Stockheim
Gemeinderat

Neue Halle und mehr Parkplätze

In der Sitzung am Montag beschließt das Gremium den Neubau einer Lagerhalle für den Bauhof und spricht sich für eine Verlängerung des Projektes "Kommunalmarketing" für weitere drei Jahre aus.
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Der Bauhof in Stockheim erhält eine neue Lagerhalle. Bürgermeister Rainer Detsch erklärt den Standort um den auch 30 Pkw- und drei Omnibus-Parkplätze entstehen werden. Im Hintergrund (links) das bestehende Bauhofgebäude in der Mitte die Rentei, die zur Begegnungsstätte und zum Kulturzentrum saniert wird. Foto: Karl-Heinz Hofmann
Der Bauhof in Stockheim erhält eine neue Lagerhalle. Bürgermeister Rainer Detsch erklärt den Standort um den auch 30 Pkw- und drei Omnibus-Parkplätze entstehen werden. Im Hintergrund (links) das bestehende Bauhofgebäude in der Mitte die Rentei, die zur Begegnungsstätte und zum Kulturzentrum saniert wird. Foto: Karl-Heinz Hofmann

Eine klare Gegenposition bezieht man zur Fortschreibung des Regionalplans Südthüringen bezüglich Vorranggebiet für Windenergie W 9 Judenbach- Föritz am "Konreuth". Ausführlich informierte Bürgermeister Rainer Detsch (FW) über Gespräche und Einwendungen der Kommunen Föritztal (Thüringen), Pressig und Stockheim sowie des Landkreises Kronach.

Der vom Land Thüringen erstellte "Regionalplan Südwestthüringen" sieht vor, den bewaldeten Höhenzug "Konreuth" von Neukenroth in Richtung Welitsch und Heinersdorf als Vorranggebiet für Windenergie auszuweisen. Hiergegen bezieht die Gemeinde Stockheim in der Montagssitzung einstimmig eindeutig Stellung.

Das Vorranggebiet W 9 Judenbach-Föritz ist geplant auf einen Höhenzug entlang des "Grünen Bandes", dem sogenannten Konreuth, der das Tal der Tettau markant nach Südwesten hin und das Tal der Haßlach markant nach Westen hin begrenzt. Der Konreuth ist zu den Orten Welitsch (Bayern) und Heinersdorf (Thüringen) hin durch eine starke Geländekante gekennzeichnet, die sich bis zu 200 Meter über das Talgelände erhebt.

Negative Raumwirkung

Windräder mit einer Höhe von circa 230 Meter würden eine äußerst negative und weithin sichtbare Raumwirkung erzeugen, die durchaus als bedrückend empfunden werden kann. Aufgrund der räumlichen Lage würden Schallemissionen und Schattenwurf besonders stark auf den Gemeindeteil Neukenroth, Gemeinde Stockheim, treffen.

Die Gemeinde Stockheim sieht ihre Entwicklungsmöglichkeiten schwerpunktmäßig im Bereich des naturnahen, sanften Tourismus. Dazu müsse eine intakte Natur- und Waldlandschaft wie sie derzeit besteht, unbedingt erhalten werden, so die Meinung des Gremiums. Windenergieanlagen würden mögliche Förderungen für heimische und länderübergreifende Tourismusprojekte gefährden oder gar ausschließen. Der Naturpark Frankenwald schließt sich unmittelbar an die Naturparks Thüringer Wald und Thüringer Schiefergebirge- Obere Saale an. Zusammen bilden die Naturparks ein geschlossenes Gebiet von circa 400 000 Hektar. Das Vorranggebiet liegt im Grenzbereich Naturpark Thüringer Wald und Naturpark Frankenwald. Die Störungen auf dem Konreuth betreffen den direkt angrenzenden Naturpark Frankenwald unmittelbar. "Die enorme Beeinträchtigung des Landschaftsbildes und des Landschaftserlebnisses ist aus Sicht der Gemeinde Stockheim nicht tragbar", so das Gremium weiter. Der Gemeinderat der Gemeinde Stockheim stimmte einstimmig der vorgeschlagenen Stellungnahme zum Vorranggebiet W 9 Judenbach-Föritz und der Eingabe an die Regionale Planungsstelle Südwestthüringen beim Thüringer Landesverwaltungsamt in Suhl zu.

Der Rathauschef erklärte ausdrücklich nicht gegen Windkraft zu sein, aber berechtigte Vorbehalte gegen das Vorranggebiet zu haben. Stefan Häfner (FW) ging so weit zu sagen, dass Thüringen dieses Projekt vor die Türe des Frankenwaldes plane und somit die Verantwortung nach Bayern verlagern wolle. Nach einiger Diskussion, aus der der Wille zur Fortsetzung des Projektes "Kommunalmarketing" hervorging, stimmte das Gremium bei einer Gegenstimme von Gerhard Wolf einer Verlängerung von drei Jahren mit einem Kostenaufwand per Jahr von 3000 Euro, zu. Stefan Beetz (CSU) bat um eine Terminvorschau und Themenvorgabe wie weiter vorgegangen werden soll.

Desweiteren beschäftigte sich der Gemeinderat noch mit dem Bauvorhaben des Bauhofs. Dieser soll eine neue Lagerhalle mit einer Länge von 30 Meter und Breite von zehn Meter erhalten.

Hierzu lagen zwei Angebote zur Auftragsvergabe vor, das der Firma Wolf-System GmbH mit 151 538,52 Euro und das der Firma Hörmann mit 148 603,65 Euro. Bautechniker Ralf Jakob, der zugleich als neuer Mitarbeiter der Gemeinde Stockheim und Leiter des Bauhofes vorgestellt wurde, plädierte für das wirtschaftlich günstigste Angebot der Firma Hörmann. Nach längerer Diskussion und Hinterfragung der angebotenen Bautechnik und Materialien schlug Dirk Raupach (SPD) vor, den Auftrag an die Firma Wolf zu vergeben. Bei einer Gegenstimme des Dritten Bürgermeisters Jörg Roth (SPD) wurde der Auftrag für 151 538,52 Euro brutto an die Firma Wolf vergeben. Hinzu kommen noch Leistungen in Eigenregie des Bauhofes, so dass die Lagerhalle insgesamt circa 180 000 Euro kosten wird.

Jürgen Lenker (CSU) regte dazu an, diese Halle eventuell auch als Veranstaltungshalle für größere Vereinsfeste zu nutzen.

Bürgermeister Detsch informierte dahingehend, dass bei dieser Lagerhalle auch 30 Auto-und drei Busparkplätze angelegt werden, womit man Parkplätze für die bereits stattfindenden Veranstaltungen und für weitere schaffen werde.

Kindergärten

In einem weiteren Beschluss stimmte das Gremium den vorgestellten Bedarfszahlen für die Kindergärten zu. Demnach erkennt die Gemeinde Stockheim für den Kindergarten Stockheim 50 Regelplätze und 48 Kinderkrippenplätze (insgesamt 24 Krippenkinder) an, wobei die Belegung der Gruppen Regelkinder-Krippenkinder je nach aktueller Bedarfslage altersgemischt geführt werden kann.

Für den Kindergarten Neukenroth werden 36 Regelplätze und 24 Kinderkrippenplätze (zwölf Krippenkinder) anerkannt. In Haßlach ist eine Änderung der Anerkennung der Bedarfsnotwendigkeit nicht nötig.

Einen Antrag des TSV Neukenroth auf Zuschuss zur Anschaffung eines Rasenroboters in Höhe von zehn Prozent der nachgewiesenen Kosten stimmte das Gremium zu.

Einen Antrag auf Neubau eines Einfamilienhauses inklusive Fertiggarage und Carport in Stockheim wurde unter Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Rudi Jaros (FW) bat darum, den Gemeinderat in einer nächsten Sitzung über das Feuerwehrfahrzeugkonzept zu informieren. Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth bat um Prüfung eines neuen Baugebietes nördlich von Haßlach in Richtung Stockheim.

Bürgermeister Detsch informierte über die weitere Vorgehensweise der Dorferneuerung in Reitsch. Demnach ist offizieller Baubeginn der 20. Mai. Ab 22. Mai muss mit einer Vollsperrung am Dorfplatz gerechnet werden, dafür wurde extra eine Umgehungsstraße ausgebaut. Es wird der Beginn mit Kanalarbeiten. Zur Information der Reitscher Bürger sowie auch für alle Interessierten wird eine Bürgerversammlung am Donnerstag, 16. Mai um 19 Uhr in der Halle Porzelt in Reitsch stattfinden. Es ergeht herzliche Einladung.

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