Kronach
Plenumstreffen

Neue Ideen für einen attraktiveren Landkreis

Das Bündnis familienfreudiger Landkreis befasste sich in Workshops unter anderem mit den Bedürfnissen von Neubürgern und Rückkehrern.
Artikel drucken Artikel einbetten
Eva-Maria und Florian Wittmann mit Tochter Ida wurden als neue Mitglieder im Bündnis familienfreudiger Landkreis willkommen geheißen.Maria Löffler
Eva-Maria und Florian Wittmann mit Tochter Ida wurden als neue Mitglieder im Bündnis familienfreudiger Landkreis willkommen geheißen.Maria Löffler
+5 Bilder
"Hätten wir, täten wir...", oder auf Fränkisch: "Häd me, däd me... Miteinander konkret werden" - das war das Motto des Plenumstreffen Bündnis "Familienfreudiger Landkreis Kronach" im Sitzungssaal des Landratsamtes. Die Ergebnisse der drei Workshops sollen dabei helfen, Kronach wieder ein Stück liebenswerter und familienfreudiger zu machen. Das jedenfalls wünscht sich Rainer Kober, der Vorsitzende von Kronach Creativ. Er möchte auch künftig gerne das Bürgerengagement aktivieren, um Themen, die den Landkreis bewegen, selbst in die Hand zu nehmen.

Wie üblich, hatte bei diesem Treffen erneut eine Steuerungsgruppe die Vorarbeit geleistet und sich um die jeweiligen Aufgabenstellungen gekümmert. Mit Neubürgern und Rückkehrern beschäftigte sich der erste Workshop, der mit dem Impulsreferat "Willkommensagentur Fichtelgebirge" von Katharina Hupfer Denkanstöße liefern wollte. Die Diskussion drehte sich hier vor allem auch um die Wohnraumsituation im Landkreis und die Anregung, wieder Werkswohnungen zur Verfügung zu stellen.

Dirk Ellers fasste die Ergebnisse des Workshops zusammen: "Wir sollten die Partner von Zuziehern mitnehmen und uns überlegen, was man für die Dableiber tun kann. Wir müssen vor allem Wohnraum schaffen und ein gutes Internet ist wichtig. Dabei sollten wir landkreisübergreifend denken und arbeiten." Eine der vielen Anregungen war beispielsweise eine "Landkreisroadshow", bei der in einem speziellen Bus die Region vorgestellt werden könnte. Auch der Wunsch nach Investoren und einer grenzübergreifenden Berichterstattung der Medien wurden thematisiert.


"Mitmach-Börse" neu beleben

Im zweiten Workshop wurde die Kronacher "Mitmach-Börse" genau unter die Lupe genommen und Vorschläge dazu erarbeitet. In dieser Börse kann jeder, der sich in irgend einem Bereich engagieren möchte, das Passende finden. Umgekehrt werden auch noch Freiwillige gesucht, die Aufgaben übernehmen. Der Titel "Wenn die Mitmach-Börse jeder kennen und nutzen würde" zeigte schon, dass man sich hier mehr Beteiligung wünschte. Johannes Hausmann von der Kronacher VHS und Sabine Nuber von Kronach Creativ beschrieben gemeinsam die "Win-Win-Win-Situation" für Vereine, Engagierte und den gesamten Landkreis.

Seit zwei Jahren schon gibt es laut Nuber diese Börse und der einst so große Anklang stagniere zur Zeit. "Das Bürgerengagement geht leider zurück." Jetzt soll das Projekt auf den gesamten Landkreis ausgedehnt werden, damit noch mehr Möglichkeiten für "Bieter und Sucher" entstehen. Sabine Nuber definierte am Ende vor allem auch Zielgruppen wie junge Senioren oder Mütter mit kleinen Kindern. Sie verwies außerdem auf das "Nord-Süd-Gefälle" im Landkreis und wünschte sich hier übergreifende Mechanismen.

Um "sorgende Gemeinschaften" drehte sich alles im Workshop drei. "Nähe leben in Nachbarschaften und Ortsteilen" war das Thema. Unter den beiden Rubriken "2017 bis 2018" und "Früher" verglich Claudia Ringhoff von Kronach Creativ mit den Teilnehmern vor allem das gesellschaftliche Leben in kleinen Gemeinschaften wie Familie oder Nachbarschaft. Als Beispiel für gesellige Zusammenkünfte in der Vergangenheit wurden hier unter anderem Abendtreffs zum Stricken oder Häkeln oder die Sammelbestellung aus Warenkatalogen genannt.


Sorge- statt Gemeinderäte

In der Spalte "Schon mal gehört" hatten die Teilnehmer Beispiele wie Onlineportale zur Nachbarschaftsunterstützung oder "Sorge-Räte" statt Gemeinderäte aufgelistet. Ansätze für die Zukunft seien unter anderem mehr Wohnraum für die Jugend und Anreize für soziale Kontakte. Bürgermeister Hans Pietz fasste die Ergebnisse des dritten Workshops mit kurzen Worten zusammen: "Wir brauchen Kümmerer für die Rückkehrer unter dem Motto: Bei uns läuft das so..."
was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren