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Kronach
HNO-Arzt

Nach Bekanntwerden von Vertragsdetails: Übernahme von Kronacher HNO-Praxis geplatzt

Der CSU-Landtagsabgeordnete vermutet eine undichte Stelle in den Reihen des Kronacher Kreistags, die die geheimen Vertragsdetails ausgeplaudert hat.
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Eine Medizinerin wollte die HNO-Praxis von Wolfgang Schott übernehmen - doch nun ist der Deal geplatzt. Foto: Sandra Hackenberg
Eine Medizinerin wollte die HNO-Praxis von Wolfgang Schott übernehmen - doch nun ist der Deal geplatzt. Foto: Sandra Hackenberg

Jürgen Baumgärtner hat mächtig Wut im Bauch. Am Samstag war bekanntgeworden, dass es eine Medizinerin gibt, die bereit ist, die Praxis des Kronacher HNO-Arztes Wolfgang Schott zu übernehmen. Doch nun hat sich jede Hoffnung zerschlagen: Die Ärztin hat plötzlich einen Rückzieher gemacht. "Die Sache ist gelaufen. Sie hat uns heute darüber informiert, dass sie die Praxis nicht übernimmt", teilt der CSU-Landtagsabgeordnete am Montag mit. "Wir stehen mit der Suche wieder ganz am Anfang."

Doch was war passiert? Nachdem im September vergangenen Jahres bekannt geworden war, dass Schott, der in den Ruhestand gehen möchte, keinen Nachfolger für seine Praxis findet, hatte sich auch die Kreispolitik mit der Problematik befasst. Denn wird keine Lösung gefunden, gäbe es bald nur noch eine HNO-Ärztin in Kronach. Schott hatte sich bereiterklärt, seine Praxis noch einige Monate länger als geplant weiterzuführen. So sollte die Zeit überbrückt werden, bis die Nachfolge geregelt ist.

Baumgärtner hatte in den vergangenen Monaten aktiv nach einem Nachfolger gesucht - und sich bis zuletzt bedeckt gehalten, obwohl eine Einigung mit besagter Medizinerin so gut wie in trockenen Tüchern war - aber eben nur so gut wie.

Wie am Wochenende bekannt wurde, hatte der Kronacher Kreistag in einer seiner jüngsten nichtöffentlichen Sitzungen einen Zuschuss genehmigt, um die interessierte Medizinerin nach Kronach zu locken. Nach Informationen des Fränkischen Tags soll es sich dabei um eine Summe in Höhe von 40 000 Euro gehandelt haben. Im Gegenzug sollte sich die Medizinerin bereiterklären, Schotts Praxis für mindestens zehn Jahre weiterzubetreiben.

So weit, so gut - doch: Nachdem diese Vertragsdetails nun öffentlich wurden, ist die HNO-Ärztin abgesprungen. Baumgärtner ist sich sicher, dass diese Informationen Mitglieder aus dem Kreistag ausgeplaudert haben müssen: "Demjenigen, der persönliche Vertragsdaten aus einer Kreisausschusssitzung öffentlich gemacht hat, dem kann man herzlich gratulieren", lautet sein verbittertes Fazit. "Er hat der Region einen großen Dienst erwiesen. Es ist ja nicht so, dass HNO-Ärzte auf der Straße herum liegen."

Für den Christdemokraten wurde hier massiv eine Grenze überschritten: "Wenn Sie mit einem Unternehmen verhandeln und am nächsten Tag weiß jeder Bescheid - über die Vertragsdetails und was Sie verdienen - würden Sie dann da noch hin wollen?"

Aufgeben will Baumgärtner aber nicht: "Wir werden einen HNO-Arzt nach Kronach kriegen. Aber wir fangen jetzt eben wieder bei Null an."

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