Kronach
Menschenrechte

Mitwitzer Schüler inszenierten Streitgespräch im Kronacher LGS-Park

Die Theatergruppe der Mitwitzer Montessori-Mittelschule machte am Dienstag auf dem Kronacher LGS-Gelände mit Flyern und einem inszenierten Streitgespräch auf das Thema Menschenrechte aufmerksam.
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Schüler der Mitwitzer Montessori-Schule inszenierten auf dem LGS-Gelände ein Streitgespräch. Foto: Rebecca Vogt
Schüler der Mitwitzer Montessori-Schule inszenierten auf dem LGS-Gelände ein Streitgespräch. Foto: Rebecca Vogt

Unterhalb der Tribüne neben dem See auf dem Kronacher Landesgartenschaugelände wird es laut. Eine Gruppe Jugendlicher streitet sich. Es geht um die Asylpolitik. "Hör doch auf, unsere Aktion so runterzumachen", rufen die einen. "Ich mach's runter, weil's meine Meinung ist", blafft ihr Gegenüber zurück. Ehe der Streit weiter eskaliert, zieht sich ein Teil der Jugendlichen auf die Seebühne zurück. Dort ist ein Tisch mit Plakaten von Amnesty International aufgebaut. "Folter stoppen!" steht auf dem einen, "Die Todesstrafe stoppen. Jetzt." auf einem anderen.

Vor der Tribüne bleiben vier Jugendliche zurück, zwei Jungs, zwei Mädchen. "Ich geh mich informieren. Schaut's euch doch auch einmal an", sagt eines der Mädchen einsichtig. Die Jugendlichen diskutieren unter sich. "Nee, Alter, ich hör's mir wenigstens einmal an", sagt schließlich auch einer der Jungen. Nur einer, Max, ist nicht zu überzeugen. Aufgebracht entfernt er sich von der Gruppe.

Unsichtbares Theater

Was sich am Dienstagmittag auf dem Landesgartenschaugelände ereignete, hätte sich wohl auch in echt so zutragen können, war aber tatsächlich nur eine einstudierte Szene der Theatergruppe der Mitwitzer Montessori-Schule. Mit einem "unsichtbaren Theater" wollten die Schüler das Thema Menschenrechte in den Fokus der Kronacher Öffentlichkeit rücken.

Erklärung der Menschenrechte

"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren", heißt es in der am 10. Dezember 1948 von den Vereinten Nationen verabschiedeten "Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte". Deren 70-jähriges Bestehen nahmen die Schüler und Theaterpädagogin Denise Schliefke zum Anlass, um sich näher mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Entstanden ist daraus die Aktion auf dem Kronacher LGS-Gelände. Die Schüler inszenierten dort nicht nur ihr Streitgespräch, sie gingen auch mit Flyern auf Passanten zu und versuchten ins Gespräch zukommen. Es gehe darum, miteinander Lösungen zu finden, erläuterte Schliefke. "Die Jugendlichen hier kommen auch aus unterschiedlichen Familien und leben das im Grunde schon vor."

Auch die Frage "Wo können wir was machen?", spiele eine wichtige Rolle. Das funktioniere schon im Kleinen, sagt Schliefke. "Ich kann da anfangen, wo ich bin." Zum Beispiel könne man bei sich zu Hause Blumen pflanzen, um so zur Rettung der Bienen beizutragen.

Unterschiedliche Reaktionen

Wie die Schüler berichten, war es für sie interessant zu sehen, wie die Leute in Kronach auf ihre Aktion reagierten. Viele hätten "Nein" gesagt und wären weitergegangen. Andere wiederum waren freundlich und gesprächsbereit. "Man geht auf die Leute zu, die drehen sich um und gehen weg", erzählt Jason von den Extremfällen. "Einige haben auch interessiert geguckt, sind aber nicht hergekommen", berichtet Annemarie.

Über den inszenierten Streit mit Passanten ins Gespräch zu kommen, wie ursprünglich erhofft, hat indes nicht geklappt. "Wir hätten vielleicht ein bisschen lauter sein müssen", sagen die Schüler. Auch ein paar Leute mehr wären hilfreich gewesen. Der LGS-Park war zum Zeitpunkt der Aufführung nur spärlich besucht.

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