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Mitwitz
Kommunalwahl

Mitwitzer SPD-Bürgermeisterkandidat Oliver Kern (30) sagt: "Ich kann das!"

Der Mitwitzer SPD-Bürgermeisterkandidat will frischen Wind in die politische Arbeit bringen und Verantwortung übernehmen. Er hat klare Zielvorstellungen.
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So kennen ihn die Mitwitzer Bürger bereits: Seit Anfang Oktober 2019 hat SPD-Bürgermeisterkandidat Oliver Kern alle Haushalte, oftmals mit seinem Fahrrad, besucht. Foto: Veronika Schadeck
So kennen ihn die Mitwitzer Bürger bereits: Seit Anfang Oktober 2019 hat SPD-Bürgermeisterkandidat Oliver Kern alle Haushalte, oftmals mit seinem Fahrrad, besucht. Foto: Veronika Schadeck

Er ist jung und voller Elan, der SPD-Bürgermeisterkandidat Oliver Kern. Der Mitwitzer strebt bei den bevorstehenden Kommunalwahlen am 15. März den Chefsessel im Mitwitzer Rathaus an.

"Die Zeit ist reif für einen Generationswechsel", meint der 30-Jährige bei einem Gespräch. Die Kommunalpolitik war schon von frühester Kindheit an in der Familie von Oliver Kern ein Thema. Sein Vater Jürgen Kern hat bereits seit 30 Jahren ein Mandat im Gemeindeparlament inne. Seit 18 Jahren ist er der stellvertretende Bürgermeister. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich der Sohn schon seit seien jungen Jahren mit den Entwicklungen und Geschehnissen in seiner Heimat auseinandersetzt.

Oliver Kern, der als Trainer in der Aus- und Weiterbildung bei der HUK Coburg arbeitet, spricht von einem Wandel. Nach dem Ausscheiden des wohl dienstältesten Bürgermeisters im Landkreis, Hans-Peter Laschka, würden nun die Karten neu gemischt, sagt er. Deshalb halte er die Zeit für geeignet, seine Gedanken und Ideen als Bürgermeister gemeinsam mit dem Gremium fortzuentwickeln und umzusetzen. Und: "Ich will Verantwortung übernehmen!"

Ein Schwerpunkt seiner Arbeit soll unter anderem die Familienpolitik sein. Es müssten mehr Spielmöglichen geschaffen werden, die Gemeinde müsse seniorenfreundlicher gestaltet werden. Dazu zählt für ihn beispielsweise die Mobilität im Alter. Deshalb möchte er mit einer Abfrage innerhalb der Gemeinde Mitwitz starten, in der die Fahrwünsche der älteren Bürger ausgekundschaftet und in Folge ein Fahrplan erstellt beziehungsweise Mitfahrgelegenheiten geschaffen werden sollen. Kern: "Ich sehe das als Ergänzung zum Mobilitätskonzept des Landkreises."

Des Weiteren wolle er den Jugendlichen aufzeigen, wie schön und lebenswert seine Heimat ist. Zudem möchte Oliver Kern mit jungen Menschen, die außerhalb der Region eine Ausbildung absolvieren beziehungsweise studieren, regelmäßig in Kontakt bleiben und diese auch für ein Vereinsleben begeistern. Oftmals sei eine Verwurzelung dieser Generation mit ihren Heimatgemeinde vorhanden. Deshalb lohne sich der Einsatz, dem einen oder anderen eine Rückkehr nach Mitwitz schmackhaft zu machen.

Bei der Frage, ob er denn nicht ein bisschen zu jung für so ein Amt sei, hält Oliver Kern kurz inne. Bereits im Jahr 2016 habe er sich mit dem Job eines Bürgermeisters auseinandergesetzt. Seit Monaten ist er überzeugt: "Ich kann das!"

Auf die Menschen zugehen

In erster Linie, meint der Mitwitzer, müsse ein Rathauschef den Leuten zuhören, ihnen Wertschätzung entgegenbringen und bei Herausforderungen konkrete Lösungen finden. Als Bürgermeister müsse man vorangehen, dabei aber die Bürger mitnehmen und begeistern können.

Nicht zuletzt durch seinen Beruf habe er festgestellt, dass er mit Freude auf Menschen zugehen und deren Ideen aufgreifen könne. Ideen hat Oliver Kern auch bei seinen Rundgängen durch die Gemeinde mitgenommen. Seit Anfang Oktober 2019 habe er alle Haushalte, oftmals mit seinem Fahrrad, besucht. "Ich bin dabei den Bürgern nähergekommen und habe viele Anregungen gesammelt und mich aber auch mit deren Kritik befasst." Diese Erfahrungen seien für ihn eine wichtige Grundlage seiner künftigen Arbeit.

Der soziale Aspekt

Dass die SPD derzeit sowohl auf Bundes- und Landesebene nicht gerade glänzende Zahlen vorweisen kann, war und ist für Oliver Kern kein Grund, außerhalb der Partei für das Bürgermeisteramt zu kandidieren. Bei einer Kommunalwahl komme es nicht auf eine bestimmte Fraktion oder Liste an, ist er überzeugt. Bei der SPD habe ihm schon immer deren Grundpfeiler gefallen, nämlich der soziale Aspekt, das menschliche Miteinander auf Augenhöhe.

Lobende Worte findet er auch für den heimischen SPD-Orts- und Kreisverband. Er werde unterstützt. Und: "Ich bekomme aber nichts von oben diktiert, ich kann meine Ziele klar definieren." Das SPD-Urgestein und Altlandrat Heinz Köhler sei für ihn ein wichtiger Ansprechpartner. Köhler habe sich sehr über seine Kandidatur gefreut, erzählt Kern. Dass er, obwohl er bisher kein politisches Mandat innehat, auf der SPD-Kreistagsliste Platz neun innehat, wertet Kern als eine Wertschätzung.

Oliver Kern verhehlt nicht, dass sich sein Leben seit seiner Nominierung etwas geändert hat. Vor allem bei seinen Freunden stoße die Kommunalpolitik nun auf mehr Interesse als zuvor. "Das sehe ich als Chance, frischen Wind in die politische Arbeit zu bringen."

In den kommenden Wochen wird Oliver Kern nun seinen Wahlkampf intensivieren. Zusammen mit den SPD-Gemeinderatskandidaten will er noch einmal alle Ortsteile besuchen, mit den Menschen diskutieren und erfahren, wo diese der Schuh drückt. Solche Besuche will er auch im Falle seiner Wahl zum Bürgermeister regelmäßig fortsetzen: "Es ist mir wichtig, dass ich mir regelmäßig die Anliegen der Mitwitzer anhöre, um Gemeindepolitik für die Bürger machen zu können."

Vorfreude statt Angst

Seiner Stimme ist anzuhören, dass sich Oliver Kern regelrecht auf die neue Herausforderung freut. Angst, dass ihm so ein Amt als Bürgermeister in seinen jungen Jahren über den Kopf wachsen könnte, hat er nicht. Er habe Zivildienst beim ASB Coburg geleistet und ein duales Studium bei der HUK in Coburg absolviert. 160 Tage im Jahr sei er deutschlandweit unterwegs, um Schulungen zu halten. Dabei habe er immer den Spagat zwischen Beruf, Arbeit und Freizeit geschafft.

Einen Ausgleich habe er durch sportliche Aktivitäten erreicht. Und genau das will der noch frischgebackene Ehemann auch weiterführen, wenn die Bürger ihm das Vertrauen schenken. Denn: "Ein ausgeglichener Bürgermeister kommt auch einer Gemeinde zugute!"

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