Kronach
Unterhaltung

Mit dem Rolli an die Wurfbude

Das BRK-Seniorenhaus Kronach feierte erstmals ein hauseigenes Schützenfest. Zahlreiche Bewohner nahmen an dem Spaß teil und räumten groß ab.
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Volltreffer für Philomene Vogel am WurfstandHeike Schülein
Volltreffer für Philomene Vogel am WurfstandHeike Schülein
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Etwas zittrig und doch selbstbewusst nimmt Philomene Vogel den leuchtend orangefarbenen Ball in die Hände. Konzentriert visiert sie an der "Wurfbude" ihr Ziel an. Dann der Wurf: Volltreffer! Ein lautes Scheppern durchdringt den Garten des Kronacher BRK-Seniorenhauses! Gleich acht der insgesamt zehn aufeinander gestapelten großen Blechdosen fallen um. Alle auf einmal hat die rüstige Seniorin zwar nicht abgeräumt, aber das ist ihr egal. Im Gegenteil: Sie freut sich wie eine Schneekönigin und lacht verschmitzt: "Das macht Spaß!", bevor sie dann mit dem nächsten Wurf noch die beiden restlichen Dosen mit Kawumm zum Fallen bringt. Weiter geht es für sie mit dem Rolli zur nächsten Station, an der es erneut um zielgenaues Werfen geht - dieses Mal in den großen geöffneten Mund eines Clowns!

"Petri Heil!" heißt es indes eine Station weiter, wo sich Josef Engelhardt gerade als Petrijünger versucht - und das äußerst erfolgreich! Voller Stolz hebt er eine Ente nach der anderen an seiner Angel in die Höhe. Seine beiden Enkelinnen haben alle Hände voll zu tun, die wertvolle Ausbeute schnell genug vom Haken zu bekommen. Schon wieder wirft der "Angelkönig von Kronach" seine Angel ins mit Wasser gefüllte Planschbecken aus und schon wieder baumelt eine quietschgelbe Ente an der Schnur! Auch der Senior strahlt übers ganze Gesicht.

Es geht um den Spaß

Die beiden Heimbewohner feilschen an diesem sonnigen Tag nicht um den Sieg - genausowenig wie die anderen junggebliebenen Senioren, die sich an den verschiedensten Geschicklichkeitsspielen wie beispielsweise auch Enten-Zielspritzen erproben. Vielmehr geht es um den Spaß und auch die Freude darüber, die keineswegs leichten Aufgaben meistern zu können.

Belohnt werden alle Wurfkünstler, Petrijünger und Spritzmeister trotzdem. Schließlich gibt es auch den "Glückshafen" des BRK - zwar im Mini-Format, aber mit vielen kultigen Preisen wie Fliegenplatschen, Feuerzeuge, Pflaster, Seifenblasen sowie Lebkuchenherzen; genauso wie auf dem Freischießen am anderen Ende der Stadt. Auch die Musik ist die gleiche - singen, schunkeln und klatschen inklusive; mit einer Stimmung, die jeder Bierzelt-Veranstaltung alle Ehre machen würde.

Das Schützenfest ins Haus geholt

Die Senioren, die bei schönstem Wetter die Gaudi mitmachen oder das Treiben aufmerksam verfolgen, genießen den Trubel sichtlich. "Wir haben in den vergangenen Jahren immer mit einigen Bewohnern das Freischießen besucht", erzählt Heimleiterin Tanja Seuling. Leider seien aber für viele Bewohner derartige Strapazen zu groß. Daher habe man sich heuer dazu entschieden, das Schützenfest quasi ins Haus zu holen - und damit weitaus mehr Senioren die besondere Atmosphäre von Kronachs "fünfter Jahreszeit" erleben zu lassen.

Schützenfest-Feeling herrschte dabei die ganze Woche über. Bereits an den Vortagen hatten die Mitarbeiter die Senioren schon etwas auf den Stationen eingestimmt und mit ihnen für die Übungen trainiert.

Mitarbeiter in Tracht

Zur zünftigen Schützenfest-Atmosphäre trugen dann auch maßgeblich die Mitarbeiter bei, die allesamt in fescher Tracht auftraten. Auch die Küche legt sich mächtig ins Zeug, um das Fest zum kulinarischen Erlebnis zu machen. Serviert wurden typische Schützenfest-Spezialitäten wie die obligatorischen Bratwürste vom Grill. Darüber hinaus gab es leckere Schoko-Obstspieße und frisches Popcorn, das von einigen der jüngsten Gäste - Noah, Philipp und Lena aus Lahm - an die Senioren verteilt wurden.

Ohnehin haben Heimleiterin Tanja Seuling und ihr Team ständig neue Ideen, wenn es darum geht, den Heimbewohnern Abwechslung zu bieten. Gefeiert wird das ganze Jahr. Im Jahreskreis gibt es ja fast monatlich immer einen Grund dazu - und wenn nicht, findet man schon einen. Dabei ist es der Einrichtung stets wichtig, die Außenkontakte zu Angehörigen und Freunden aufrecht zu erhalten, die zu den Festlichkeiten ebenfalls eingeladen werden. Man sitzt in froher Atmosphäre zusammen und genießt die Zeit.

Erinnerungen geweckt

Zugleich möchte man mit derartigen Veranstaltungen auch Erinnerungen an vergangene Tage bei den Bewohnern wecken, ihnen in spielerischer Art und Weise Freude an der Bewegung vermitteln, vorhandene koordinative Fähigkeiten abrufen und Erfolgserlebnisse bereiten. So lässt man sich immer wieder etwas Neues einfallen, um die Senioren aktiv mit einzubeziehen. Dabei staunte das Team diesmal nicht schlecht, wie geschickt die Heimbewohner bei der Sache waren. "Ich habe das Entenangeln versucht und ich habe keine einzige erwischt", verrät Tanja Seuling schmunzelnd. Gegen den Angelkönig hätte sie wohl nicht den Hauch einer Chance gehabt.

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