Mitwitz
Adventszeit

Mitwitzer Weihnachtsmarkt: Bürger über Eintrittsgeld verärgert

Für den Mitwitzer Weihnachtsmarkt müssen Besucher dieses Jahr einen Euro zahlen. Bürgermeister Hans-Peter Laschka erklärt, weshalb das nötig ist.
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Dieses Jahr kostet der Mitwitzer Weihnachtsmarkt einen Euro Eintritt.  Foto: FT-Archiv
Dieses Jahr kostet der Mitwitzer Weihnachtsmarkt einen Euro Eintritt. Foto: FT-Archiv
Fast überall gehört ein Weihnachtsmarkt zur Tradition einer Gemeinde. Auch im Markt Mitwitz. Doch diesmal gibt es eine Änderung, die viele verärgert hat. Erstmals wird für Erwachsene ein Eintrittsgeld von einem Euro verlangt.

Auf inFranken.de haben 70 Nutzer in einer nicht-repräsentativen Umfrage abgestimmt, was sie von dem Eintrittsgeld halten. 78,6 Prozent finden die Idee schlecht und überlegen sich, ob sie den Markt überhaupt besuchen werden. Zehn Prozent halten die Gebühr für sinnvoll. 11,4 Prozent ist es egal (Stand: Dienstag, 16 Uhr).

Keine voreilige Entscheidung

Die Einführung des Eintrittspreises können viele inFranken.de-Nutzer und Facebook-Fans nicht nachvollziehen. "Ich werde diesen Weihnachtsmarkt nicht mehr besuchen", schreibt ein Nutzer. "Das ist ein gemütliches Beisammensein und dafür soll man jetzt Eintritt bezahlen?", fragt eine Nutzerin. Der Mitwitzer Bürgermeister Hans-Peter Laschka (CSU) erklärt, dass es für die Gebühr Gründe gibt.

"Wir haben uns darüber lange Gedanken gemacht", sagt er. Man habe das nicht voreilig entschieden. Früher waren während des Weihnachtsmarktes 15 Aussteller im Wasserschloss untergebracht. Dies ist jedoch aus Brandschutzgründen nicht mehr möglich. Deshalb müssen die Aussteller nun ebenfalls ins Freie. "Wir haben feste Zelte mit Boden angeschafft", sagt Laschka. Diese kosteten jeweils 360 Euro.

Kinder zahlen nichts

"Doch das Geld muss irgendwo herkommen", sagt der Bürgermeister. Deshalb hat man sich auf ein Eintrittsgeld geeinigt. Der Preis wird auch nur für Erwachsene erhoben. Kinder können den Weihnachtsmarkt kostenlos besuchen.

Fast 70 Aussteller sind auf dem Mitwitzer Weihnachtsmarkt vertreten. Zwar hätte man auch die Standgebühren erhöhen können, doch das sei aus Sicht von Laschka auch keine Lösung gewesen. "Wir wollen Qualität auf unserem Weihnachtsmarkt", sagt er. Dazu gehört aus seiner Sicht, dass auch viele Vereine und caritative Einrichtungen einen Stand auf dem Markt betreiben können. Von ihnen Geld zu nehmen, hält Laschka nicht für richtig. "Manche nehmen ja höchstens 100 Euro ein." Viele Vereine würden möglicherweise keinen Stand mehr betreiben, wenn eine Gebühr fällig wäre. Die Folge: Die Attraktivität des Marktes würde sich verschlechtern.

Spende statt Eintrittsgeld?

Laschka weist den Vorwurf mancher Nutzer zurück, dass sich Mitwitz an den Eintrittsgeldern bereichern würde. "Der Markt ist für Mitwitz kein Gewinngeschäft."

Auf der Facebookseite des Fränkischen Tags Kronach haben Nutzer Alternativen für das Eintrittsgeld vorgeschlagen. "Denke mal, da kommt mehr zusammen, wenn man eine Box für freiwillige Spenden aufstellt", schlägt eine Nutzerin vor. Ein anderer kommentiert: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich positiv auf die Besucherzahlen auswirken wird! Die Idee mit einer Spendenbox ist richtig gut und bestimmt lukrativer, da meiner Meinung nach in der Weihnachtszeit der Geldbeutel bei vielen doch lockerer sitzt und kein Zwang dabei ist."

Die Idee, das Geld über Spenden hereinzuholen, findet Laschka nicht optimal. "Die Leute fühlen sich möglicherweise belästigt." Außerdem kann er sich nicht vorstellen, dass dadurch genug eingenommen werden könnte.
Laschka weist daraufhin, dass es auch andere Märkte gibt, die Eintrittspreise verlangen. Dafür das Mitwitz von Erwachsenen einen Euro verlangt, werde einiges geboten: Fast 70 Aussteller, etliche Chöre treten auf und es wird Lichtspiele im Park geben.

Nicht alle Nutzer finden die Gebühr schlecht. "Jemandem, der den Weihnachtsmarkt vor Ort unterstützen möchte beziehungsweise einfach ein Gönner davon ist, wird so ein lumpiger ein Euro sicher nicht wehtun."

Der Mitwitzer Weihnachtsmarkt findet am ersten Adventswochenende statt. Am Samstag dauert er von 13 bis 20 Uhr, am Sonntag von 13 bis 18 Uhr.

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