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Kronach
Fasching

Narren erobern die Rathäuser im Landkreis Kronach

In Steinberg, Pressig, Steinwiesen und Küps mussten sich die Bürgermeister am Sonntag geschlagen geben. Die Faschingsnarren übernahmen die Schlüsselgewalt für die Amtsstuben.
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Dritter Bürgermeister Klaus Dressel (links) und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch übergeben Ute Juliano von der Dolonia Faschingsgesellschaft den Pressiger Rathausschlüssel.
Dritter Bürgermeister Klaus Dressel (links) und Zweiter Bürgermeister Wolfgang Förtsch übergeben Ute Juliano von der Dolonia Faschingsgesellschaft den Pressiger Rathausschlüssel.
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Die Faschingsnarren nehmen ab sofort wieder das Zepter in die Hand. In mehreren Gemeinden wurde am Wochenende zum Rathaussturm geblasen.

Alle Versuche von Steinbergs Zweitem Bürgermeister Gerhard Eidelloth, sich am Sonntag mit einigen Getreuen dem Angriff der Staaberche Fousanochter zu erwehren, waren am Ende vergebens. Der Entmachtete übergab um 11.30 Uhr die Schlüsselgewalt an Prinzessin Julia I. und Prinz Simon I., dem 13. Steinberger Prinzenpaar. Dem Umsturz ging ein Faschingszug voraus. Gemeinsam hatte sich die holde Narrenschaft von der Ortsbrücke aus um 11.11 Uhr Richtung Rathaus in Bewegung gesetzt. Angeführt wurden die "Revoluzzer" vom örtlichen Musikverein.

Sehr erfreut über die "Regierungsübernahme" zeigte sich auch Faschingspräsident Wolfgang Förtsch. "Och iss des schö, su müsst's imme sei - unne Staaberche Routhaus ganz Grebner-frei! Heut' stett dou dä Eidelloth aus Lohm. Des is a Brove, dä macht kann Krohm", erklärte er. Natürlich vergaß der Präsident auch nicht, schon jetzt zur Staaberche Fousanocht einzuladen, die mit den beiden Büttenabenden am letzten Faschings-Wochenende ihren Höhepunkt erreichen wird.

Appell an die Narrenschar

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Der Zweite und der Dritte Bürgermeister von Pressig, Wolfgang Förtsch und Klaus Dressel, hatten aufgrund der anrückenden Narren ebenfalls keine andere Chance, als die Gemeindekasse und den Rathausschlüssel zu übergeben. Es herrschte eine super Stimmung. Ute Juliano von der Dolonia Faschingsgesellschaft Pressig forderte die Narren auf: "Zeigt der Region, was für ein großartiger Fasching bei uns mit Frohsinn gefeiert wird!"

Für Begeisterung sorgten die Tanzeinlagen der Kleinen und großen Garde aus Pressig, der Jugend- und Elferratsgarde aus Rothenkirchen und der Showtanzgruppe aus Förtschendorf. Natürlich gab es auch Sketche. So gab Wolfgang Förtsch bekannt, dass der Bürgermeister "Pietz'n Hans" ziemlich schnell vor den Tolitäten geflüchtet sei. Deshalb regiere nun mit dem "roten Wolfi" und dem "schwarzen Klaus" eine große Koalition im Rathaus.

Der Sitzungspräsident der Routnkernge Fousanochter", Kai Baumstark, sprach von einem "Riesenspektakel im Markt Pressig. "Lasst uns mit viel Freude und Spaß die Faschingssaison feiern!"

Der Markt Pressig ist zweifelsohne eine Faschingshochburg im Frankenwald. Die Büttenabende finden dort am 1. und 2. März statt. Der Vorverkauf hat begonnen. In Rothenkirchen sind am 16., 22. und 23. Februar Büttenabende; am 17. und 24. Februar ist Kinderbütt. In Förtschendorf finden die Büttenabende am 22. und 23. Februar statt. Ein Höhepunkt wird auch der Faschingsumzug in Rothenkirchen am Faschingssonntag.

Prinz Robert II. und Prinzessin Anna II. begeistern von Anfang an ihre närrischen Untertanen in Steinwiesen. Die beiden sind Teil einer faschingserprobten Familie. Der große Sohn, Hannes, war bereits Kinderprinz, der kleine Sohn, Moritz, vertritt in diesem Jahr zusammen mit Prinzessin Ida als Kinderprinzenpaar die Farben der Faschingsgesellschaft.

Schon in der Antrittsrede von Robert II. und Anna II. wurde schnell klar, dass sie mit den "Gemaageldern" so einiges vorhaben, zum Beispiel einen Personenlift hinauf zum Mühlberg zu bauen, damit niemand mehr auf den vielen Stufen liegenbleibt. Musikalisch unterstützt wurden die Narren vom "reigschlaften" Musikanten aus Wallenfels, dem "Lasse" (Lars Fischer). Zuvor hatte Bürgermeister Gerhard Wunder alle Narren im "Lügentempel des Rathauses Steinwiesen" begrüßt.

Die nun aktive Prinzessin Anna II. überreichte an Reinhard Wiedel den Sessionsorden des Fastnachtverbandes Franken für Fördermitglieder. Nächste Termine: das Prinzentreffen findet am 6. Januar in der Kulturhalle statt. Büttenabende gibt es am 8. und 9. Februar in der Kulturhalle, den Büttennachmittag an gleicher Stelle am 10. Februar. Faschingsumzug ist am 3. März.

Eine große Schar wackerer Narren, die nach einem beherzten Rathaussturm in Küps die Schlüsselgewalt an sich riss, freute sich über ein tolles Stimmungsprogramm und ein Prinzenpaar, das die Herzen seiner Untertanen im Nu gewann: Der Rathaussturm der Langstädter Fousanacht war wiederum eine Supergaudi.

Furioser Beginn

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Durch den furiosen Auftakt zur Fünften Jahreszeit führte in bewährter Art und Weise Uwe Jäckel. Als sich schließlich der aufsteigende Rauch lichtete, wurde die gut gehütete Überraschung gelüftet: Prinz Florian I. und Prinzessin Nadja I. werden in den kommenden beiden Faschingssessionen das Zepter schwingen. Damit stellt zum ersten Mal in der ruhmvollen Geschichte der Langstädter Fousanacht eine Familie beide Prinzenpaare, handelt es sich doch bei den neuen Hoheiten um die Eltern des bereits amtierenden Kinder-Prinzenpaars Jonas I. und Laura I.

"Verschanzt" auf dem Balkon des Rathauses, verteidigte Bürgermeister Bernd Rebhan zunächst seine Amtszimmer nach Kräften. Dabei lieferte er sich mit dem Vorsitzenden der Langstädter Fousanachter, Robert Vogel, einen "erbitterten" Wortwechsel.

Schlüssel überreicht

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Rebhan wetterte angesichts der milden Temperaturen: "Öscht macht ihr den Büttenabend noch vor Dreikönich und donn kummt ihr mitten im Summe und wöllt des Rathaus stürm." Doch das Schimpfen half ihm nicht. Auf dem Balkon händigte der Bürgermeister schließlich Prinzessin Nadja den Rathausschlüssel aus.

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