Kronach
Justiz

Mann (54) missbraucht Stieftochter - Mutter fordert Tochter zu Oralsex auf

Vor dem Coburger Landgericht wird ein Ehepaar angeklagt, eine Zwölfährige mehrfach sexuell missbraucht zu haben: Dabei handelt es sich um die Tochter der Angeklagten. Das Ehepaar stammt aus dem Landkreis Kronach.
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Die Angeklagten stammen aus dem Landkreis Kronach. Das Ehepaar soll das Mädchen mehrfach missbraucht haben. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa
Die Angeklagten stammen aus dem Landkreis Kronach. Das Ehepaar soll das Mädchen mehrfach missbraucht haben. Symbolbild: Patrick Pleul/dpa

  • Ein Ehepaar aus dem Landkreis Kronach soll ein Mädchen mehrfach sexuell missbraucht haben.
  • Das Mädchen ist die Tochter der Angeklagten.
  • Die Mutter soll das Mädchen aufgefordert haben, den Stiefvater oral zu befriedigen.
  • Der beschuldigte 54-Jährige soll mehrfach das Kind aufgefordert haben, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen.

Es ist ein beklemmender Fall, der seit Donnerstag vor der dritten großen Jugendstrafkammer am Landgericht Coburg verhandelt wird: Auf der Anklagebank sitzen ein 54-jähriger Lkw-Fahrer und seine 39-jährige Ehefrau, beide aus dem Landkreis Kronach. Das Ehepaar soll die Tochter der Angeklagten mehrfach schwer sexuell missbraucht haben. Laut der Anklage war das Kind erst zwölf Jahre alt, als die Übergriffe begannen.

Zum Prozessauftakt stellten die Verteidiger Björn Kleyhauer und Michael Linke zunächst Anträge auf Ausschluss der Öffentlichkeit. Das Gericht unter dem Vorsitz von Richter Stephan Jäger stimmte allerdings dem Ausschluss der Öffentlichkeit nur teilweise zu. Das heißt, bei bestimmten Punkten, die die Intimsphäre und das Sexualleben der Eheleute betreffen, müssen die Zuhörer den Saal verlassen. Die Anklageschrift durfte Staatsanwalt Frank Dietze öffentlich verlesen.

Missbrauch bei Kronach: Die Tochter war erst zwölf Jahre alt

Demnach sollen die Übergriffe im Sommer 2014 begonnen haben, als das Mädchen zwölf Jahre alt war. Der Beschuldigte soll das Kind aufgefordert haben, sexuelle Handlungen an ihm vorzunehmen - unter anderem soll er es zum Oralverkehr gezwungen haben. Die Taten trugen sich laut Anklage in der gemeinsamen Wohnung, aber auch im Führerhaus des Lkws des Beschuldigten zu.

Insgesamt geht es um 14 Taten - 54-Jähriger soll sie zu Oralsex

"Während der Taten empfand die Geschädigte ein Ekelgefühl", berichtete Staatsanwalt Dietze. Es folgten weitere schwere sexuelle Übergriffe auf das Kind - die Rede ist von 14 Taten, die der Mann ausgeführt haben soll. Auch die Mutter soll ihr Kind missbraucht haben: So soll das Ehepaar in Anwesenheit des Kindes sexuelle Handlungen vorgenommen haben. Dabei soll die Mutter ihre Tochter aufgefordert haben, den Mann oral zu befriedigen. Als die Tochter ihre Ablehnung äußerte, soll die Mutter ihr Kind als Spießer bezeichnet haben.

Zu ihren persönlichen Verhältnissen sagten beide Beschuldigte aus. Ob sie sich der Tragweite der Anklage bewusst sind, darf bezweifelt werden, denn vor allem die Beschuldigte beantwortete die Fragen des Richters teilweise lachend. Wie sie erklärte, sei sie in zweiter Ehe mit dem 54-Jährigen verheiratet. Drei Kinder habe sie aus erster Ehe. Nach der Trennung sei ihr Sohn beim Vater geblieben, eine Tochter sei später zum Vater gezogen. Die andere Tochter lebte bei der Mutter und deren jetzigen Mann, da sich die Schwestern nicht verstanden hätten.

Öfters "einfach umgekippt"

Die Mutter beschrieb die Geschädigte als leicht beeinflussbar. Später soll das Mädchen in der Schule und zu Hause öfters "einfach umgekippt" sein und unter Atemnot gelitten haben. Bei stationären Krankenhausaufenthalten haben die Ärzte nach Aussage der Mutter dafür aber keine Erklärung gefunden.

Bei der Befragung zu den Tatvorwürfen mussten die Zuhörer den Raum verlassen. In diesem Teil war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Die Verhandlung wird am Montag, 28. Januar, fortgesetzt. Insgesamt sind fünf Verhandlungstage vorgesehen.

Aus der Region: Bei Steinbach am Wald bei Kronach gab es Donnerstag Verkehrs-Probleme. Zu den Schwierigkeiten beim Transport von Altglas, kamen die problematischen Witterungsverhältnisse hinzu. Dies führte zum Beinahe-Kollaps.



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