Stockheim
Gemeinderat

Neue Bauplätze in Stockheim in Sicht

Die Räte leiteten die Aufstellung bzw. Änderung von zwei Bebauungsplänen ein. Ein Investor will westlich der Sportplatzstraße neun Bauparzellen schaffen.
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Hier, zwischen Kindergarten und Sportgebiet, soll das neue Baugebiet "Westlich der Sportplatzstraße" für neun Bauparzellen angelegt werden. Das Bild entstand bei einer der Vorbesprechungen mit dem Bauausschuss im vergangenen Sommer (von links): Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth, Geschäftsleiter Rainer Förtsch und Bürgermeister Rainer Detsch. K.-H. Hofmann
Hier, zwischen Kindergarten und Sportgebiet, soll das neue Baugebiet "Westlich der Sportplatzstraße" für neun Bauparzellen angelegt werden. Das Bild entstand bei einer der Vorbesprechungen mit dem Bauausschuss im vergangenen Sommer (von links): Zweiter Bürgermeister Siegfried Weißerth, Geschäftsleiter Rainer Förtsch und Bürgermeister Rainer Detsch. K.-H. Hofmann

Der Gemeinderat der Bergwerksgemeinde macht in seiner jüngsten Sitzung am Montag den Weg frei für zwei weitere Baugebiete. Aber auch weitere einstimmige Entscheidungen wie die Sanierung der Industriestraße, die Bekanntgabe über intakte Brückenbauwerke und die finanzielle Unterstützung der Vereine sind starke Zeichen für eine prosperierende Gemeinde mit guter Infrastruktur.

Der Gemeinderat erklärte sich bereit, den qualifizierten Bebauungsplan "Westlich der Sportplatzstraße" aufzustellen. Ein Investor, der hier neun Bauparzellen für Einfamilienhäuser schaffen möchte, übernimmt die Kosten der Bauleitplanung und die Gemeinde bleibt der Herr des Verfahrens, informierte Bürgermeister Rainer Detsch (FW).

In der weiteren Vorgehensweise wird die Bekanntmachung im einfachen Bauleitplanverfahren im Zeitraum vom 13. Februar bis 15. März für die Öffentlichkeit ausgelegt. Dies betrifft auch die Anhörung der Träger öffentlicher Belange. Parallel dazu läuft auch das Bauleitverfahren über die Änderung des Bebauungsplans "Lochbach" in Burggrub. Dieser Aufstellungsbeschluss für die Änderung wurde bereits am 5. Februar 2018 gefasst, damit hier zwei oder vier neue Baugrundstücke durch die Aufhebung der Bauverbotszone entstehen können.

Aus zeitlichen Gründen und auch wegen des beabsichtigten Ausbaus der Bahnhofsiedlung, bei der zwei Grundstücke aus diesen Bauparzellen als Notzufahrt gebraucht werden, wurden die Verfahren nach dem Baugesetzbuch noch nicht betrieben.

Industriestraße wird saniert

Nun war in der Sitzung Norbert Köhler vom Ingenieurbüro IVS Kronach wegen des Bauleitverfahrens "Westlich der Sportplatzstraße" in der Sitzung, um beide Angelegenheiten zu erörtern, weshalb nun auch die Änderung des Baugebiets "Lochbach" im vereinfachten Verfahren parallel laufen wird. Auf Nachfrage von Reiner Ebert (SPD) bestätigte das Gemeindeoberhaupt, dass Nachfragen von Interessenten für diese vier Bauplätze vorliegen.

Die Industriestraße im Gewerbegebiet "Obere Holzwiesen" kann von der nördlichen Einfahrt bis zur Einfahrt Backhaus Müller saniert werden. Der Auftrag wurde an die Firma Strabag, Neudrossenfeld, erteilt, die mit 117 198,70 Euro das günstigste und wirtschaftlichste Angebot vorgelegt hatte. Geschäftsleiter Rainer Förtsch erinnerte an die Kostenschätzung von 160 000 Euro, die man um rund 40 000 Euro unterschreitet. Er wertete dies auch als ein Zeichen des richtigen Zeitpunkts der Ausschreibung.

Die Gemeinde Stockheim hat insgesamt 23 Brückenbauwerke prüfen lassen, worin zum Teil auch Durchlässe beinhaltet sind. Erfreulicherweise gab es gute Prüfergebnisse. Durchlässe in Reitsch beim Grünen Bach werden im Rahmen der Dorferneuerung mit saniert beziehungsweise neu erstellt. Größere Brücken in Neukenroth und Wolfersdorf über die Haßlach wurden bereits saniert bzw. erneuert. So sollen lediglich im Jahr 2020, vorbehaltlich entsprechender Haushaltsmittel, der Durchlass in Wolfersdorf sowie eventuell die Brücke in Haßlach saniert werden. Die Ingenieurleistungen hierfür werden gesondert vergeben.

Gegen die Stimme von Dirk Raupach (SPD) stimmte das Gremium der Einführung des Kandelabersystems für Plakatierungen zu. Damit will man vor allem der Wildplakatierung ein Ende bereiten. Raupach sah eine Gleichbehandlung der Vereine gefährdet, worauf der Bürgermeister erwiderte, bei Anfragen werden man eine Lösung finden.

Den Anträgen auf Verlängerung des Fischwasserpachtvertrags der Fischereigemeinschaft Haig um weitere zehn Jahre bis zum 31. Dezember 2028 und der Anpassung und Verlängerung der Fischwasserpachtverträge des Angelvereins "Petri Heil" Haßlachtal für die Gewässer an der Haßlach, Größau und dem Weißbach wurde der Verlängerung um 25 Jahre bis zum 31. Dezember 2044 zugestimmt. Auf Antrag des Angelvereins wurden für umfangreiche Um- und Anbaumaßnahmen am Vereinsheim 4184,90 Euro an Zuschuss gewährt. Der Zechgemeinschaft Neukenroth wurden für die Fassadenrenovierung der Zecherhalle 769,45 Euro als Zuschuss bewilligt.

Aus dem Gemeinderat

Rentei Hocherfreut verkündete der Rathauschef, dass er vor einigen Tagen persönlich in München vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Bewilligungsbescheid über die Förderung der Sanierung der Rentei in Höhe von 2 289 500 Euro entgegennehmen durfte.

Windräder Ein wesentlich unerfreulicheres Thema wird die Kommunen im Haßlachtal (Pressig und Stockheim) wie auch die Thüringer Nachbargemeinde Föritztal in naher Zukunft noch beschäftigen. Vehement wird man sich, laut Detsch, gegen das Ansinnen des Freistaates Thüringen wehren, auf dem Konreuth (einem Bergkamm nahe von Welitsch) eine Windkraftanlage zu errichten. Die Monster wären bis zu 240 Meter hoch. Da sie direkt an der Landesgrenze und am Naturschutzgebiet "Das Grüne Band" errichtet werden sollen, habe man dafür keinerlei Verständnis. Der Widerstand wird weitergehen, informierte Detsch und freute sich über die Einigkeit mit seinen Kollegen Hans Pietz aus Pressig und Andreas Meusel aus Föritztal. Daniel Wachter (parteilos) fand die Vorgehensweise als Weg in die richtige Richtung, der Standort für Windräder sei widersinnig.

Bauantrag Zu einem Bauantrag auf Teilabbruch und Neuaufbau eines Wohnhauses in der Kellerstraße in Neukenroth wurde unter Befreiungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans, das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Öko-Modellregion Keine große Diskussion gab es um die Beteiligung am Förderprogramm "Staatlich anerkannte Öko-Modellregion in Bayern". Die Gemeinde bewirbt sich zusammen mit mindestens fünf Kommunen im Verbund.

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