Kronach
Prozess

Mann (54) aus Landkreis Kronach soll Stieftochter 14 Mal sexuell missbraucht haben

Um schweren sexuellen Missbrauch geht es in einem Verfahren gegen ein Ehepaar aus dem Kreis Kronach. Opfer: die heute 16-jährige Tochter beziehungsweise Stieftochter.
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Ein Ehepaar aus dem Landkreis Kronach steht wegen sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter vor Gericht. Das Strafmaß wird in dem Verfahren auch von Geständnissen der Angeklagten abhängen. Symbolfoto: pixabay/Counselling
Ein Ehepaar aus dem Landkreis Kronach steht wegen sexuellen Missbrauchs der eigenen Tochter vor Gericht. Das Strafmaß wird in dem Verfahren auch von Geständnissen der Angeklagten abhängen. Symbolfoto: pixabay/Counselling

Ein Ehepaar aus dem Landkreis Kronach muss sich wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Landgericht Coburg verantworten. Laut Staatsanwaltschaft soll sich der 54-jährige Lkw-Fahrer seiner Stieftochter erstmals unsittlich genähert haben, als das Mädchen zwölf Jahre alt war. In der Folge soll der Mann das Kind 14 Mal schwer sexuell missbraucht haben.

Schwerer sexueller Missbrauch in 14 Fällen - Mutter des Opfers soll beteiligt gewesen sein

Besonders beklemmend an dem Fall ist: Die 39-jährige Mutter soll an den Übergriffen beteiligt gewesen sein, sie soll das Kind unter anderem sogar aufgefordert haben, den Stiefvater zu befriedigen.

Öffentlichkeit weitgehend ausgeschlossen

Bei dem Prozess ist die Öffentlichkeit in weiten Teilen ausgeschlossen. Die Gründe nannte der Vorsitzende Richter Stephan Jäger noch einmal zu Beginn des dritten Verhandlungstages. Demnach sei der Ausschluss der Öffentlichkeit vor allem auch im Interesse des heute 16-jährigen Mädchens. Die Kammer habe das öffentliche Interesse und den Schutz der Privatsphäre genau abgewogen, so Jäger. "Das Opfer bedarf eines besonderen Schutzes, da die Tatvorwürfe besonders gravierend sind", so der Richter.

So mussten die Zuhörer die meiste Zeit vor der Türe warten: Dies begann bei der Einlassung des Angeklagten, der sich laut seines Anwaltes Björn Kleyhauer nun doch zu den Vorwürfen äußern wollte. Nach gut eineinhalb Stunden Vernehmung zogen sich die Kammer, die Anwälte, der Staatsanwalt und der Vertreter der Nebenklage zu einem Verständigungsgespräch zurück.

Wie Richter Jäger anschließend ausführte, habe Staatsanwalt Frank Dietze im Falle eines Geständnisses für die Mutter ein Strafmaß von fünf Jahren in Aussicht gestellt und für den Stiefvater sieben Jahre. Rechtsanwalt Kleyhauer sah bei seinem Mandanten im Falle eines Geständnisses ein Höchststrafmaß von sechs Jahren für angemessen an. Der Anwalt der Mutter, Michael Linke, sah die Höchstgrenze seiner Mandantin bei drei Jahren, falls sie die Taten einräumen würde. Der Anwalt der Nebenklage, Frank Jungkunz, der das Opfer vertritt, gab bewusst keine Stellungnahme ab. "Seiner Mandantin ist es wichtig, dass überhaupt ein Geständnis von beiden abgegeben wird und ihr eine ergänzende Vernehmung erspart bleibe", so Richter Jäger. Auch die Kammer positionierte sich nicht zu einer Höchstgrenze, betonte aber, dass es sich bei den eventuellen Geständnissen nicht um bloße formale Geständnisse handeln dürfe.

Mutter lehnt Geständnis ab und bestreitet Tatvorwürfe

Nach einer erneuten Pause sagte Rechtsanwalt Kleyhauer: "Mein Mandat legt ein Geständnis ab, aber nur dann, wenn die Angeklagte auch eines ablegt." Das lehnte die 39-Jährige ab und bestritt stattdessen die Tatvorwürfe. "Meine Mandantin sagt: Nein, es war nicht so", so Linke.

Unter dem teilweisen Ausschluss der Öffentlichkeit traten weiterhin eine Kriminalkommissarin und eine Lehrerin in den Zeugenstand, auch der leibliche Vater des Kindes und die Zwillingsschwester sagten aus. Die Bild- und Tonaufzeichnungen der Vernehmung des Mädchens sollen ebenfalls nicht öffentlich gezeigt werden.

Lesen Sie auch die Vorgeschichte des Falls: Prozessauftakt: Ehepaar aus dem Kreis Kronach soll Kind missbraucht haben

Die Verhandlung wird am 27. Februar fortgesetzt.



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