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Pressig
Gemeinderat

Nächste Runde für Dorferneuerung Friedersdorf

Für den zweiten Bauabschnitt hat der Marktgemeinderat Pressig nun grünes Licht gegeben. Positiv ist die Entwicklung der Zahlen beim Naturerlebnisbad.
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Bürgermeister Hans Pietz freut sich auf den zweiten Bauabschnitt der Dorferneuerung Friedersdorf. Nachdem Feuerwehrhaus und Dorfgemeinschaftshaus sowie obere Brücke fertiggestellt sind, wurde nun grünes Licht für die Erneuerung der beiden Dorfstraßen mit Straßenbeleuchtung und Breitbandkabel und den Dorfplatz gegeben, der vorübergehend noch als Lagerplatz während der Baumaßnahmen dient. K.- H. Hofmann
Bürgermeister Hans Pietz freut sich auf den zweiten Bauabschnitt der Dorferneuerung Friedersdorf. Nachdem Feuerwehrhaus und Dorfgemeinschaftshaus sowie obere Brücke fertiggestellt sind, wurde nun grünes Licht für die Erneuerung der beiden Dorfstraßen mit Straßenbeleuchtung und Breitbandkabel und den Dorfplatz gegeben, der vorübergehend noch als Lagerplatz während der Baumaßnahmen dient. K.- H. Hofmann

Der Marktgemeinderat in Pressig gab grünes Licht für die Fortführung der Dorferneuerung in Friedersdorf. Außerdem blickte man auf ein erfolgreiches Jahr am Naturerlebnisbad mit dem angrenzenden Naherholungs-Dorado im Landleitenbachtal.

Nachdem die Bauphase I der Dorferneuerung Friedersdorf mit dem Dorfmittelpunkt Milchhaus, dem Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses mit Feuerwehrhaus und der oberen Brücke abgeschlossen ist, konzentriert man sich nun auf Bauabschnitt II (BA II). Hierzu bedurfte es in der Sitzung am Montag im Rathaus einiger neuer Beschlüsse.

"Sinnvolle" Zusatzmaßnahmen

Bürgermeister Hans Pietz (FW) erörterte die Sachlage und die weitere Vorgehensweise. Daraufhin wurde vom Ratsgremium, jeweils bei Gegenstimme von Michael Pütterich (SPD), der Durchführungsvereinbarung zwischen der Teilnehmergemeinschaft Friedersdorf (TG) und dem Markt Pressig über die Vergabe von Bauleistungen zugestimmt.

Im Finanz- und Bauzeitenplan, dem der Markt Pressig für die Dorferneuerung Friedersdorf Ende 2013 zugestimmt hat, ist ein vom Markt Pressig zu tragender finanzieller Anteil von 722 000 Euro vereinbart. Die Fortschreibung weist nun einen Betrag von rund 854 000 Euro aus, dessen Zustandekommen der Bürgermeister näher erläuterte. Er legte eine bereinigte Kostenrechnung vor, die ergab, dass die Fortschreibung keine Kostensteigerung im Vergleich zum beschlossenen Kostenrahmen aus 2013, sondern eine Kostenreduzierung bedeutet. Die höhere Summe der Fortschreibung ergibt sich im Wesentlichen aus zusätzlichen Maßnahmen, die wichtig und sinnvoll sind, aber mit der Dorferneuerung nichts zu tun hätten. Als Beispiele nannte der Bürgermeister die LED-Ortsbeleuchtung, Breitbandkabel etc., die mitgemacht werden, damit nicht nach ein bis zwei Jahren die neue Straße wieder aufgerissen werden muss. Zudem würden durch die Integration in das Gesamtprojekt die Abläufe gut aufeinander abgestimmt.

Zusätzlich wurde beschlossen, dass der Markt Pressig der Ausschreibung von Maßnahmen außerhalb des Verfahrensgebietes (Feldzufahrten vor Ort, Regenwasserkanal) durch den Verband für Ländliche Entwicklung zustimmt. Diese Kosten werden auf 35 000 Euro geschätzt.

Auf die Frage von Michael Pütterich (SPD), ob eine Gesamtausschreibung mit Bündelung der Maßnahmen üblich sei, antwortete der anwesende Reinhard Sponsel, Sachgebietsleiter am Amt für ländliche Entwicklung, dass es üblich sei, weil man, wie vom Bürgermeister erwähnt, wesentliche Vorteile davon habe - sowohl im Preis wie auch in der Abwicklung der Ausschreibungen.

Pütterich wollte weiter wissen, wie man im Kostenplan momentan liege, ob man die ursprünglich vereinbarte Kostendeckelung einhalte. Der Rathauschef gab zu bedenken, dass dies nicht so einfach zu beantworten sei, aber nach dem bereinigten Kostenvergleich liege man circa 100 000 Euro unter der Kostendeckelung. Natürlich müsse man anfallende Kosten für zusätzliche Maßnahmen immer aus den Gesamtkosten abziehen.

Pütterich äußerte auf Nachfrage unserer Zeitung seine Bedenken und befürchtet eine erhebliche Kostenüberschreitung gegenüber den angenommenen 1,5 Millionen Euro am Ende der Maßnahmen. Wie geht es weiter? Pietz denkt, dass die Ausschreibungen aufgrund der Zusammenfassung über den Verband für ländliche Entwicklung zügig vorangehen und dass es auch Firmen gebe, die auf solche Ausschreibungen regelrecht warten. Er ist zuversichtlich, dass der Marktgemeinderat bald Aufträge vergeben kann.

14 000 Badegäste

Kämmerer Antonio Sauchella erfreute mit einem positiven Bericht über das Naturerlebnisbad und über das angrenzende Erholungs-Dorado des Jugendzeltplatzes und des Wohnmobilstellplatzes. In der Saison 2019 betrug der Betriebskostenzuschuss seitens des Marktes Pressig 15 000 Euro. Es nutzten circa 14 000 Besucher das Naturerlebnisbad. Die Eintrittsgelder betrugen rund 14 500 Euro, an Mitgliedsbeiträgen nahm der Schwimm- und Sportverein Markt Pressig (als Betreiber des Schwimmbades) rund 10 500 Euro ein. Der aktuelle Mitgliederstand beläuft sich auf 510. Die Personalkosten für den Bademeister werden vom Schwimm- und Sportverein dem Markt Pressig erstattet.

Im Jahr 2019 nutzten 1228 Personen den Wohnmobilstellplatz, die Einnahmen betrugen 4912 Euro. Den Zeltplatz nutzten 3514 Jugendliche und 1650 Erwachsene. Die Einnahmen des Zeltplatzes lagen bei 13 798 Euro. Dies hat sich gegenüber dem Vorjahr enorm gesteigert, da eine sehr große Pfadfindergruppe den Zeltplatz besucht hat.

Lohnende Investitionen

Insgesamt zeigte sich das Gemeindeoberhaupt mit der Entwicklung dieses Naherholungsgebietes sehr zufrieden. Die Investitionen in Verbesserungen hätten sich gelohnt. Pietz dankte allen, die sich um die Pflege der Anlage und um den Betriebsablauf im Naturerlebnisbad kümmern und ehrenamtlich einsetzen. Ein besonderer Dank ging an Platzwart Roland Ringlstetter. Letztlich machte der Bürgermeister einen Aufruf an Freiwillige, die sich am Naturerlebnisbad einsetzen möchten. Es würden Bademeister, Rettungsschwimmer und sonstige Hilfen an Kasse und Kiosk gesucht. "Wir sind dankbar für jeden, der sich hier einsetzen möchte", so der Bürgermeister in einer Art Hilferuf.

"Käferbäume" schmälern Ertrag

Das Gremium genehmigte einstimmig den vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) vorgelegten Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald Pressig. Der Markt Pressig besitzt circa 78 Hektar Waldfläche. Für das Jahr 2020 sind Ausgaben in Höhe von 31 460 Euro und Einnahmen von 34 445 Euro vorgesehen. Wie in den Vorjahren stellt die Holzernte die wesentlichste Einnahmequelle dar. Allerdings wird diese nicht so ertragreich wie in den Vorjahren sein, da es sich um "Käferbäume" handelt. Außerdem ist die Aufarbeitung dieser Bäume noch voll im Gange, da die Sommer der vergangenen Jahre den Baumbestand erheblich geschwächt haben, schildert Kämmerer Sauchella.

Das Gremium bestätigte die neu gewählten Kommandanten der Feuerwehr Marienroth, Tobias Fiedler (Erster Kommandant) und Daniel Fiedler (Zweiter Kommandant).

Michael Pütterich beantragte eine Sondersitzung für Informationen über das neue Mobilitätskonzept des Landkreises, dazu sollten die Projektleiter des Landratsamtes geladen werden. Pütterich: "Als Gemeinderäte sollten wir ausführlich vor Einführung eines Nahverkehrskonzeptes, das im erheblichen Teil auch den Knotenpunkt Pressig betreffen wird, informiert sein." Reinhold Heinlein (CSU) fand es eine sehr gute Idee und befürwortete den Antrag.