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Nordhalben
Wahl

Michael Pöhnlein will für neue Lösungswege querdenken

Der Nordhalbener Bürgermeister Michael Pöhnlein will im Kampf für die Zukunft seiner Gemeinde seinem Weg treu bleiben - auch wenn der manchmal unbequem ist.
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Michael Pöhnlein zeigt, dass die Ködeltalsperre weitgehend auf Nordhalbener Grund liegt. Foto: Marco Meißner
Michael Pöhnlein zeigt, dass die Ködeltalsperre weitgehend auf Nordhalbener Grund liegt. Foto: Marco Meißner

Michael Pöhnlein (52/FW) ist sicher kein Bürgermeister von der Stange. Er macht nie einen Hehl daraus, ein Leben nach der Politik zu haben, sich nicht an seinen Stuhl zu klammern. Doch sobald die Diskussion auf die Zukunft Nordhalbens gelenkt wird, ist er mit Leib und Seele Gemeindeoberhaupt.

"In sechs Jahren schafft man nicht alles", erklärt der Forstwirt, Landschaftspfleger und gelernte Kaufmann, warum er sich eine Wiederwahl erhofft. "Es ist eine entscheidende Phase. Wir haben die große Chance, dem Ort eine Zukunft zu geben." Diesen Schritt möchte er noch mit zu Ende führen. Danach werde für ihn als Bürgermeister definitiv Schluss sein.

Lösungsansätze in anderen Regionen suchen

Pöhnlein hat sich über die Jahre einen Namen als mitunter unbequemer Querdenker in der politischen Landschaft gemacht. Immer wieder durchstreift er im Urlaub die Bundesrepublik. Nicht um idyllisch die Freizeit zu genießen, sondern um in ebenfalls gebeutelten Gegenden neue Lösungsansätze für die Nordhalbener Herausforderungen aufzutun. In erster Linie heißt das: Kampf gegen den demografischen Abwärtstrend, gegen Leerstände und Geschäftsschließungen und für eine Verbesserung der Infrastruktur.

Ein Beispiel für die Realisierung solcher Ideen ist das Modellvorhaben "Nordhalben Village", das ein altes Schulgebäude in einen modernen Arbeitsbereich verwandelt. Zwei andere Vorhaben sind das Filmcafé und eine Tagespflege - "große Baustellen, die wir Schritt für Schritt umsetzen". Außerdem macht sich Nordhalben zusehends einen Namen als Künstlerhochburg. "Die Kunst alleine wird Nordhalben nicht retten", weiß Pöhnlein diese "unglaubliche Entwicklung" realistisch einzustufen. "Aber sie weckt Aufmerksamkeit."

Rückbau als Chance sehen

Einen weiteren Ansatzpunkt, um Menschen nach Nordhalben zu locken, stellt der Rückbau dar. Nicht mehr zeitgemäße Wohnbebauung wird entfernt, um Luft und Licht zu schaffen, wovon die umstehenden Häuser profitieren können. Dabei unterstreicht der Bürgermeister ein Ziel: "Wir reißen nicht nur ab, sondern wir beleben auch."

Eine "Riesennummer" ist für ihn die Wiederbelebung des ehemaligen Polytec-Geländes. Es gebe verschiedene Varianten, es wieder einer sinnvollen Nutzung zuzuführen und Arbeitsplätze zu schaffen.

Ganz wichtig sei die Ortskernbelebung, so Pöhnlein weiter. Es gelte, die Straßen in Stand zu halten, Kindergarten und Schule zu sichern oder den Nordwaldmarkt als "unser Rückgrat" der Nahversorgung zu begleiten. Ein zentraler Aspekt, um als Wohnort attraktiv zu sein, sei zudem die ärztliche Versorgung. Als Worst-Case-Szenario müsse sich die Gemeinde sogar selbst Gedanken machen, in den Betrieb einer Praxis einzusteigen. Solche Fälle gebe es in Deutschland schon, erzählt der 52-Jährige. "Aber ich hoffe, diese Baustelle kommt nicht auf uns zu."

Noch viel zu tun

Vieles sei in Angriff genommen worden, schaut Pöhnlein zurück. Aber: "Zufrieden bin ich nie. Wir haben noch große Baustellen." Dabei blickt er skeptisch in die Börse seiner Kommune. Das Fazit: "Mit Geld würde vieles leichter fallen!"

Damit kommt er zu einem Punkt, der politisch nicht überall gerne gehört wird. Es geht um den Wiederanschluss der Quellen am Schwarzen Teich, worum ein juristischer Disput entstanden ist. Im gleichen Atemzug stellt Pöhnlein die Forderung, dass Nordhalben an der Gewerbesteuer und der Trinkwasservermarktung der Talsperren-Nutzung in Mauthaus beteiligt werden müsste. Immerhin stamme der Großteil des dortigen Wassers aus dem Nordhalbener Boden. Damit könnte der gemeindliche Eigenanteil bei den verschiedenen Förderprogrammen viel leichter gestemmt werden.

Trotz dieser strittigen Punkte hofft er nach dem turbulenten Wahlkampf 2014 diesmal auf einen ruhigen, sachlichen Umgang miteinander. Diskussionsscheu werde er aber nicht sein, verspricht er. Denn vor dem Leben nach der Politik würde er für die Lösung der Nordhalbener Herausforderungen gerne noch sechs Jahre Querdenker sein.

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