Kronach
Projekt

Nach Nationalpark-Aus auch keine Hochschule für Kronach?

Nach dem Aus für einen Nationalpark Frankenwald sollte eine neue Bildungsstätte in Kronach etabliert werden. Die SPD meldet nun Zweifel an der Umsetzung an.
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Der Nationalpark im Frankenwald ist schon lange vom Tisch. Ergeht es nun dem Alternativkonzept einer Hochschule ebenso? Foto: Archiv/Marco Meißner
Der Nationalpark im Frankenwald ist schon lange vom Tisch. Ergeht es nun dem Alternativkonzept einer Hochschule ebenso? Foto: Archiv/Marco Meißner
Nachdem es 2017 eine Absage für einen Nationalpark im Frankenwald gegeben hatte, wurde auf alternative Konzepte gedrängt, um die Region voranzubringen. Eines davon brachte MdL Jürgen Baumgärtner (CSU) ins Gespräch. Von einer Hochschule war die Rede. Themenschwerpunkte könnten dafür die Bereiche Forst und Holz sein, lauteten erste Überlegungen.
Dass eine solche Hochschule jemals kommen wird, zweifelt die SPD im Landkreis inzwischen stark an. Diese Skepsis hat ihren Ursprung in einer Anfrage von MdL Klaus Adelt (SPD) an die Staatsregierung. In einer Pressemitteilung erklärten die Sozialdemokraten am Freitagnachmittag: "Konkret fragte Adelt nach der Hochschule für Wald- und Holzwirtschaft, die letztes Jahr als schon so gut wie beschlossen gemeldet wurde. Von Seiten des Landwirtschaftsministeriums kam jetzt die Antwort: ,Eine Hochschule für Wald- und Forstwirtschaft ist nicht geplant.‘" Mehr als diese "Nicht-Antwort" habe der Abgeordnete nicht erhalten.

Seine Anfrage hatte er gestellt, weil in anderen Regionen, die sich um den Nationalpark beworben hatten, bereits konkrete Überlegungen für Nachfolgeprojekte am Laufen sind. Im Spessart soll ein Walderlebniszentrum entstehen, in der Rhön ein Biodiversitätszentrum und in den Donauauen ein begehbares Flussaquarium, beruft sich die SPD auf die Regierungserklärung von Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Der Frankenwald kam darin nicht vor."


Konzepte erarbeiten

Weiter habe das Ministerium auf Adelts Nachfrage mitgeteilt: "Im Frankenwald erarbeiten aktuell regionale Akteure Konzepte für eine mögliche Aufwertung der Region. Diese Vorschläge müssen geprüft und zu einem gemeinsamen Lösungsansatz zusammengeführt werden. Hier bedarf es intensiver Abstimmungsprozesse zwischen allen Beteiligten. Ziel ist, ein für die Gesamtregion Frankenwald inhaltlich und touristisch passendes Projekt zu erarbeiten." Adelt ist von dieser Antwort enttäuscht. "Viele Worte, die wenig aussagen", lautet sein Resümee.

Er fragt weiter: "Was ist von der Diskussion um den Nationalpark Substanzielles übriggeblieben?"
Auch SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzender Richard Rauh wird deutlich: "Das kennen wir ja jetzt schon zur Genüge. Erst werden große Erwartungen geweckt, und dann bleiben bloß leere Versprechungen übrig. Soviel zur Glaubwürdigkeit der CSU."
SPD-Kreisvorsitzender Ralf Pohl verweist ebenfalls auf die Fortschritte in anderen Regionen. Dort gebe es konkrete Initiativen, hier müssten erst noch Konzepte entwickelt werden. Deshalb fragt er: "Sollte es wieder mal so sein, dass der Frankenwald am Ende in die Röhre schaut?"
Mit den Vorwürfen und Fragen der Sozialdemokraten konfrontiert, mag Jürgen Baumgärtner als der Initiator der früheren Nationalpark-Diskussion nur mit zwei Sätzen antworten: "Der Schlüssel zu allem Großen ist Geduld. Nicht durch das Aufschlagen, sondern durch das Ausbrüten wird aus dem Ei ein Küken."


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