Kronach
Entwurfsplan

Neue Bildungsstätte wird Kronach prägen

Der Kronacher Stadtrat ist mit dem Planungsstand für die Beamtenfachhochschule in der Kreisstadt sehr zufrieden.
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Ein Wohnkomplex (unten links), darüber eine Promenade, die Lern- und Mehrzweckräume sowie das Parkdeck (unten rechts) - die neue Beamtenfachhochschule soll ein richtiger Hingucker werden, der sich aber auch harmonisch in die Umgebung einfügt. Foto: Marco Meißner
Ein Wohnkomplex (unten links), darüber eine Promenade, die Lern- und Mehrzweckräume sowie das Parkdeck (unten rechts) - die neue Beamtenfachhochschule soll ein richtiger Hingucker werden, der sich aber auch harmonisch in die Umgebung einfügt. Foto: Marco Meißner
Markant, nachhaltig, wertig und zugleich verbindend, so stellt sich Architekt Peter Dürschinger die neue Beamtenfachhochschule in Kronach vor. "Sie ist eine Bildungseinrichtung, die eine besondere Bedeutung hat - das darf sie ruhig auch ausdrücken", blickte er bei der Präsentation am Montag im Stadtrat auf die geplante Fertigstellung zum Wintersemester 2022. Der bis zu siebenstöckige Gebäudekomplex an der Siechenangerstraße soll sowohl von der Bauweise als auch vom Material ein Fixpunkt in der Kreisstadt werden.

Andreas Hetzer vom Staatlichen Bauamt sah in dem "55 Millionen Euro plus" teuren Vorhaben eine Maßnahme, die für die gesamte Region wichtig ist. "Die Bestandsgebäude sollen heuer abgebrochen werden", erklärte er. Danach kann mit dem Neubau begonnen werden.


Schule soll sich gut in die Stadt einfügen

Dabei ist allen Beteiligten eines wichtig: Die Schule soll kein Fremdkörper werden, sondern sich in die Stadt integrieren. "Deshalb wollen wir das Gebäude auch nicht schließen, sondern es an den richtigen Stellen in den Stadtraum öffnen", versprach Architekt Dürschinger.

Eine homogene Einbettung als Ziel gilt seiner Meinung nach für die Ansicht, die an dieser Stelle Ortsbild prägend ist. Sie gilt für das geplante Baumaterial; heller Ziegel soll eine gewisse Kantigkeit, aber zugleich auch Wertigkeit symbolisieren. Und sie gilt für die Offenheit, Barrierefreiheit und Begrünung, welche die Schule zur Begegnungsstätte machen sollen. Auch für die Begegnung der Kronacher mit den Studierenden.

Schon in diesem Gedanken spiegelt sich wider, was dem Stadtrat besonders wichtig an dem Projekt ist. Jonas Geissler (CSU) sprach vom Siegel des Hochschulstandorts und vom Konjunkturpaket, das die Schule für die Stadt darstelle. Am wichtigsten seien jedoch die vielen Studierenden. Die jungen Leute könnten den Stadtkern spürbar beleben. Dazu brauche es aber weitere Schritte. "Wir müssen die Innenstadt so an die Hochschule anschließen, dass wir die Ströme der jungen Leute dorthin leiten", betonte Geissler.


Aufwertung für das Stadtbild

Ralf Völkl (SPD) erinnerte an frühere Überlegungen, den Wohnbereich der Schule aus diesem Grund noch enger an die Innenstadt heranzurücken. Doch auch wenn es nun anders geplant sei, werde die SPD dem Entwurf des Architekten zustimmen. "Wir erreichen an dieser Stelle städtebaulich eine deutliche Aufwertung", war Völkl überzeugt. Deshalb freue er sich, dass die Planung nun endlich in erste konkrete Schritte übergehe.

Michael Zwingmann (FW) nannte den Entwurf, den das Gremium einstimmig befürwortete, super durchdacht. "Es ist kein Klotz, aber es sticht sofort ins Auge. Es fügt sich hervorragend ein und ist leicht erreichbar", so Zwingmann zum geplanten Gebäude.

"Viel Grün und keine weiteren Flächen werden versiegelt" - Martina Zwosta (FL) schätzte "die Aufwertung des Schulstandorts" Kronach als sehr positiv ein. Die Stadt solle aber unbedingt an die Bahn herantreten, um den Schülern einen guten Anschluss auf diesem Weg zu gewährleisten. Auch Peter Witton (Grüne) sprach von einem stimmigen Projekt, das zu einem stimmigen Gesamtkonzept in der Stadt führen müsse. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) ergänzte, dass bereits "Achsen in die Innenstadt" in Arbeit seien. Er wies dabei unter anderem auf die VHS-Sanierung und die bevorstehende Erneuerung der Spitalbrücke hin.


Planungen für die Schule

Wohnen: Der Wohnbereich wird an der Zufahrt zur Kulmbacher Straße in einem teilweise siebenstöckigen Gebäude untergebracht werden. Trotz der Höhe soll sich das Bauerwerk gut in die Umgebung eingliedern.

Lernen: Im weiteren Verlauf der Siechenangerstraße schließen sich eine Promenade und die Seminarlandschaft mit Mensa an. Dahinter folgt ein Mehrzweckbereich.

Parken: Südlich - also an der Zufahrt zur Bundesstraße 173 neben dem Expert-Markt - wird das Parkdeck für die Studierenden errichtet. Dieser Standort soll die Verkehrssituation in der Innenstadt entlasten und eine leichte Erschließung ermöglichen.


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