Kronach

Müntefering würdigt ASB Kronach

Der ASB_Kreisverband Kronach hat nicht nur sein neues Domizil bezogen, sondern auch 20-jähriges Bestehen gefeiert. Dazu kam der Präsident Franz Müntefering und hatte für Vorsitzende Christa Steiger eine Überraschung im Gepäck.
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ASB-Präsident Franz Müntefering zusammen mit Kreisvorsitzender Christa Steiger und Geschäftsführer Roland Funk (rechts). Müntefering ehrte Steiger beim Festakt mit der Silbernen Ehrennadel des Arbeiter-Samariter-Bundes. Fotos: Maria Löffler
ASB-Präsident Franz Müntefering zusammen mit Kreisvorsitzender Christa Steiger und Geschäftsführer Roland Funk (rechts). Müntefering ehrte Steiger beim Festakt mit der Silbernen Ehrennadel des Arbeiter-Samariter-Bundes. Fotos: Maria Löffler
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Ein roter Teppich, Festmusik auf der Bühne und in der Halle viel örtliche Prominenz: Dass der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Kronach seinen neuen Stützpunkt in der Siechenangerstraße bezog, war Anlass für einen mehrstündigen Festakt. Grund zum Feiern hatten die ASB-ler aber auch in Bezug auf das 20-jährige Bestehen des Kreisverbandes Da wartete man auf den Festredner gerne mal ein halbes Stündchen länger, denn angekündigt hatte sich niemand Geringerer als der Präsident des ASB Deutschland, Franz Müntefering.

"Was liegt vor uns?", fragte Müntefering und zeichnete ein Bild von Solidarität und Nächstenliebe. "Aber man kann besser helfen, wenn man sich organisiert." Helfen sei ein Beruf, meinte er, aber dafür brauche man eben Qualifikationen. "Können hat was mit Kunst zu tun." Müntefering erinnerte auch an die Anfänge der Hilfsorganisation, als sechs Berliner Zimmerleute mit einem "Lehrkursus über die Erste Hilfe bei Unglücksfällen" den Grundstein für den ASB gelegt hatten. "Fünf jüdische Ärzte haben ihnen geholfen."

"Menschen können was verändern," so sein Credo an die Festgäste. Müntefering sprach auch über die zunehmende Hilfsbedürftigkeit älterer Mitbürger: "Allein 8800 Sturzunfälle in Wohnungen gab es im Jahr 2017. Davon betroffen waren etwa 7000 Menschen über 80 Jahre. Die Einsamkeit und das Alleinsein sind große Herausforderungen in unserer Gesellschaft. So etwas kann ein Staat nicht alleine schultern. Hier zeigt es sich, ob wir eine solidarische Gemeinschaft sind oder nicht. Und die Kommunen müssen gestärkt werden, denn sie sind ja nicht das Kellergeschoss der Demokratie, sondern ihr Rückgrat."

In puncto "Hilfe" und ASB hatte auch die Vorsitzende des Kreisverbandes, Christa Steiger ein paar Anmerkungen: "Wenn jemand Hilfe braucht, ist es ihm ganz egal, welches Logo auf dem Rettungsanzug des Helfers steht. Aber klar sei sie stolz, dass die Mitgliederzahl im Kronacher Kreisverband von 1300 auf mittlerweile 2600 angewachsen ist. "Das sind fast vier Prozent der Landkreisbevölkerung." Nach oben bewegt habe sich auch die Zahl der Mitarbeiter, nämlich von 25 auf nunmehr 116. "Davon sind allein 40 ehrenamtlich tätig."

Ehrennadel für Christa Steiger

Ihre Überraschung schien echt, als sie etwas später noch einmal auf die Bühne geholt wurde. "Wir verleihen Christa Steiger die Silberne Ehrennadel des Arbeiter-Samariter-Bundes." Frank Müntefering hatte sie mitgebracht und verlas die dazu gehörige Urkunde. "Das haben wir aus gutem Grund nicht in das Programm aufgenommen, denn es sollte ja eine Überraschung werden," erklärte Geschäftsführer Roland Funk die kurze Zeremonie.

Für gute Laune zwischendurch sorgte Benjamin Baier, den man nach eigenen Worten die Moderation alleine deshalb übertragen habe, "weil ich ja sowieso nicht stillsitzen kann". Nun könne man "an Kronachs Pulsader" wirken. Lange habe man warten müssen, bis man in die Kreisstadt habe ziehen können, jetzt sei ein neuer Grundstein für Solidarität und Hilfsbereitschaft gelegt. Er lobte in diesem Zusammenhang auch die neu gegründete Hundestaffel, die schon jetzt als die leistungsstärkste Truppe in Oberfranken gelte.

Kurze Grußworte kamen unter anderem von Landesgeschäftsführer Dr. Jamo Lang, der meinte: "Leistung kann man nur in Relation mit ihren Rahmenbedingungen setzen. Der ASB lebt von Menschen wie Ihnen." Stellvertretender Landrat Gerhard Wunder sah einen stark aufgestellten ASB, der sich in Zusammenschlüssen mit anderen Hilfsorganisationen noch leistungsstärker präsentiere. Nebenbei freute er sich, dass Franz Müntefering kein "Dampfplauderer" sei. Zur finanziellen Unterstützung hatte er nicht nur ein Glaswappen, sondern auch gleich 15 000 Euro als Zuschuss mitgebracht.

Markus Wich als Dritter Bürgermeister sah den ASB als Aufwertung des Viertels, in dem er sich niedergelassen habe.

Geweiht wurden die Räume durch das ökumenische Gespann von Pastoralreferentin Birgitta Staufer (katholisch) und Pfarrer Andreas Krauter (evangelisch). Auch sie hoben die bedürftigen Menschen, die auf Solidarität angewiesen seien, hervor. Im Zentrum stehe aber Jesus, der barmherzige Samariter. Er stehe für das S. Flankiert werde das Logo vom A wie Arbeitern und B wie Bund, also Verbund von vielen. "Jesus hat die Leitspur gelegt. Es ist ein Modell der ersten Hilfe, wenn Ersthelfer ohne Verpflichtung sich verpflichten." Die Schlussworte fielen an Geschäftsführer Roland Funk, der das ASB-Gebäude als "anfangs ungeschliffenen Rohdiamanten" bezeichnete. Das habe sich aber geändert, als das Architekturbüro AIG Fischer mit der Planung beauftragt worden sei. Jetzt könne man in den neuen Räumen Fahrdienste anbieten, Erste-Hilfe-Ausbildungen, könne Blut-Spende-Termine abhalten und auch Schulungen.

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