja auch schon seit zweieinhalb Jahren da. (Johannes Meitner erst seit April 2018; Anm. d. Red.). Wie schwer ist es, in die Fußstapfen von Peter Maaß zu treten? Löffler: Er hat seine Arbeit über drei Jahrzehnte sehr gut gemacht. Und er hatte ein großes Aufgabenfeld. Wolfgang Beiergrößlein: Es war eine schwierige Zeit nach dem Tod von Peter Maaß. Die Aufgabenstellungen waren hoch. Nicht zuletzt die Anfragen bei Bürgerversammlungen zeigen, wie viele Themen die Stadtwerke betreffen und welche Dimension dieser Betrieb hat. Fiel deswegen die Entscheidung, die Leitung nun aufzuteilen? Beiergrößlein: Diese Überlegung gab es schon früher. Seinerzeit mussten Vertretungsphasen noch von der Kämmerei übernommen werden. Peter Maaß war Ingenieur, deshalb wurde gleich an eine Unterstützung im kaufmännischen Bereich gedacht. In dieser Hinsicht haben wir nun ein sehr gutes Ergebnis erreicht. Wie war für Sie der Einstieg in die neue Aufgabe, Herr Meitner? Johannes Meitner: Es ging schnell in die Vollen: zwei Jahresabschlüsse, ein Wirtschaftsplan und die Umstellung der Buchhaltung. Der kaufmännische Bereich mit Finanz- und Rechnungswesen ist sehr umfangreich, auch wenn die Öffentlichkeit das nicht so im Blick hat. Er reicht von der Anschaffung eines Solariums über die Eintrittspreise des Crana Mare bis hin zu Personal- und Marketingfragen. Löffler: (schmunzelt) Wir haben ihn nicht geschont, sondern gleich ins kalte Wasser geworfen. Und er ist nicht wasserscheu! Und wie fällt Ihr Rückblick aus, Herr Löffler? Löffler: Für mich war es der Wechsel vom Spezialisten zum Generalisten. Anfangs war es nicht leicht. Für 2017 hatte ich das zweifelhafte Vergnügen, selbst einen Wirtschaftsplan erstellen zu dürfen. Außerdem musste eine neue Gebührenkalkulation für Wasser, Abwasser und Friedhof erstellt werden. Die Ingenieuraufgaben waren leichter umzusetzen, das habe ich ja davor schon gemacht.

Ich hatte jedoch den Vorteil, noch einige Monate mit Peter Maaß zusammenarbeiten zu dürfen. Die Zusammenarbeit mit den Meistern aus den verschiedenen Bereichen klappt hervorragend. Die Arbeit in unserem Haus funktioniert auf dieser Basis gut. Beiergrößlein: Das wird von den Gremien der Stadt auch honoriert. Zug um Zug haben die beiden Leiter nach einer für den Betrieb schweren Zeit wieder Ruhe und Ordnung reingebracht. Wo liegen die nächsten Herausforderungen? Löffler: Bei den Straßen und den über 30 Brücken, die sanierungsbedürftig sind. Wir haben außerdem 150 Kilometer Wasserleitungen und 130 Kilometer Kanal, die wir im Blick behalten müssen. Unsere vielfältigen Aufgaben können wir aber nicht alle auf einmal erledigen. Da müssen wir die personellen Möglichkeiten und den Haushalt berücksichtigen. Deshalb haben wir bei den Straßen und Brücken zum Beispiel Prioritätenlisten. Momentan läuft als große Maßnahme die Sanierung der Festungsstraße. Wenn wir damit fertig sind, kommt die Spitalbrücke mit ihrem gesamten Umfeld an die Reihe. Außerdem sanieren wir diverse Stege; solche Dinge laufen ständig mit. Wie ist es ums Kronacher Schwimmbad bestellt? Löffler: Das Crana Mare wird uns maßgeblich beschäftigen. Momentan laufen noch die Bestandsanalysen - darauf aufbauend werden wir ein Konzept für die Zukunft des Bades entwickeln. Derzeit denken wir noch in alle möglichen Richtungen. Fünf bis zehn Jahre sind durchaus realistisch, bis ein Konzept für ein solches Projekt umgesetzt werden kann. Wie haben Sie denn die Kronacher bisher erlebt? Wie ticken unsere Bürger? Es ist wie überall, nicht jeder ist gleich. Der eine ist einem wohlgesonnener, der andere eher auf Krawall gebürstet. Was ich aber festgestellt habe: Wenn man den Leuten etwas vernünftig erklärt, zeigen die meisten auch Verständnis. Und wir sind ein offenes Haus; wenn jemand ein Anliegen hat, kümmern wir uns auch darum. Beiergrößlein: Entscheidend bei unseren beiden Stadtwerksleitern sind ihre Fachkompetenz und ihr Umgang mit den Bürgern. Man muss auf die Menschen zugehen - und das tun sie beide. Sie haben ein offenes Ohr, egal, ob es um das Thema Winterdienst geht, den Kanaldeckel, der wackelt, oder auch nur den Baum, dessen Blätter aufs Grab fallen. Das Gespräch führte Marco Meißner

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