Kronach
Sex-Skandal

Wende in der Callboy-Affäre: Pfarrer mit neuer Stelle in Franken - neue Details bekannt

Ein Bamberger Pfarrer flog durch die Enthüllungen eines italienischen Ex-Callboys auf. Nun soll er eine neue Stelle bekommen.
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Wende in der Callboy-Affäre: Der ehemalige Pfarrer aus Bamberg soll eine neue Arbeitsstelle in der Region erhalten. Symbolfoto: Nikko Tan/pexels.com
Wende in der Callboy-Affäre: Der ehemalige Pfarrer aus Bamberg soll eine neue Arbeitsstelle in der Region erhalten. Symbolfoto: Nikko Tan/pexels.com

Anfang April 2018 enthüllte der italienische Ex-Callboy Francesco Mangiacapra, das ihn zahlreiche Geistliche regelmäßig besuchten. Unter seinen Besuchern soll auch ein Pfarrer aus Bamberg gewesen sein. Die Kirche zog damals Konsequenzen. Erzbischof Ludwig Schick enthob den Pfarrer aus allen Ämtern und Funktionen. Er habe sich "schwerer Verfehlungen" gegenüber der Kirche schuldig gemacht, hieß es von Seiten der katholischen Kirche.

Damals gab das Erzbistum Bamberg bekannt, der Mann sei suspendiert worden. Diese Information wurde im Nachgang korrigiert und richtiggestellt: Der Pfarrer habe auf sein Amt verzichtet und es wurde ein Verbot öffentlich zu zelebrieren, ausgesprochen. Dies sagte ein Pressesprecher des Erzbistums gegenüber inFranken.de. Dabei handle es sich um eine "beidseitige Entscheidung". Der damals entscheidende Impuls für diesen Schritt kam, Angaben des Bistums zufolge, aus dem Vatikan. Anschließend habe es ein Gespräch zwischen Erzbischof Schick und dem Betroffenen gegeben und die Entscheidung sei gefallen. Grund dafür sei der Zusammenhang zur Callboy-Affäre, so das Bistum auf Nachfrage von inFranken.de.

Bamberger Pfarrer: Neuer Job in Kronach

Mitte August gab es schließlich Neuigkeiten rund um den Geistlichen: Er soll ab Herbst 2019 eine neue Seelsorgerstelle in Kronach erhalten. Dies sagte das Erzbistums zur Coburger Neuen Presse. Nach dem Ausscheiden aus der Bamberger Pfarrgemeinde "St. Martin" habe rund um den Betroffenen ein "begleitender Gesprächsprozess" stattgefunden, so der Bistumssprecher. Er soll in Zukunft eine Stelle als Pfarrvikar in Kronach antreten.

Der Bamberger Pfarrer selbst sieht die Angelegenheit auch heute noch anders: Er sei nicht suspendiert worden, lässt er mitteilen: Vielmehr habe man ihn bei einem Termin bei der Diözese Bamberg dazu „gedrängt“, schriftlich auf die Pfarrstelle in Bamberg zu verzichten. Auch widerspricht er der Darstellung der Pressesprecherin des Erzbistums, Maike Wirth. Er sei niemals therapeutisch begleitet worden und habe auch keine „ausgiebige Supervision“ wahrgenommen, so der Pfarrer in einem Schreiben an die Redaktion weiter. Ebenso widerspricht er den Angaben des italienischen Callboys Francesco Mangiacapra: Der Mann sei ihm persönlich nicht bekannt, der Pfarrer habe den Callboy eigenen Angaben zufolge niemals besucht.

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